Donnerstag, 26. Januar 2012
von Sebastian Schöbel
Ohne sein Geld wäre Gingrich vielleicht schon am Ende: Sheldon Adelson. Gerade erst hat der Milliardär zum zweiten Mal viel Geld in die Kampagne Gingrichs gepumpt. Beide Männer eint ein kompromissloser Pro-Israel-Kurs. In Florida bringt das Gingrich Vorteile – im Rest des Landes aber nicht unbedingt.Nun ist klar, wovon Newt Gingrich träumt: vom Mond. Dort will der Republikaner bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit als Präsident im Jahre 2020 eine US-amerikanische Basis errichten – so er denn gewählt wird, woran Gingrich bei seiner Weltraum-Rede in Florida keinen Zweifel ließ. Wie er das bezahlen will, sagte Gingrich nicht, stattdessen machte er nur vage Andeutungen über den "privaten Sektor". Dabei könnte sich einer seiner Unterstützer den Mond-Trip schon jetzt leisten: Sheldon Adelson.
Ohne den Milliardär, der sein Geld mit Kasinos in Las Vegas gemacht hat, wäre Gingrich vielleicht gar nicht mehr im Rennen. Kurz nach der Vorwahl in Iowa lag seine Kampagne am Boden, erdrückt vom Gewicht negativer Wahlkampfwerbung aus dem Romney-Lager. Doch dann kam Adelson: Mit fünf Millionen Dollar half er dem Super-PAC "Winning our Future", der wiederum Gingrich unterstützt. Das Geld durfte nicht direkt an Gingrich gehen, denn die Millionen waren weit mehr, als Adelson legal hätte spenden dürfen. Die Geld-Infusion für den Super-PAC, der hingegen offiziell unabhängig ist, machte pro-Gingrich-Werbung in New Hampshire und South Carolina – und negative Werbung gegen Romney.
Heute ist der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses wieder ernsthafter Herausforderer von Spitzenreiter Mitt Romney – und abhängig von Adelsons Millionen.
Anfang der Woche spendete der Milliardär erneut fünf Millionen Dollar. Offenbar glaubt Adelson an Gingrichs Chancen im Wahlkampf, nachdem dieser klar in South Carolina gesiegt hat. "So lange Newt im Rennen ist, unterstützen wir ihn", zitierte die Tageszeitung "New York Times" einen Vertrauten von Adelson. Doch wer ist der mysteriöse Mann hinter dem Gingrich-Boom?
Adelson und Gingrich verbindet eine jahrelange Freundschaft. Die beiden kamen erstmals in den 90er-Jahren während eines Gewerkschaftsstreits in Nevada zusammen. Damals wechselte Adelson vom demokratischen ins republikanische Lager. Der 78-Jährige ist heute der Besitzer des berühmten Kasino-Hotels "The Venetian" in Las Vegas, das er auf die Ruinen des 1996 gesprengten Kasinos "Sands" baute - der Ort, wo einst Frank Sinatra auftrat, Elvis Presley erstmals den Song "Hound Dog" hörte und 1960 der erste "Ocean's Eleven"-Film gedreht wurde. Mit geschätzten 21 Milliarden Dollar ist Adelson laut "Forbes Magazine" die Nummer acht der reichsten US-Amerikaner – ein Platz hinter George Soros, dem finanzkräftigsten Unterstützer der Demokraten. Das meiste Geld macht Adelson heute in Asien, vor allem in Singapur, wo er mehrere Hotels und Kasinos besitzt.
Mitt Romney
Einnahmen: 32,2 Millionen
Ausgaben: 17,6 Millionen
In der Kasse: 14,7 Millionen
Newt Gingrich
Einnahmen: 2,9 Millionen
Ausgaben: 2,5 Millionen
In der Kasse: 353.000
Rick Santorum
Einnahmen: 1,3 Millionen
Ausgaben: 1,1 Millionen
In der Kasse: 190.000
Ron Paul
Einnahmen: 12,6 Millionen
Ausgaben: 8,9 Millionen
In der Kasse: 3,7 Millionen
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Barack Obama
Einnahmen: 86,2 Millionen
Ausgaben: 27,1 Millionen
In der Kasse: 61,4 Millionen
Stand: Oktober 2010, Alle Angaben gerundet und in Dollar
Quelle: Open Secrets (unabhängiges Forschungsinstitut für Geldströme in der US-Politik)
Der Sohn osteuropäischer Juden wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Boston auf. Die Universität in New York besuchte er nur kurz und ging ab ohne Abschluss. Stattdessen wurde er zum "self made man" und lebte den Amerikanischen Traum: vom Verkäufer für Toilettenartikel zum Multimilliardär. Er gründete Amerikas wichtigste Computer Messe der 80er und 90 er Jahre, die COMDEX. Danach ging er nach Las Vegas und nahm die Stadt im Sturm. Heute ist Adelson einer der wichtigsten Männer im US-Spielerparadies.
Adelsons Wort hat jedoch nicht nur in den USA Einfluss, er hat auch in Israel ein Wörtchen mitzureden. Als glühender Unterstützer des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu lehnt er die Zwei-Staaten-Lösung ab. Er gilt als Falke in der Nahost-Politik und vertritt einen harten Kurs gegenüber den Palästinensern, deren Wunsch nach Unabhängigkeit Adelson ablehnt. Laut einem Bericht des seriösen Magazins "New Yorker" gehörte Adelson einst zu den größten Spendern der jüdischen Lobbygruppe "AIPAC", die unter anderem Reisen von Kongressabgeordneten nach Israel zahlt. Reden vor der AIPAC gelten selbst für US-Präsidenten zum Pflichtprogramm. Allerdings soll sich das Verhältnis von Adelson und AIPAC abgekühlt haben, nachdem die Gruppe 2007 mehr Wirtschaftshilfe für die Palästinenser gefordert hatte.
Beide Männer verbindet eine deutlich pro-israelische Einstellung in Sachen Naher Osten. Gingrich hatte im Wahlkampf für Aufsehen gesorgt, als er im Dezember 2011 die Palästinenser als "erfundenes Volk" bezeichnete. Wenige Wochen später schrieb Adelson seinen ersten Scheck. Eine israelische Tageszeitung, die Adelson besitzt, druckte auch schon mal ganzseitige Werbung mit Gingrich als Freund Israels und Feind des Irans.
In Florida, wo Ende Januar die nächste Vorwahl stattfindet, dürfte Gingrich gleich doppelt von Adelsons Unterstützung profitieren. Im Bundesstaat an der US-amerikanischen Ostküste leben viele Juden, deren Stimmen Gingrich mit seiner harten Haltung gegenüber den Palästinensern leichter gewinnen wird als der eher moderate Mitt Romney.
Allerdings könnte Adelson auch zu Gingrichs Problem werden. Mit seinen Spenden an den schattenhaften Super-PAC "Winning our Future", der unter anderem den kontroversen Anti-Romney-Film "King of Bain" veröffentlichte, steht Adelson für eines der großen Probleme des Wahlkampfes 2012: Unbegrenzte Zahlungen von Großspendern, die den demokratischen Prozess zu ihren Gunsten regelrecht aufkaufen. Verantwortlich dafür ist die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes im Fall "Citizens United". Danach waren anonymen Spendern wie Adelson Tür und Tor geöffnet: Sie können Millionen in den Wahlkampf pumpen, ohne wirklich darüber Auskunft geben zu müssen.
Außerdem wird sich Gingrich in der Israel-Frage als Hardliner profilieren müssen, um weiter in den Genuss von Adelsons Millionen zu kommen. Das jedoch legt ihn in der Diskussion über den Friedensprozess fest – vielleicht ein Nachteil bei Wechselwählern, die eher ein baldiges Ende des Nahost-Konfliktes herbei sehnen.
Gingrich ist von Adelson noch abhängiger als es Obama, Romney oder Santorum von ihren Großspendern sind. Das macht ihn auch angreifbar.
Donnerstag, 23. Februar 2012
Gemütliche Plauderstunde ohne Höhepunkte: Die CNN-Debatte in Arizona. (Foto: AP)
Und plötzlich ist Schluss. CNN nennt es "eine der wichtigsten Debatten" bisher - diesen Eindruck hat der Sender aber exklusiv. Nun sind die Kommentatoren und Spin-Doktoren dran, das Ergebnis zu interpretieren.
Was bleibt, ist der Eindruck einer schwachen Debatte. Keiner der Kandidaten hat sich hervorgetan, Santorum und Romney gaben sich keine Blöße und vermieden die wenigen Fallen, die ihnen gestellt wurden. Nur Ron Pauls kritische Haltung zur Konfrontation mit dem Iran setzte mal wieder einen Akzent. Gingrich hat sich merklich zurückgehalten, was überrascht, schließlich fällt er in den Umfragen immer weiter zurück.
Weiterlesen: Eine Plauderstunde zur besten Sendezeit.
Donnerstag, 23. Februar 2012
(Foto: AP)
Musiklegenden und Stars von heute haben sich im East Room des Weißen Hauses in Washington ein Stelldichein gegeben: Aufgespielt haben Rolling Stone Mick Jagger, Gitarrist B.B. King und Buddy Guy sowie Jungstars wie Troy "Trombone Shorty" Andrews und Gary Clark.
