Montag, 18. Dezember 2006
Rente noch später?: Schäuble: 67 nicht genug
Ein weiterer Anstieg des Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus ist nach Einschätzung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble unausweichlich. "Das ist nicht das Ende der Entwicklung, um es offen und klar zu sagen", schrieb der CDU-Politiker in einem Beitrag für das Magazin "Cicero".
"Wenn man die Systematik des Generationenvertrages erhalten will, dann muss die Lebensarbeitszeit länger werden", so Schäuble. Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit sei zudem "wahrscheinlich das wirksamste Vorsorgeprogramm gegen die Verbreitung von Demenz", erklärte Schäuble.
Die meisten Menschen wüssten um die Notwendigkeit einer längeren Lebensarbeitszeit, hofften aber, dass es sie selbst nicht betreffe, schrieb Schäuble. "Hier muss politische Führung ansetzen. Sie muss die Fakten benennen und versuchen, die Ängste abzubauen." Je länger Menschen aktiv im Leben stünden, anspruchsvollen Tätigkeiten nachgingen und sich herausgefordert fühlten, "desto länger scheint es zu gelingen, Verfallsprozesse wie die Demenz hinauszuzögern". Dies sei Stand der medizinischen Forschung.
Der Bundestag hatte vergangene Woche erstmals über den Gesetzentwurf der Regierung beraten, die Regel-Altersgrenze zwischen 2012 und 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre anzuheben - zunächst um einen Monat pro Jahr und ab 2024 um zwei Monate pro Jahr.
Alle Jahrgänge ab 1964 können damit künftig erst mit 67 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Eine Ausnahme gilt für langjährig Versicherte, die mindestens 45 Jahre Beiträge gezahlt haben. Sie sollen wie bisher mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Die Grünen werfen der Regierung vor, der Entwurf sei verfassungsrechtlich bedenklich.
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