Dienstag, 12. April 2005
Ab 1. August: Rechtschreibreform light
An den deutschen Schulen sollen zum 1. August nur die unstrittigen Teile der Rechtschreibreform in Kraft treten. Dies verlautete am Dienstag aus Kreisen der Kultusministerkonferenz (KMK).
Darüber hatten sich am Vortag die Schulminister auf einer Telefon-Konferenz verständigt. Für die besonders umstrittene neue Getrennt-und Zusammenschreibung erarbeitet zur Zeit der Rat für deutsche Rechtschreibung Empfehlungen.
Der Vorsitzende des Rates, der frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair (CSU), hatte nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an dem Schaltgespräch teilgenommen. Durch das verabredete Vorgehen soll eine Verunsicherung der Schüler vermieden werden. Bei den Beratungen in dem Expertengremium zeichnet sich ab, dass entgegen den ursprünglichen Reformplänen nun doch wieder mehr Verben zusammengeschrieben werden sollen, sofern diese vom Sinn her eine Einheit bilden, etwa krankschreiben oder kennenlernen.
Der Rat will am 3. Juni über eine umfangreiche Wortliste entscheiden. Vor dem dann verbindlichen Beschluss der Kultusminister ist eine Anhörung der Lehrer- und Elternorganisationen vorgesehen. Der Rat war von den Kultusministern eingesetzt worden.
Ihm gehören auch Reformkritiker sowie Vertreter Österreichs und der Schweiz an. Nach der Getrennt- und Zusammenschreibung sollen sich die Experten auch mit umstrittenen Fragen der Silbentrennung und Zeichensetzung beschäftigen.
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