US-Präsident Brack Obama und First Lady Michelle – mit Glitzer-Jäckchen an seiner Seite – genossen das Event ganz offensichtlich: Von Kopf bis Fuß bewegten sie sich rhythmisch zum Blues, klatschten in die Hände – ausnahmsweise mal nicht als Antwort auf politische Erklärungen.
Weiterlesen: Dann singt der Präsident (mit Video).
dpa
Mittwoch, 22. Februar 2012
Bei der CNN-Debatte im Oktober 2011 wurde Santorum kaum wahrgenommen - das hat sich geändert. (Foto: REUTERS)
Rick Santorum ist der Mann der Stunde: Nach seinem Dreifach-Sieg in Colorado, Missouri und Minnesota ist er der neue Spitzenreiter in den Umfragen. Mitt Romney muss sich sogar ernsthaft Sorgen machen, bei der Vorwahl am 28. Februar seinen Heimatstaat Michigan zu verlieren, was für weitere Zweifel bei den Mächtigen der republikanischen Partei sorgen dürfte. Newt Gingrichs könnte seine scheiternde Kampagne mit einer starken Vorstellung vor dem Aus bewahren. Allein der Libertäre Ron Paul verteidigt stoisch seine rund 10 Prozent Wähleranteil.
Die vier Kandidaten gehen mit unterschiedlichen Strategien in die Debatte: Santorum darf sich lediglich keine Fehler leisten, während Romney versuchen wird, ihn aufs Glatteis der Ausgabenpolitik zu locken. Gingrich bleibt nur noch die Flucht nach vorn: Es ist seine letzte Chance, sich als bester Rhetoriker unter allen Kandidaten zu präsentieren.
Weiterlesen: Romney muss beißen und Paul hat einen trickreichen Plan.
ssc
Dienstag, 21. Februar 2012
"Bohr hier, bohr jetzt, zahl weniger", lautet der Slogan von Newt Gingrichs neuer Sprit-Kampagne. Ein Spruch, der an Sarah Palins "Drill, baby, drill" aus dem Jahre 2008 erinnert. Wie schon Palin damals will Gingrich sämtliche Ölquellen der USA ausbeuten, darunter in Naturschutzgebieten von Alaska und im Golf von Mexiko.
Außerdem will Gingrich die "Keystone XL"-Ölleitung bauen lassen, die Präsident Barack Obama im November auf Druck von Naturschützern, und wegen politischer Querelen mit den Republikanern, stoppte.
Der Kurs des Außenseiters ist klar: Mit dem Versprechen, die ständig steigenden Benzinpreise zu senken, kämpft Gingrich um dringend benötigte Wähler. Denn sein Stern sinkt unaufhörlich. Dabei klammert er sich an starke Botschaften - die nicht immer die ganze Geschichte erzählen.
Weiterlesen: Angst vor europäischen Preisen.
ssc
Dienstag, 21. Februar 2012
"Euer Land braucht euch", sagt Rick Santorum zu den Studenten der Universität von Georgia. Er spricht ruhig aber eindringlich, die Hände in den Taschen vergraben, wie ein besorgter Vater, der seinen Kindern ins Gewissen redet.
"Die Herausforderung ist nicht so klar", fährt er fort, "anders als der Zweite Weltkrieg, der war ziemlich offensichtlich."
Und dann holt er - allerdings nur gedanklich - ganz weit aus.
Weiterlesen: Wie 2012 zu 1940 wird.
Montag, 20. Februar 2012
Die Richter Ruth Bader Ginsburg und Stephen Breyer bei Obamas Rede zur Page der Nation 2011. (Foto: picture alliance / dpa)
Es ist nicht der erste Hilfeschrei in diesem speziellen Wahlkampf, aber er könnte entscheidend sein. Der Staat Montana will per Gericht die Einflussnahme reicher, anonymer Spender auf den Wahlausgang verhindern. Die nämlich ist seit einer umstrittenen Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in Washington Realität. Der widersprach nun der Entscheidung in Montana - bis auf zwei Richter, die das Gesetz neu verhandeln wollen.
"Citizens United gegen Oberste Wahlbehörde" heißt der Fall, der 2010 juristische Geschichte schrieb. Damals forderte die konservative Polit-Organisation "Citizens United", dass Ausgaben für Wahlkampfwerbung nicht limitiert werden dürfen. Denn das verstoße gegen die Meinungsfreiheit.
Der Bundesstaat Montana wollte das Gesetz dennoch kippen, doch der Oberste Gerichtshof widersprach - bis auf zwei Richter, die nun für eine juristische Sensation sorgen könnten.
Weiterlesen: Clintons Richter proben den Aufstand.
ssc
Montag, 20. Februar 2012
Der erzkonservative US-Präsidentschaftsbewerber Rick Santorum zieht Umfragen zufolge dem bisherigen Favoriten Mitt Romney eindeutig davon. Einer neusten landesweiten Gallup-Umfrage zufolge wollen 36 Prozent der Republikaner, dass der streng-religiöse Ex-Senator Santorum Barack Obama bei den Präsidentenwahlen im November herausfordert.
Nur noch 28 Prozent unterstützen den Multimillionär und ehemaligen Gouverneur Romney. Damit hat Santorum erstmals einen eindeutigen Vorsprung, der außerhalb statistischer Fehlermargen bei Umfragen liegt.
Weiterlesen: Gingrich ist klar abgeschlagen.
In Michigan nehmen sie Romneys sein Nein zur Rettung von GM noch immer übel.(Foto: Reuters)
Sonntag, 19. Februar 2012
Die negative Werbemaschine läuft auf Hochtouren in Michigan, befeuert von Geld und Angstschweiß. Rund 3,2 Million Dollar haben Mitt Romneys Kampagne und die ihn unterstützende Gruppe "Restore our Future" bereits für Werbezeit im Fernsehen ausgegeben, dreimal mehr als Rick Santorum. Doch in den Umfragen führt der konservativen Ex-Senator von Pennsylvania deutlich mit bis zu zehn Prozent vor Romney. Der fürchtet nun bei der Vorwahl am 28. Februar ein Debakel, das ihm vielleicht sogar die Nominierung kosten kann.
Weiterlesen: Romney wird aggressiv, Santorum theologisch und Obama reich.
ssc
Samstag, 18. Februar 2012
Es ist wohl das umstrittenste Ritual hinter den Mauern der Mormonen-Tempel: In einem Wasserbassin, getragen von goldenen Ochsenstatuen, lassen sich regelmäßig Mitglieder der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" taufen - jedoch nicht für sich selbst, sondern als Ersatz für bereits verstorbene Menschen. Getauft wird jeder, unabhängig von Herkunft, Ethnie oder Religion.
Mit der Kandidatur von Mitt Romney hat nun erstmals ein Mormone eine realistische Chance, US-Präsident zu werden. Das Leben des Ex-Gouverneurs wurde bereits von vielen Seiten durchleuchtet - nur Romneys Glaube an die Lehren der Mormonen-Kirche ist bisher kaum mehr als eine Randnotiz gewesen.
Bis sich Elie Wiesel sich zu Wort gemeldet hat. Wiesel, ein Überlebender des Holocaust, Friedensnobelpreisträger und Autor etlicher Bestseller, ist einer von Amerikas anerkanntesten jüdischen Intellektuellen. Er fordert Romney auf, sich gegen die umstrittene Totentaufe auszusprechen. Doch Romney schweigt.
Weiterlesen: Taufe für Holocaust-Opfer und Adolf Hitler.
Freitag, 17. Februar 2012
Obama beim Spendensammeln in San Francisco. (Foto: dpa)
US-Präsident Barack Obama hat im Januar Spenden in Höhe von 29,1 Millionen Dollar (22,1 Millionen Euro) eingesammelt, wie sein Wahlkampfteam über Twitter mitteilte. 98 Prozent der gespendeten Beträge hätten unter 250 Dollar gelegen. Der Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur, Mitt Romney, sammelte nach eigenen Angaben in den letzten drei Monaten von 2011 rund 24 Millionen Dollar ein.
Die Wahl zum US-Präsidenten ist immer auch eine Frage des Geldbeutels der Kandidaten, die überall im Land Fernseh- und Radiospots schalten müssen. Wegen der sogenannten Super-PACs, Political Action Comiiuttees, die Spenden in unbegrenzter Höhe annehmen können, erwarten Experten in diesem Jahr den teuersten Wahlkampf aller Zeiten.
Obama hatte Anfang Februar mitgeteilt, dass er seine Kampagne ebenfalls teilweise über diese umstrittenen Spendenvereine finanzieren werde. Bei der nun veröffentlichen Summe handelte es sich allerdings um Spenden, die direkt an sein Wahlkampfteam geflossen sind.
AFP
Donnerstag, 16. Februar 2012
(Foto: REUTERS)
Ein einzelner US-Amerikaner darf maximal 2500 Dollar für einen politischen Kandidaten spenden. Wenige können sich das leisten, gerade in der Krise. Trotzdem wird der Wahlkampf 2012 wieder Millionen kosten, vor allem Dank zahlungskräftiger Großspender.
Zum Beispiel sogenannte "Bundler": Die umgehen die 2500-Dollar-Grenze für Einzelspenden, indem sie Schecks von vielen Spendern bündeln und den Kampagnen überreichen. Das generiert dann mit einem Schlag große Summen und suggeriert finanzielle Stärke des Kandidaten.
