Frauen erstmals stimmberechtigtParlamentswahl in Kuwait
Im arabischen Golfemirat Kuwait sind bei der Parlamentswahl erstmals auch die Frauen zu den Urnen gegangen.
Im arabischen Golfemirat Kuwait sind bei der Parlamentswahl erstmals auch die Frauen zu den Urnen gegangen. Viele Wählerinnen erklärten nach der Stimmabgabe: "Dies ist ein großer Tag für Kuwait." In einigen Fällen klagten Kandidatinnen und Wählerinnen jedoch über Ehemänner und Clanchefs, die versucht haben sollen, den Frauen vorzuschreiben, wo sie auf dem Wahlzettel ihr Kreuz machen sollten. Das Frauenwahlrecht war in dem islamisch-konservativen Golfstaat erst im Mai 2005 eingeführt worden.
Einige Kandidaten brachten die Wähler wegen der großen Hitze mit kleinen Fahrzeugen, wie man sie auf dem Golfplatz benutzt, vom Parkplatz bis zum Wahllokal. Andere stellten Snacks, kalte Getränke und Schirme gegen die Sonne bereit. In einem Wahlbezirk gab es nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija Beschwerden über angeblichen Stimmenkauf.
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl bewarben sich 249 Kandidaten, darunter 28 Frauen, um 50 Sitze. Das bislang rein männliche Parlament hatte einen Vorstoß des Herrscherhauses, für die Einführung des Frauenwahlrechts jahrelang blockiert. Im Konflikt um die Zahl der 25 Wahlbezirke hatte der Emir Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah am 21. Mai die Auflösung des Parlaments beschlossen und Neuwahlen angeordnet.
Wichtigstes Wahlkampfthema war dann der Streit um die Zahl der Wahlbezirke gewesen. Denn bei nur rund 340.000 Wahlberechtigten, ist es für korrupte Kandidaten möglich, sich durch Stimmenkauf einen Sitz im Parlament zu sichern. Die Reformer fordern eine Reduzierung der Zahl der Wahlbezirke von 25 auf 5 oder 10. Außenpolitische Themen spielten dagegen bei den Wahlkampfveranstaltungen in dem reichen Nachbarland des Irak keine wichtige Rolle. Die meisten Kuwaiter wählen traditionell für einen Angehörigen ihres eigenen Stammes.
Bei der Parlamentswahl von 2003 waren die Islamisten mit 21 Sitzen stärkste Kraft geworden. Die Liberalen hatten große Verluste hinnehmen müssen und nur noch drei Mandate errungen. Ergebnisse liegen bisher nicht vor.