Samstag, 04. März 2006
Anschläge in Afghanistan
Soldat mit Axt attackiert
In Afghanistan sind bei mehreren Anschlägen am Samstag mindestens sechs Menschen getötet worden. Ein kanadischer Soldat wurde durch Axthiebe schwer verwundet.
Ein am Straßenrand deponierter Sprengsatz im Süden des Landes tötete fünf Afghanen, darunter einen Mitarbeiter des Geheimdienstes und drei Leibwächter. Zu der Tat bekannten sich die Taliban.
Bei einem Feuergefecht mit Rebellen in Kandahar wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Paris ein französischer Soldat getötet. Bei dem Zusammenstoß kamen nach US-Angaben auch zwei Kämpfer der Taliban ums Leben.
Ein kanadischer Soldat wurde nach Angaben eines Militärsprechers während eines Treffens von Soldaten mit Stammes-Mitgliedern in Kandahar mit einer Axt angegriffen. Der Täter habe dabei auf den Kopf des Soldaten eingeschlagen und ihn schwer verwundet, hieß es. Der Soldat solle in das US-Militärkrankenhaus im deutschen Landstuhl ausgeflogen werden. Der Angreifer sei von kanadischen Soldaten erschossen worden.
Bereits am Freitag waren in Afghanistan stationierte ausländische Soldaten Ziel von Angriffen geworden. Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag in Kandahar waren fünf kanadische Soldaten verletzt worden, einer von ihnen schwer.
Die Angriffe sind Teil der Strategie der Rebellen, die von den USA gestützte Regierung unter Präsident Hamid Karsai zu stürzen. Seit Jahresbeginn 2005 sind bei zahllosen Anschlägen mehr als 1.500 Menschen getötet worden.
Die USA haben 18.000 Soldaten in dem Land stationiert, die im Kampf gegen die Extremisten-Organisation El Kaida und deren Verbündete aus der radikal-moslemischen Taliban-Bewegung eingesetzt sind. Mit 9.000 Soldaten unterstützt die Nato die Befriedung des Landes. Darunter sind fast 3.000 deutsche Soldaten, die vor allem im Norden stationiert sind. Dennoch hält der Aufstand der vor vier Jahren entmachteten Taliban in weiten Teilen Afghanistans an.
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