Weiterlesen: Obama hat 444 "Bundler".
ssc
(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 15. Februar 2012
Die Wählerlisten in den USA bedürfen neun Monate vor der Präsidentschaftswahl einer starken Überarbeitung. Wie das unabhängige Pew Center mitteilte, sind 51 Millionen Wahlberechtigte derzeit nicht auf den Wählerlisten verzeichnet. Im Gegenzug stehen dort noch mehr als 1,8 Millionen Personen aufgeführt, die bereits gestorben sind.
Jeder achte Eintrag ins Wählerregister sei fehlerhaft, bemängelten die Experten des Pew Center. Das System von Wählerlisten auf Papier sei "antiquiert" und "von Fehlern durchsetzt".
Rund 2,7 Millionen Wähler seien in mindestens zwei verschiedenen Bundesstaaten registriert. Zum Teil sind die Fehler darauf zurückzuführen, dass die Wählerlisten nach Umzügen der Betroffenen in den vergangenen Jahren nicht aktualisiert wurden.
AFP
Montag, 13. Februar 2012
Der US-Wahlkampf hat zwei Währungen: Die harte ist der Spenden-Dollar, die weiche sind die "Endorsements", also offizielle Bekundungen der Unterstützung für einen Kandidaten. Mitt Romney hat davon bereits viele gehortet, Rick Santorum ebenfalls. Newt Gingrich sammelt hingegen vor allem Ablehnung. Nun ist eine besonders schmerzliche Absage hinzu gekommen.
Die "National Review" hat in ihrer Online-Ausgabe Gingrich den Rückzug aus dem Präsidentschaftswahlkampf geraten. Oder vielmehr: Ihn dazu aufgefordert. "als er in den Umfragen vor Santorum lag, hat er ihm zur Aufgabe geraten", schreibt die "Review". "Er sollte seiner eigenen Argumenten folgen und nun Santorum unterstützen und aussteigen."
Weiterlesen: Die "Review" hat Argumente, Gingrich hat Chuck Norris.
Sonntag, 12. Februar 2012
Mitt Romney bei der CPAC-Konferenz in Washington. (Foto: REUTERS)
Nach drei bitteren Niederlagen gegen Rick Santorum hat Ex-Gouverneur Mitt Romney nun die Vorwahl im US-Staat Maine gewonnen. Romney konnte 39 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Rick Santorum und Newt Gingrich, hatten in dem bevölkerungsmäßig kleinen Bundesstaat kaum Wahlkampf betrieben und waren nur auf die Plätze drei und vier gekommen.
Auf den zweiten Platz kam der Kongressabgeordnete Ron Paul mit 36 Prozent der Stimmen. Für den Libertären ist das jedoch eine Niederlage, er hatte in maine intensiv Wahlkampf betrieben und sich gute Chancen auf den Sieg ausgerechnet. "Heute haben wir eine doppelte Bestätigung dafür bekommen, wie sehr das Establishment [der Republikaner] Ron Paul fürchtet", sagte Pauls Wahlkampfmanager John Tate.
Zuvor hattel Romney bereits die Mini-Wahl der Konservativen-Konferenz "CPAC" in Washington D.C. gewonnen. Er bekam 38 Prozent der Stimmen. Rick Santorum wurde Zweiter mit 31 Prozent, gefolgt von Newt Gingrich mit 15 Prozent und Ron Paul mit 12 Prozent. Paul hatte die Abstimmung der jährlich stattfindenden Konferenz in den letzten beiden Jahren gewonnen, nahm in diesem Jahr aber nicht teil - um sich auf Maine zu konzentrieren.
Weiterlesen: Romneys doppelter Triumph
ssc
Donnerstag, 09. Februar 2012
Szenen vom letzten republikanischen Parteitag: Viel Nationalismus und traditionelle Werte. (Foto: picture-alliance/ dpa)
Das "rote" Amerika ist tief gespalten: Der konservative Rand der Partei kann sich nicht zwischen Newt Gingrich und Rick Sanorum entscheiden, während die Pragmatiker zähneknirschend Romney unterstützen. Santorum gehört der Mittelwesten, Gingrich ist im Süden stark (außer Florida) und Romney siegt im Nordosten. Hält dieser Trend an, könnte es im August eine historische Patt-Situation geben: Erstmals seit 1976 könnte ein Nominierungsparteitag ohne klaren Favoriten beginnen.
Für einige Republikaner ist das ein Horrorszenario, für andere nicht die schlechtes Lösung: Eine Kampfabstimmung auf dem Nominierungsparteitag im August wäre der ideale Moment für politische Deals - und die Chance für einen bisher unbekannten Kandidaten.
Weiterlesen: Königsmacher im Hinterzimmer und der "Dark Horse"-Kandidat.
ssc
Mittwoch, 08. Februar 2012
Auf den ersten Blick scheint der Dreifachsieg des christlich-konservativen Ex-Senators Rick Santorum in den Bundesstaaten Colorado, Minnesota und Missouri ein "Durchbruch" zu sein: Die Vorwahlen der Republikaner werden nicht mehr nur zwischen Mitt Romney und Newt Gingrich, sondern zwischen den drei erfolgreichsten Kandidaten entschieden.
Santorum jedenfalls kostete seinen Sieg aus. "Ich stehe hier nicht, um mich als konservative Alternative zu Mitt Romney darzustellen", sagte er in seiner Siegesrede. "Ich stehe hier, um die konservative Alternative zu Barack Obama zu sein."
Die konservative Alternative, das war bislang vor allem Gingrich. Allerdings ändert Santorums Sieg nichts daran, dass Romney weiterhin die besten Chancen hat, am Ende gegen Barack Obama anzutreten.
Weiterlesen: "Rick Santorum ist genau der Typ, der Romney zu sein vorgibt!"
hvo
Mittwoch, 08. Februar 2012
Der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum hat auch die Vorwahlen der Republikaner im US-Bundesstaat Colorado für sich entschieden. Das sagte der Chef der Partei in dem Bundesstaat, Ryan Call, dem US-Nachrichtensender CNN. Santorum kam demnach auf 40 Prozent der Stimmen und landete damit klar vor dem Favoriten im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, Mitt Romney. Der frühere Gouverneur von Massachusetts erhielt knapp 35 Prozent der Stimmen.
Newt Gingrich erhielt knapp 13 Prozent der Stimmen, der texanische Senator Ron Paul knapp 12 Prozent. Santorum entschied damit alle drei am Dienstag abgehaltenen Vorwahlen für sich - neben Colorado wurde auch in Minnesota und Missouri abgestimmt. Bei allen drei Vorwahlen ist der Ausgang zwar nicht bindend für die Verteilung der Delegiertenstimmen. Mit seinen drei Siegen hat Santorum allerdings Gingrich den Rang als aussichtsreichster Romney-Rivale streitig gemacht.
Weiterlesen: Siege in Minnesota, Missouri und Colorado
AFP
Obama braucht mehr Geld für seinen Wahlkampf.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 07. Februar 2012
Es ist ein vielsagender Sinneswandel: Weil die Republikaner erfolgreich mit "Political Action Committees" (PAC) Spenden sammeln und Wahlkampf machen, will sich US-Präsident Barack Obama nun auch dieses Mittels bedienen. "Wir müssen uns der Realität, wie sie das Gesetz schreibt, stellen", erklärt Wahlkampfmanager Jim Messina in einer aktuellen Botschaft an Unterstützer. Und entschuldigend fügt er hinzu: "Wir werden nicht nach zweierlei Regeln spielen."
Die Pacs galten bisher als die größte Bedrohung für die Wiederwahl des Präsidenten. Die schattenhaften Organisationen werden häufig von ehemaligen Mitarbeitern der Kandidaten geführt und sind gigantische Spendensammler, die unbegrenzt viel Geld in die Wahl stecken dürfen. Einzige Auflage: Sie dürfen sich nicht mit den Kampagnen der Kandidaten absprechen – was jedoch kaum nötig ist, schließlich steht man auf derselben Seite. Es ist ein politisches Machtinstrument, dass vor allem die Republikaner glänzend beherrschen. Vor allem Mitt Romney profitiert von dieser Dollar-Flut. Der ihm nahestehende PAC "Restore Our Future" hat 2011 über 30 Millionen Dollar eingesammelt und für Werbung in Romneys Sinne ausgegeben.
Die Republikaner kritisierten nun den Schritt der Demokraten: "Unverschämt zynisch" sei Obamas Sinneswandel, sagte ein Sprecher der konservativen Lobbygruppe "American Crossroads". Die wird übrigens von Karl Rove, dem Ex-Berater von George W. Bush, geführt – und hat allein 2011 bereits 18 Millionen Dollar Spenden für die Republikaner gesammelt.
Weiterlesen: Obamas Angst vor dem republikanischem Dollar-Tsunami
ssc
10.02.12
Bevor Newt Gingrich Präsident der USA werden kann, muss er erst einmal an seiner eigenen Partei vorbei. Denn in der hat er gleich mehrere mächtige Gegner. Das republikanische Establishment erinnert sich nur zu deutlich an Gingrichs Zeit im Kongress.
