Samstag, 04. November 2006
"Inkompetentestes Team": "Neocons" attackieren Bush
Jetzt wenden sich sogar die "Neocons" von US-Präsident George W. Bush ab: Er hätte den Krieg nicht unterstützt, wenn er gewusst hätte, wie schlecht die Bush-Regierung ihn führe, sagte der frühere Regierungsberater Richard Perle, einer der führenden Planer des Irak-Kriegs. Der Zeitpunkt der Äußerung des konservativen Politikers kommt den Republikanern ungelegen: Am Dienstag finden in den USA Kongresswahlen statt.
Nach heutigem Stand hätte er damals möglicherweise eine andere Strategie vorgeschlagen, um die Weitergabe angeblicher Massenvernichtungswaffen an Terroristen zu verhindern, sagte Perle der Zeitschrift "Vanity Fair".
Die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak war als einer der Gründe für den US-Einmarsch in den Golfstaat 2003 angeführt worden. Solche Waffen wurden bis heute aber nicht gefunden. Als weiteren Grund hatte die US-Regierung angebliche Verbindungen des Iraks zum Terrornetzwerk El Kaida genannt. Auch dieser Grund war falsch.
Neben Perle übten in dem Artikel auch andere führende Vertreter der einflussreichen Neokonservativen Kritik an Bush. Die Regierungsmannschaft aus Bush, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und anderen habe sich als das inkompetenteste Team der Nachkriegszeit herausgestellt, sagte Kenneth Adelman, der wie Perle militärischer Berater der US-Regierung war.
Andere neokonservative Politiker brandmarkten die mangelnde Führung Bushs. Der Präsident habe den Inhalt seiner Reden weder geglaubt noch verstanden, hieß es.
Die schwierige Lage im Irak ist ein Hauptthema im Wahlkampf für den Urnengang am 7. November, bei dem den Republikanern von George W. Bush eine Niederlage droht. Jüngsten Umfragen zufolge haben die Demokraten gute Chancen, den Republikanern die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu entreißen.
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