Dienstag, 07. Februar 2012
Aus der Familie eines in den USA gesuchten mexikanischen Casino-Bosses sind Spendenbeträge an das Wahlkampfteam von Präsident Barack Obama geflossen. Wie die "New York Times" berichtete, sammelten zwei Brüder des berüchtigten Casino-Betreibers Juan Jose Cardona alias Pepe mehrere Hunderttausend Dollar für den Wahlkampf Obamas und seine Demokratische Partei. Das Wahlkampfbüro des Präsidenten bestätigte der Zeitung, dass das von der Cardona-Familie gesammelte Geld zurückgezahlt werde, insgesamt mehr als 200.000 Dollar (etwa 152.000 Euro). Von dem Bruder in Mexiko habe man nichts gewusst, hieß es.
Pikant ist der Fall auch deshalb, weil der im Zusammenhang mit Betrugs- und Drogendelikten aus den USA geflohene Cardona dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren mehrfach versucht hat, eine Begnadigung zu erreichen, um wieder zurückkehren zu können.
Der in Mexiko geborene Pepe Cardona sei als eines von neun Kindern mexikanischer Eltern im US-Staat Iowa aufgewachsen. 1992 wurde er dort laut "New York Times" wegen Betrugs zu fünf Jahren Haft verurteilt. Noch während des Berufungsverfahrens sei er wegen Marihuana-Schmuggels festgenommen worden, wozu er sich 1994 auch schuldig bekannt habe. Auf Kaution frei, sei er dann untergetaucht und nach Mexiko geflohen, wo er zu einem führenden Casino-Betreiber aufgestiegen sei, der auch mit Gewalt und Korruption in Verbindung gebracht werde.
ppo/dpa
Montag, 06. Februar 2012
Obama hat zurzeit in Umfragen einen klaren Vorsprung vor möglichen Kandidaten der Republikaner. (Foto: dpa)
US-Präsident Barack Obama hat erstmals gegenüber seinen potenziellen republikanischen Herausforderern in Wahl-Umfragen zugelegt. Einer Erhebung der Washington Post und von ABC News zufolge würde Obama gegenwärtig 51 Prozent der Stimmen und der führende Republikaner Mitt Romney 45 Prozent erhalten. Noch deutlicher war der Vorsprung zu Newt Gingrich mit 54 zu 43 Prozent. Als ein Grund für Obamas besseres Abschneiden gelten ermutigende Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten.
Jeder zweite US-Bürger ist der Umfrage zufolge mit Obamas Arbeit zufrieden. Unter Wechselwählern liegt die Zustimmungsrate mit 47 Prozent etwas niedriger, die Werte sind aber deutlich besser als vor einigen Monaten. Zwischenzeitlich war der Präsident in der Gunst dieser wahlentscheidenden Gruppe auf bis zu 34 Prozent abgesackt. Meinungsforscher sehen Zustimmungswerte von 50 Prozent oder besser als wichtiges Zeichen dafür, ob sich ein Präsident Hoffnungen auf eine zweite Amtszeit machen kann.
Weiterlesen: Obama wird wieder beliebter
AFP/rts
Montag, 06. Februar 2012
Die größte Überraschung beim Super Bowl ist nicht das Ergebnis, sondern ein Werbespot: Clint Eastwoood und Chrysler übermitteln einem Millionenpublikum eine emotionale Botschaft, die ganz im Sinne von Präsident Obama ist, der sich um eine zweite Amtszeit bemüht.
"Es ist Halbzeit in Amerika", stellt Hollywood-Legende Eastwood in dem Spot fest, der in der Halbzeit des Endspiels ausgestrahlt wird. "Menschen sind arbeitslos und leiden. Und sie fragen sich, wie ihnen ein Comeback gelingen kann." Die Antwort könne Detroit geben.
Die US-Rezession hatte die Autokonzerne Chrysler und General Motors in die Pleite getrieben. Sie überlebten nur dank milliardenschwerer Staatshilfen der Obama-Administration.
Weiterlesen: "Die Welt wird das Röhren unserer Motoren hören", sagt Eastwood.
jga
Sonntag, 05. Februar 2012
Seltene Einmütigkeit: So lange Santorum (li.) und Gingrich (re.) im Rennen bleiben, freut sich Romney. (Foto: REUTERS)
"Ich glaube, dass eine großer Mehrheit der Republikaner im Land eine Alternative zum Moderaten aus Massachusetts wollen", sagte Gingrich am Wahlabend in Nevada. Gemeint war Mitt Romney, den Gingrich als "pro Waffenkontrolle, pro Abtreibung, pro Steuererhöhung" bezeichnet, ohne ihn beim Namen zu nennen. "Diese Debatte wird noch lange weitergehen", fügte der ihm typischen Selbstsicherheit hinzu, deswegen bleibe er im Rennen. Da stand Gingrichs Niederlage in Nevada allerdings bereits fest, und mit jeder Stunde, die im Glücksspielstaat weitere Stimmen ausgezählt werden, wird klar: Er hat recht - nur nicht so, wie er es sich vorstellt.
Gingrich kommt in Nevada voraussichtlich auf rund 26 Prozent der Stimmen. Rick Santorum, der in Nevada kaum Wahlkampf betrieben hatte, erhält rund 13 Prozent. Und beide finden die meiste Unterstützung bei streng konservativen Republikanern. Das zeigen Umfragen unter Wählern ab Tag der Stimmenabgabe, wie sie zum Beispiel die "New York Times" durchführt.
Weiterlesen: Wie Santorum und Gingrich das Anti-Romney-Lager unter sich aufteilen.
ssc
Samstag, 04. Februar 2012
Nevada eröffnet den Wahl-Februar, und Mitt Romney kann mit einem Sieg rechnen. (Foto: REUTERS)
Die Vorwahlen zur Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner werden heute in Nevada fortgesetzt. Nach jüngsten Umfragen liegt der Ex-Gouverneur Mitt Romney in dem Bundesstaat weit vor seinem ärgsten Kontrahenten Newt Gingrich. Auch dem ehemaligen Senator Rick Santorum und dem Abgeordneten Ron Paul wurden zuletzt keinerlei Siegchancen eingeräumt.
Romneys gute Chancen in Nevada basieren auch auf dem "Mormonen-Bonus": Im Wüstenstaat leben rund 5 Prozent aller amerikanischen Mormonen. Vor vier Jahren, als sich der Ex-Gouverneur bereits erfolglos um die Kandidatur bemüht hatte, bekannten sich gut ein Viertel der Caucus-Teilnehmer zu der christlichen Glaubensgemeinschaft - und diese stimmten dann zu 95 Prozent für ihren Glaubensbruder Romney.
Weiterlesen: Gingrich steht harter Februar bevor.
ssc/dpa/rtr/afp
Donnerstag, 02. Februar 2012
Immobilien-Tycoon Donald Trump hat seine Unterstützung für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney erklärt. Ursprünglich hatte der 65-jährige Multimilliardär selbst mit einer Kandidatur kokettiert.
"Ich habe die Ehre und das Privileg, meine Unterstützung für Mitt Romney bekanntzugeben", sagte Trump bei einem kurzen Auftritt mit Romney in einem Trump-Hotel in Las Vegas. Romney werde "nicht zulassen, dass diesem Land, das wir alle lieben, immer weiter schlechte Dinge passieren".
"Danke, Donald", sagte Romney."Es gibt Dinge, von denen man denkt, dass sie niemals im Leben passieren würden." Noch am Montag hatte Trump in einem Interview gesagt, er wisse nicht, wenn er unterstützen solle, Romney oder dessen schärfsten Rivalen Newt Gingrich. "Ich mag beide", sagte der skurrile Gastgeber einer Reality-Show im US-Fernsehen. "Sie wollen beide meine Unterstützung."
Die Unterstützung für Romney kommt eher überraschend. Die US-Medien waren davon ausgegangen, dass Trump sich hinter Gingrich stellen würde. Noch ist unklar, ob die Unterstützung gut für Romney ist. Eine Umfrage des konservativen Senders Fox News ergab, dass Trump einem Kandidaten eher schaden als nutzen würde.
hvo/dpa
Donnerstag, 02. Februar 2012
US-Präsident Barack Obama hat seine Forderung nach höheren Steuern für Reiche mit einer religiösen Begründung untermauert. Eine stärkere finanzielle Beteiligung der Topverdiener an der Bewältigung der Krise sei nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sagte Obama bei einer politisch-religiösen Veranstaltung in Washington. "Für mich als Christen stimmt es auch mit den Lehren von Jesus überein, wonach von denjenigen, denen viel gegeben wurde, auch viel verlangt werden sollte."
Obama sprach beim traditionellen Nationalen Gebetsfrühstück, das jedes Jahr von einer christlich-konservativen Organisation veranstaltet wird. Der Präsident sagte, er glaube an das göttliche Gebot, seinen Nächsten genauso zu lieben wie sich selbst. In einer Zeit enormer Defizite sei es daher schwer, von Rentnern oder Familien der Mittelschicht zu verlangen, die Last alleine zu tragen. Obama zitierte auch Passagen aus dem Johannes-Evangelium: "Johannes sagt uns, dass falls jemand materiellen Besitz hat und einen bedürftigen Bruder sieht und kein Mitleid mit ihm hat, wie kann die Liebe Gottes mit ihm sein?"
AFP
Donnerstag, 02. Februar 2012
Michelle Bachmann will zurück in den US-Kongress. (Foto: picture alliance / dpa)
Sie ist zurück - wenn auch eine Etage tiefer im amerikanischen Polit-Zirkus. Michelle Bachmann hat nach dem frühen Ende ihrer Präsidentschaftskandidatur ein neues, etwas leichter zu erreichendes Ziel gefunden. "Ich gebe hiermit bekannt", schrieb sie am Donnerstag in einer Email an Unterstützer, "dass ich mich in Minnesota um die Wiederwahl zum US-Kongress bewerben werde".
Sie sei nicht zum Rennen um das Weiße Haus angetreten, um "Profit daraus zu schlagen oder die politische Karriereleiter zu erklimmen". Vielmehr ging es ihr um eine Sache: Barack Obama zu stoppen. Und sie ist sichtlich zufrieden mit sich selbst. "Um ehrlich zu sein, meine Freunde, wäre ich nicht Teil der Debatte geworden, wäre unsere Meinung nicht so laut und stark vertreten gewesen."
Nun will Bachmann also zurück zum US-Kongress, wo sie seit 2008 Mitglied ist. Ihre politischen Ziele nimmt sie jedoch vom einen zum anderen Wahlkampf mit: Obamas Gesundheitsreform und die Regulierung der Wall Street müssten abgeschafft werden, so die Vorzeigepolitikerin der Tea Party.
Allerdings geht Bachmann mit einigem Gepäck in ihre Wiederwahlkampagne. Wie Dokumente der US-Wahlbehörde zeigen, beendete sie ihre Bewerbung für das Präsidentenamt mit rund einer Million Dollar Schulden.
ssc
Donnerstag, 02. Februar 2012
Bis zum November rollt die Wahlkampfmaschine noch durch das Land. (Foto: picture alliance / dpa)
Rasanter Auftakt des Wahlmarathons: Erst 135 Delegierte sind vergeben für den republikanischen Parteitag im August, also nur knapp 6 Prozent der insgesamt 2286 stimmberechtigten Teilnehmer. Trotzdem lassen sich schon jetzt erste Erkenntnisse ziehen.
Denn der Januar 2012 wird auf jeden Fall ein größeres Kapitel in den Geschichtsbüchern zur amerikanischen Demokratie bekommen. "Super PACs", eine gespaltene republikanische Partei und jede Menge negative Wahlkampfwerbung werden dabei wohl den meisten Platz einnehmen.
Weiterlesen: Die Macht der PAC-Dollars, die Wucht von Gingrichs Zorn, und die Wahrheit hinter den Zahlen.
ssc
Mittwoch, 01. Februar 2012
Romney lässt sich in Florida feiern. (Foto: dpa)
Mitt Romney hat die Vorwahl in Florida mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Mit 46 Prozent der Stimmen liegt er klar vor seinem größten Konkurrenten, Newt Gingrich, der nur auf 32 Prozent kommt. Ex-Senator Rick Santorum folgt mit 13 Prozent, Ron Paul erhielt 7 Prozent.
Der Vorwahlmodus in Florida sieht vor, dass der Gewinner alle 50 Delegiertenstimmen des "Sunshine State" erhält. Romney kommt nun auf 71 Delegierte, gefolgt von Gingrich mit 23, Santorum mit 13 und Paul mit 3. Für die Nominierung werden jedoch 1144 Delegiertenstimmen benötigt - der Weg dorthin ist also noch weit.
Das ließ auch Newt Gingrich nicht unerwähnt, der in einer Rede am Wahlabend auf die "nächsten 46 Bundesstaaten" verwies, in denen er noch antreten wolle. Er interpretierte das Ergebnis als Zeichen dafür, dass es nun ein "Zwei-Mann-Rennen zwischen dem konservativen Anführer Newt Gingrich und dem Moderaten aus Massachusetts" sei.
Gingrichs Ton reflektierte dabei die Härte des bisherigen Wahlkampfes: Die eigentlich übliche Gratulation für den Sieger blieb aus. Stattdessen malte der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses ein schwarzes Zukunftsszenario: "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie radikal Obama in einer zweiten Amtszeit wäre."
Mitt Romney bekam bei fast allen Wählergruppen den meiste Zuspruch. Bei den in Florida besonders stark vertretenen Latinos gewann er 54 Prozent der Stimmen, und auch bei Frauen lag er mit 52 Prozent der Stimmen deutlich vor seinen Rivalen. Nur bei Ultra-Konservativen un d Tea-Party-Anhängern holte Gingrich die Mehrheit - ein Trend, der die republikanische Partei in diesem Wahlkampf spalten könnte.
Die nächste Abstimmung ist in Nevada am 4. Februar.
ssc
Dienstag, 31. Januar 2012
Tochter Isabella war 2011 dabei, als Rick Santorum seine Kandidatur bekannt gab. (Foto: REUTERS)
Manchmal gibt es Wichtigeres, als Präsident der USA werden zu wollen. Rick Santorum findet das gerade heraus: Seine jüngste Tochter Isabella liegt zurzeit mit einer schweren Lungenentzündung auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Philadelphia.
Für die Dreijährige ist die Diagnose besonders dramatisch: Sie leidet am genetisch bedingten Edwards-Syndrom, auch Trisomie 18 genannt, das bisher als unheilbar gilt und in den meisten Fällen zu einem frühen Tod führt. Die Generkrankung tritt besonders bei Kindern auf, die von älteren Müttern geboren wurden. Bella kam 2008 auf die Welt, da war Karen Santorum 48 Jahre alt.
Bereits am Freitag wurde Isabella eingewiesen, für die Santorums folgte eine "sehr, sehr schwere Nacht", so der Ex-Senator. Seine Wahlkampftermine in Florida sagte er zwischenzeitlich ab, versprach ab, zurückzukehren. Über Twitter dankte er Rick Perry, Mitt Romney, Sarah Palin und "vielen Anderen" für ihre Gebete zur Genesung seiner Tochter. Newt Gingrich und Ron Paul wurden nicht erwähnt. Beide Kandidaten haben sich nicht zu Isabella Santorum geäußert.
Inzwischen soll sich der Zustand des Kindes stabilisiert haben. "Sie hat eine wundersame Kehrtwende gemacht", sagte Santorum in einem Telefonat mit Wählern in Florida. Ob er seine Kampagne wohlmöglich beendet, falls es Isabella wieder schlechter gehen sollte, sagte er nicht.
Die Santorums sind eine leidgeprüfte Familie: 1996 erlitt Karen Santorum eine Fehlgeburt. Rick Santorum nahm daraufhin das tote Kind für eine Nacht mit nach Hause und stellte es den übrigen Kindern als "euer Bruder Gabriel" vor.
ssc
Dienstag, 31. Januar 2012
Dem US-Präsidentschaftsbewerber Newt Gingrich steht juristischer Ärger ins Haus, weil er mit der Titelmelodie des Boxfilms "Rocky III" für sich geworben hat. Kurz vor der wichtigen Vorwahl im Bundesstaat Florida verklagten die Rechteinhaber des Liedes "Eye of the Tiger" den republikanischen Politiker wegen Verletzung des Urheberrechts vor einem Gericht in Illinois.
Gingrich habe mit Vorsatz gehandelt, weil er als Politiker gute Kenntnisse des Rechts an Titeln habe, argumentierte die klagende Firma Rude Music Inc. Rude Music gehört Frank Sullivan, der das mit einem Grammy ausgezeichnete Lied mitverfasst hat. Sullivan fordert von Gingrich Schadenersatz und den Verzicht auf eine Verwendung des Titels.
rts
Der Libertäre Ron Paul ist die Hoffnung einer kleinen aber lautstarken Randgruppe.(Foto: Reuters)
Montag, 30. Januar 2012
Seine Fans sind enthusiastischer und loyaler als die von Barack Obama. Er hat fast drei Mal so viel Spenden eingenommen wie Newt Gingrich und Rick Santorum - zusammengenommen, wohlgemerkt. Und wenn es 2012 nur um Steuerpolitik und Schuldenabbau ginge, er wäre der sichere Kandidat der Republikaner.
Trotzdem wird Ron Paul nicht der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden. Das ist so sicher wie der Fakt, dass Barack Obamas Geburtsurkunde in Hawaii ausgestellt wurde.
Weiterlesen: Er verspricht individuelle Freiheit und hinterfragt amerikanisches Großmachtdenken.
ssc
Montag, 30. Januar 2012
Ein führender Vertreter der US-Republikaner hat mit dem Vergleich von Präsident Barack Obama mit dem Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" für Empörung gesorgt. So wie Kapitän Francesco Schettino in Italien verlasse Obama "das Schiff hier in den Vereinigten Staaten", sagte Reince Priebus dem Sender CBS. Er sei "mehr daran interessiert, Wahlkampf zu machen, als seinen Job als Präsident". Die Demokraten bezeichneten den Vergleich als "schändlich". Im US-Bundesstaat Florida finden am Dienstag die wichtigen Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner statt. Im Wahlkampf liefern sich die Bewerber der Republikaner einen harten Schlagabtausch, greifen aber auch immer wieder Obama an.
AFP
Sonntag, 29. Januar 2012
Herman Cain hält noch zu ihm - ausgerechnet Cain. Der Pizza-Pate, Tea-Party-Liebling und an Vorwürfen sexueller Belästigung gescheiterte Ex-Präsidentschaftskandidat Cain stellte sich in dieser Woche demonstrativ hinter Newt Gingrich. Eine zweischneidige Hilfe, schließlich erinnerte sie daran, dass auch Gingrich es mit der ehelichen Treue nicht immer ganz genau nahm.
Sarah Palin verteidigte Gingrich am Samstag gegen den Vorwurf, er sei kein Fan des beliebten Ronald Reagan gewesen. Eine "stalinistische Umschreibung der Geschichte" sei das, klagte Palin an - wohlgemerkt, die Kritik richtete sich nicht gegen die Demokraten, sondern gegen ihre eigene Partei, die Republikaner.
Denn die geht nach Gingrichs Sieg in South Carolina offenbar in die Anti-Newt-Offensive.
Weiterlesen: Wie Romney Gingrich überholte.
ssc
Donnerstag, 26. Januar 2012
Sheldon Adelson ist Gingrichs wichtigster Spender. (Foto: REUTERS)
Nun ist klar, wovon Newt Gingrich träumt: vom Mond. Dort will der Republikaner bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit als Präsident im Jahre 2020 eine US-amerikanische Basis errichten – so er denn gewählt wird, woran Gingrich bei seiner Weltraum-Rede in Florida keinen Zweifel ließ. Wie er das bezahlen will, sagte Gingrich nicht, stattdessen machte er nur vage Andeutungen über den "privaten Sektor". Dabei könnte sich einer seiner Unterstützer den Mond-Trip schon jetzt leisten: Sheldon Adelson.
Ohne den Milliardär, der sein Geld mit Kasinos in Las Vegas gemacht hat, wäre Gingrich vielleicht gar nicht mehr im Rennen. Kurz nach der Vorwahl in Iowa lag seine Kampagne am Boden, erdrückt vom Gewicht negativer Wahlkampfwerbung aus dem Romney-Lager. Doch dann kam Adelson: Mit fünf Millionen Dollar half er dem Super-PAC "Winning our Future", der wiederum Gingrich unterstützt. Das Geld durfte nicht direkt an Gingrich gehen, denn die Millionen waren weit mehr, als Adelson legal hätte spenden dürfen. Die Geld-Infusion für den Super-PAC, der hingegen offiziell unabhängig ist, machte pro-Gingrich-Werbung in New Hampshire und South Carolina – und negative Werbung gegen Romney.
Heute ist der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses wieder ernsthafter Herausforderer von Spitzenreiter Mitt Romney – und abhängig von Adelsons Millionen.
Weiterlesen: Wie der Kasino-Mann die Gingrich-Kampagne unterstützt.
ssc
Mittwoch, 25. Januar 2012
Nun ist klar, wovon Newt Gingrich träumt: vom Mond. Dort will der Republikaner bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit als Präsident im Jahre 2020 eine US-amerikanische Basis errichten – so er denn gewählt wird, woran Gingrich bei seiner Weltraum-Rede in Florida keinen Zweifel ließ. Wie er das bezahlen will, sagte Gingrich nicht, stattdessen machte er nur vage Andeutungen über den "privaten Sektor". Dabei könnte sich einer seiner Unterstützer den Mond-Trip schon jetzt leisten: Sheldon Adelson.
Ohne den Milliardär, der sein Geld mit Kasinos in Las Vegas gemacht hat, wäre Gingrich vielleicht gar nicht mehr im Rennen. Kurz nach der Vorwahl in Iowa lag seine Kampagne am Boden, erdrückt vom Gewicht negativer Wahlkampfwerbung aus dem Romney-Lager. Doch dann kam Adelson: Mit fünf Millionen Dollar half er dem Super-PAC "Winning our Future", der wiederum Gingrich unterstützt. Das Geld durfte nicht direkt an Gingrich gehen, denn die Millionen waren weit mehr, als Adelson legal hätte spenden dürfen. Die Geld-Infusion für den Super-PAC, der hingegen offiziell unabhängig ist, machte pro-Gingrich-Werbung in New Hampshire und South Carolina – und negative Werbung gegen Romney.
Heute ist der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses wieder ernsthafter Herausforderer von Spitzenreiter Mitt Romney – und abhängig von Adelsons Millionen.
Anfang der Woche spendete der Milliardär erneut fünf Millionen Dollar. Offenbar glaubt Adelson an Gingrichs Chancen im Wahlkampf, nachdem dieser klar in South Carolina gesiegt hat. "So lange Newt im Rennen ist, unterstützen wir ihn", zitierte die Tageszeitung "New York Times" einen Vertrauten von Adelson. Doch wer ist der mysteriöse Mann hinter dem Gingrich-Boom?
Adelson und Gingrich verbindet eine jahrelange Freundschaft. Die beiden kamen erstmals in den 90er-Jahren während eines Gewerkschaftsstreits in Nevada zusammen. Damals wechselte Adelson vom demokratischen ins republikanische Lager. Der 78-Jährige ist heute der Besitzer des berühmten Kasino-Hotels "The Venetian" in Las Vegas, das er auf die Ruinen des 1996 gesprengten Kasinos "Sands" baute - der Ort, wo einst Frank Sinatra auftrat, Elvis Presley erstmals den Song "Hound Dog" hörte und 1960 der erste "Ocean's Eleven"-Film gedreht wurde. Mit geschätzten 21 Milliarden Dollar ist Adelson laut "Forbes Magazine" die Nummer acht der reichsten US-Amerikaner – ein Platz hinter George Soros, dem finanzkräftigsten Unterstützer der Demokraten. Das meiste Geld macht Adelson heute in Asien, vor allem in Singapur, wo er mehrere Hotels und Kasinos besitzt.
Mitt Romney
Einnahmen: 32,2 Millionen
Ausgaben: 17,6 Millionen
In der Kasse: 14,7 Millionen
Newt Gingrich
Einnahmen: 2,9 Millionen
Ausgaben: 2,5 Millionen
In der Kasse: 353.000
Rick Santorum
Einnahmen: 1,3 Millionen
Ausgaben: 1,1 Millionen
In der Kasse: 190.000
Ron Paul
Einnahmen: 12,6 Millionen
Ausgaben: 8,9 Millionen
In der Kasse: 3,7 Millionen
---
Barack Obama
Einnahmen: 86,2 Millionen
Ausgaben: 27,1 Millionen
In der Kasse: 61,4 Millionen
Stand: Oktober 2010, Alle Angaben gerundet und in Dollar
Quelle: Open Secrets (unabhängiges Forschungsinstitut für Geldströme in der US-Politik)
Der Sohn osteuropäischer Juden wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Boston auf. Die Universität in New York besuchte er nur kurz und ging ab ohne Abschluss. Stattdessen wurde er zum "self made man" und lebte den Amerikanischen Traum: vom Verkäufer für Toilettenartikel zum Multimilliardär. Er gründete Amerikas wichtigste Computer Messe der 80er und 90 er Jahre, die COMDEX. Danach ging er nach Las Vegas und nahm die Stadt im Sturm. Heute ist Adelson einer der wichtigsten Männer im US-Spielerparadies.
Adelsons Wort hat jedoch nicht nur in den USA Einfluss, er hat auch in Israel ein Wörtchen mitzureden. Als glühender Unterstützer des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu lehnt er die Zwei-Staaten-Lösung ab. Er gilt als Falke in der Nahost-Politik und vertritt einen harten Kurs gegenüber den Palästinensern, deren Wunsch nach Unabhängigkeit Adelson ablehnt. Laut einem Bericht des seriösen Magazins "New Yorker" gehörte Adelson einst zu den größten Spendern der jüdischen Lobbygruppe "AIPAC", die unter anderem Reisen von Kongressabgeordneten nach Israel zahlt. Reden vor der AIPAC gelten selbst für US-Präsidenten zum Pflichtprogramm. Allerdings soll sich das Verhältnis von Adelson und AIPAC abgekühlt haben, nachdem die Gruppe 2007 mehr Wirtschaftshilfe für die Palästinenser gefordert hatte.
Beide Männer verbindet eine deutlich pro-israelische Einstellung in Sachen Naher Osten. Gingrich hatte im Wahlkampf für Aufsehen gesorgt, als er im Dezember 2011 die Palästinenser als "erfundenes Volk" bezeichnete. Wenige Wochen später schrieb Adelson seinen ersten Scheck. Eine israelische Tageszeitung, die Adelson besitzt, druckte auch schon mal ganzseitige Werbung mit Gingrich als Freund Israels und Feind des Irans.
In Florida, wo Ende Januar die nächste Vorwahl stattfindet, dürfte Gingrich gleich doppelt von Adelsons Unterstützung profitieren. Im Bundesstaat an der US-amerikanischen Ostküste leben viele Juden, deren Stimmen Gingrich mit seiner harten Haltung gegenüber den Palästinensern leichter gewinnen wird als der eher moderate Mitt Romney.
Allerdings könnte Adelson auch zu Gingrichs Problem werden. Mit seinen Spenden an den schattenhaften Super-PAC "Winning our Future", der unter anderem den kontroversen Anti-Romney-Film "King of Bain" veröffentlichte, steht Adelson für eines der großen Probleme des Wahlkampfes 2012: Unbegrenzte Zahlungen von Großspendern, die den demokratischen Prozess zu ihren Gunsten regelrecht aufkaufen. Verantwortlich dafür ist die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes im Fall "Citizens United". Danach waren anonymen Spendern wie Adelson Tür und Tor geöffnet: Sie können Millionen in den Wahlkampf pumpen, ohne wirklich darüber Auskunft geben zu müssen.
Außerdem wird sich Gingrich in der Israel-Frage als Hardliner profilieren müssen, um weiter in den Genuss von Adelsons Millionen zu kommen. Das jedoch legt ihn in der Diskussion über den Friedensprozess fest – vielleicht ein Nachteil bei Wechselwählern, die eher ein baldiges Ende des Nahost-Konfliktes herbei sehnen.
Gingrich ist von Adelson noch abhängiger als es Obama, Romney oder Santorum von ihren Großspendern sind. Das macht ihn auch angreifbar.
10.02.12
Bevor Newt Gingrich Präsident der USA werden kann, muss er erst einmal an seiner eigenen Partei vorbei. Denn in der hat er gleich mehrere mächtige Gegner. Das republikanische Establishment erinnert sich nur zu deutlich an Gingrichs Zeit im Kongress.
Mitt Romney und Newt Gingrich bei der ersten TV-Debatte in Florida.(Foto: AP)
Dienstag, 24. Januar 2012
Nun ist klar, wovon Newt Gingrich träumt: vom Mond. Dort will der Republikaner bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit als Präsident im Jahre 2020 eine US-amerikanische Basis errichten – so er denn gewählt wird, woran Gingrich bei seiner Weltraum-Rede in Florida keinen Zweifel ließ. Wie er das bezahlen will, sagte Gingrich nicht, stattdessen machte er nur vage Andeutungen über den "privaten Sektor". Dabei könnte sich einer seiner Unterstützer den Mond-Trip schon jetzt leisten: Sheldon Adelson.
Ohne den Milliardär, der sein Geld mit Kasinos in Las Vegas gemacht hat, wäre Gingrich vielleicht gar nicht mehr im Rennen. Kurz nach der Vorwahl in Iowa lag seine Kampagne am Boden, erdrückt vom Gewicht negativer Wahlkampfwerbung aus dem Romney-Lager. Doch dann kam Adelson: Mit fünf Millionen Dollar half er dem Super-PAC "Winning our Future", der wiederum Gingrich unterstützt. Das Geld durfte nicht direkt an Gingrich gehen, denn die Millionen waren weit mehr, als Adelson legal hätte spenden dürfen. Die Geld-Infusion für den Super-PAC, der hingegen offiziell unabhängig ist, machte pro-Gingrich-Werbung in New Hampshire und South Carolina – und negative Werbung gegen Romney.
Heute ist der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses wieder ernsthafter Herausforderer von Spitzenreiter Mitt Romney – und abhängig von Adelsons Millionen.
Anfang der Woche spendete der Milliardär erneut fünf Millionen Dollar. Offenbar glaubt Adelson an Gingrichs Chancen im Wahlkampf, nachdem dieser klar in South Carolina gesiegt hat. "So lange Newt im Rennen ist, unterstützen wir ihn", zitierte die Tageszeitung "New York Times" einen Vertrauten von Adelson. Doch wer ist der mysteriöse Mann hinter dem Gingrich-Boom?
Adelson und Gingrich verbindet eine jahrelange Freundschaft. Die beiden kamen erstmals in den 90er-Jahren während eines Gewerkschaftsstreits in Nevada zusammen. Damals wechselte Adelson vom demokratischen ins republikanische Lager. Der 78-Jährige ist heute der Besitzer des berühmten Kasino-Hotels "The Venetian" in Las Vegas, das er auf die Ruinen des 1996 gesprengten Kasinos "Sands" baute - der Ort, wo einst Frank Sinatra auftrat, Elvis Presley erstmals den Song "Hound Dog" hörte und 1960 der erste "Ocean's Eleven"-Film gedreht wurde. Mit geschätzten 21 Milliarden Dollar ist Adelson laut "Forbes Magazine" die Nummer acht der reichsten US-Amerikaner – ein Platz hinter George Soros, dem finanzkräftigsten Unterstützer der Demokraten. Das meiste Geld macht Adelson heute in Asien, vor allem in Singapur, wo er mehrere Hotels und Kasinos besitzt.
Mitt Romney
Einnahmen: 32,2 Millionen
Ausgaben: 17,6 Millionen
In der Kasse: 14,7 Millionen
Newt Gingrich
Einnahmen: 2,9 Millionen
Ausgaben: 2,5 Millionen
In der Kasse: 353.000
Rick Santorum
Einnahmen: 1,3 Millionen
Ausgaben: 1,1 Millionen
In der Kasse: 190.000
Ron Paul
Einnahmen: 12,6 Millionen
Ausgaben: 8,9 Millionen
In der Kasse: 3,7 Millionen
---
Barack Obama
Einnahmen: 86,2 Millionen
Ausgaben: 27,1 Millionen
In der Kasse: 61,4 Millionen
Stand: Oktober 2010, Alle Angaben gerundet und in Dollar
Quelle: Open Secrets (unabhängiges Forschungsinstitut für Geldströme in der US-Politik)
Der Sohn osteuropäischer Juden wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Boston auf. Die Universität in New York besuchte er nur kurz und ging ab ohne Abschluss. Stattdessen wurde er zum "self made man" und lebte den Amerikanischen Traum: vom Verkäufer für Toilettenartikel zum Multimilliardär. Er gründete Amerikas wichtigste Computer Messe der 80er und 90 er Jahre, die COMDEX. Danach ging er nach Las Vegas und nahm die Stadt im Sturm. Heute ist Adelson einer der wichtigsten Männer im US-Spielerparadies.
Adelsons Wort hat jedoch nicht nur in den USA Einfluss, er hat auch in Israel ein Wörtchen mitzureden. Als glühender Unterstützer des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu lehnt er die Zwei-Staaten-Lösung ab. Er gilt als Falke in der Nahost-Politik und vertritt einen harten Kurs gegenüber den Palästinensern, deren Wunsch nach Unabhängigkeit Adelson ablehnt. Laut einem Bericht des seriösen Magazins "New Yorker" gehörte Adelson einst zu den größten Spendern der jüdischen Lobbygruppe "AIPAC", die unter anderem Reisen von Kongressabgeordneten nach Israel zahlt. Reden vor der AIPAC gelten selbst für US-Präsidenten zum Pflichtprogramm. Allerdings soll sich das Verhältnis von Adelson und AIPAC abgekühlt haben, nachdem die Gruppe 2007 mehr Wirtschaftshilfe für die Palästinenser gefordert hatte.
Beide Männer verbindet eine deutlich pro-israelische Einstellung in Sachen Naher Osten. Gingrich hatte im Wahlkampf für Aufsehen gesorgt, als er im Dezember 2011 die Palästinenser als "erfundenes Volk" bezeichnete. Wenige Wochen später schrieb Adelson seinen ersten Scheck. Eine israelische Tageszeitung, die Adelson besitzt, druckte auch schon mal ganzseitige Werbung mit Gingrich als Freund Israels und Feind des Irans.
In Florida, wo Ende Januar die nächste Vorwahl stattfindet, dürfte Gingrich gleich doppelt von Adelsons Unterstützung profitieren. Im Bundesstaat an der US-amerikanischen Ostküste leben viele Juden, deren Stimmen Gingrich mit seiner harten Haltung gegenüber den Palästinensern leichter gewinnen wird als der eher moderate Mitt Romney.
Allerdings könnte Adelson auch zu Gingrichs Problem werden. Mit seinen Spenden an den schattenhaften Super-PAC "Winning our Future", der unter anderem den kontroversen Anti-Romney-Film "King of Bain" veröffentlichte, steht Adelson für eines der großen Probleme des Wahlkampfes 2012: Unbegrenzte Zahlungen von Großspendern, die den demokratischen Prozess zu ihren Gunsten regelrecht aufkaufen. Verantwortlich dafür ist die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes im Fall "Citizens United". Danach waren anonymen Spendern wie Adelson Tür und Tor geöffnet: Sie können Millionen in den Wahlkampf pumpen, ohne wirklich darüber Auskunft geben zu müssen.
Außerdem wird sich Gingrich in der Israel-Frage als Hardliner profilieren müssen, um weiter in den Genuss von Adelsons Millionen zu kommen. Das jedoch legt ihn in der Diskussion über den Friedensprozess fest – vielleicht ein Nachteil bei Wechselwählern, die eher ein baldiges Ende des Nahost-Konfliktes herbei sehnen.
Gingrich ist von Adelson noch abhängiger als es Obama, Romney oder Santorum von ihren Großspendern sind. Das macht ihn auch angreifbar.
10.02.12
Bevor Newt Gingrich Präsident der USA werden kann, muss er erst einmal an seiner eigenen Partei vorbei. Denn in der hat er gleich mehrere mächtige Gegner. Das republikanische Establishment erinnert sich nur zu deutlich an Gingrichs Zeit im Kongress.
Spuren eines langen Kampfes: Werbeschilder von Newt Gingrich und Mitt Romney.(Foto: REUTERS)
Sonntag, 22. Januar 2012
Mit dem Sieg in South Carolina hat Gingrich das Republikaner-Rennen wieder spannend gemacht. Nun muss er im "Sunshine State" Florida beweisen, dass es keine Eintagsfliege war. Ein Blick auf die nächsten Abstimmungen dürfte ihn aber optimistisch stimmen. Ebenfalls Sieger in South Carolina: Präsident Obama.
Newt Gingrich war die Freude am Wahlabend jdeutlich anzusehen. Weder die Welle an negativen Werbespots seiner Gegner, allen voran Romney, noch die Vorwürfe seiner Ex-Frau konnten ihn in South Carolina stoppen: 40 Prozent gegenüber Romneys 28 Prozent sprechen eine deutliche Sprache.
Damit steht fest: Die Republikaner sind sich auch nach drei Abstimmungen nicht sicher, wer ihr klarer Favorit für die Hauptwahl im Herbst ist. Die Konservativen neigen stark zu Gingrich, die Moderaten zu Romney.
Weiterlesen: Gingrich droht Obama, Romney muss zittern und mindestens bis März bleibt es spannend.
ssc
Sonntag, 22. Januar 2012
Nun ist klar, wovon Newt Gingrich träumt: vom Mond. Dort will der Republikaner bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit als Präsident im Jahre 2020 eine US-amerikanische Basis errichten – so er denn gewählt wird, woran Gingrich bei seiner Weltraum-Rede in Florida keinen Zweifel ließ. Wie er das bezahlen will, sagte Gingrich nicht, stattdessen machte er nur vage Andeutungen über den "privaten Sektor". Dabei könnte sich einer seiner Unterstützer den Mond-Trip schon jetzt leisten: Sheldon Adelson.
Ohne den Milliardär, der sein Geld mit Kasinos in Las Vegas gemacht hat, wäre Gingrich vielleicht gar nicht mehr im Rennen. Kurz nach der Vorwahl in Iowa lag seine Kampagne am Boden, erdrückt vom Gewicht negativer Wahlkampfwerbung aus dem Romney-Lager. Doch dann kam Adelson: Mit fünf Millionen Dollar half er dem Super-PAC "Winning our Future", der wiederum Gingrich unterstützt. Das Geld durfte nicht direkt an Gingrich gehen, denn die Millionen waren weit mehr, als Adelson legal hätte spenden dürfen. Die Geld-Infusion für den Super-PAC, der hingegen offiziell unabhängig ist, machte pro-Gingrich-Werbung in New Hampshire und South Carolina – und negative Werbung gegen Romney.
Heute ist der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses wieder ernsthafter Herausforderer von Spitzenreiter Mitt Romney – und abhängig von Adelsons Millionen.
Anfang der Woche spendete der Milliardär erneut fünf Millionen Dollar. Offenbar glaubt Adelson an Gingrichs Chancen im Wahlkampf, nachdem dieser klar in South Carolina gesiegt hat. "So lange Newt im Rennen ist, unterstützen wir ihn", zitierte die Tageszeitung "New York Times" einen Vertrauten von Adelson. Doch wer ist der mysteriöse Mann hinter dem Gingrich-Boom?
Adelson und Gingrich verbindet eine jahrelange Freundschaft. Die beiden kamen erstmals in den 90er-Jahren während eines Gewerkschaftsstreits in Nevada zusammen. Damals wechselte Adelson vom demokratischen ins republikanische Lager. Der 78-Jährige ist heute der Besitzer des berühmten Kasino-Hotels "The Venetian" in Las Vegas, das er auf die Ruinen des 1996 gesprengten Kasinos "Sands" baute - der Ort, wo einst Frank Sinatra auftrat, Elvis Presley erstmals den Song "Hound Dog" hörte und 1960 der erste "Ocean's Eleven"-Film gedreht wurde. Mit geschätzten 21 Milliarden Dollar ist Adelson laut "Forbes Magazine" die Nummer acht der reichsten US-Amerikaner – ein Platz hinter George Soros, dem finanzkräftigsten Unterstützer der Demokraten. Das meiste Geld macht Adelson heute in Asien, vor allem in Singapur, wo er mehrere Hotels und Kasinos besitzt.
Mitt Romney
Einnahmen: 32,2 Millionen
Ausgaben: 17,6 Millionen
In der Kasse: 14,7 Millionen
Newt Gingrich
Einnahmen: 2,9 Millionen
Ausgaben: 2,5 Millionen
In der Kasse: 353.000
Rick Santorum
Einnahmen: 1,3 Millionen
Ausgaben: 1,1 Millionen
In der Kasse: 190.000
Ron Paul
Einnahmen: 12,6 Millionen
Ausgaben: 8,9 Millionen
In der Kasse: 3,7 Millionen
---
Barack Obama
Einnahmen: 86,2 Millionen
Ausgaben: 27,1 Millionen
In der Kasse: 61,4 Millionen
Stand: Oktober 2010, Alle Angaben gerundet und in Dollar
Quelle: Open Secrets (unabhängiges Forschungsinstitut für Geldströme in der US-Politik)
Der Sohn osteuropäischer Juden wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Boston auf. Die Universität in New York besuchte er nur kurz und ging ab ohne Abschluss. Stattdessen wurde er zum "self made man" und lebte den Amerikanischen Traum: vom Verkäufer für Toilettenartikel zum Multimilliardär. Er gründete Amerikas wichtigste Computer Messe der 80er und 90 er Jahre, die COMDEX. Danach ging er nach Las Vegas und nahm die Stadt im Sturm. Heute ist Adelson einer der wichtigsten Männer im US-Spielerparadies.
Adelsons Wort hat jedoch nicht nur in den USA Einfluss, er hat auch in Israel ein Wörtchen mitzureden. Als glühender Unterstützer des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu lehnt er die Zwei-Staaten-Lösung ab. Er gilt als Falke in der Nahost-Politik und vertritt einen harten Kurs gegenüber den Palästinensern, deren Wunsch nach Unabhängigkeit Adelson ablehnt. Laut einem Bericht des seriösen Magazins "New Yorker" gehörte Adelson einst zu den größten Spendern der jüdischen Lobbygruppe "AIPAC", die unter anderem Reisen von Kongressabgeordneten nach Israel zahlt. Reden vor der AIPAC gelten selbst für US-Präsidenten zum Pflichtprogramm. Allerdings soll sich das Verhältnis von Adelson und AIPAC abgekühlt haben, nachdem die Gruppe 2007 mehr Wirtschaftshilfe für die Palästinenser gefordert hatte.
Beide Männer verbindet eine deutlich pro-israelische Einstellung in Sachen Naher Osten. Gingrich hatte im Wahlkampf für Aufsehen gesorgt, als er im Dezember 2011 die Palästinenser als "erfundenes Volk" bezeichnete. Wenige Wochen später schrieb Adelson seinen ersten Scheck. Eine israelische Tageszeitung, die Adelson besitzt, druckte auch schon mal ganzseitige Werbung mit Gingrich als Freund Israels und Feind des Irans.
In Florida, wo Ende Januar die nächste Vorwahl stattfindet, dürfte Gingrich gleich doppelt von Adelsons Unterstützung profitieren. Im Bundesstaat an der US-amerikanischen Ostküste leben viele Juden, deren Stimmen Gingrich mit seiner harten Haltung gegenüber den Palästinensern leichter gewinnen wird als der eher moderate Mitt Romney.
Allerdings könnte Adelson auch zu Gingrichs Problem werden. Mit seinen Spenden an den schattenhaften Super-PAC "Winning our Future", der unter anderem den kontroversen Anti-Romney-Film "King of Bain" veröffentlichte, steht Adelson für eines der großen Probleme des Wahlkampfes 2012: Unbegrenzte Zahlungen von Großspendern, die den demokratischen Prozess zu ihren Gunsten regelrecht aufkaufen. Verantwortlich dafür ist die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes im Fall "Citizens United". Danach waren anonymen Spendern wie Adelson Tür und Tor geöffnet: Sie können Millionen in den Wahlkampf pumpen, ohne wirklich darüber Auskunft geben zu müssen.
Außerdem wird sich Gingrich in der Israel-Frage als Hardliner profilieren müssen, um weiter in den Genuss von Adelsons Millionen zu kommen. Das jedoch legt ihn in der Diskussion über den Friedensprozess fest – vielleicht ein Nachteil bei Wechselwählern, die eher ein baldiges Ende des Nahost-Konfliktes herbei sehnen.
Gingrich ist von Adelson noch abhängiger als es Obama, Romney oder Santorum von ihren Großspendern sind. Das macht ihn auch angreifbar.
10.02.12
Bevor Newt Gingrich Präsident der USA werden kann, muss er erst einmal an seiner eigenen Partei vorbei. Denn in der hat er gleich mehrere mächtige Gegner. Das republikanische Establishment erinnert sich nur zu deutlich an Gingrichs Zeit im Kongress.
Samstag, 21. Januar 2012
Newt Gingrich hat gute Chancen in South Carolina. (Foto: REUTERS)
Wie auch immer die heutige Wahl in South Carolina ausgeht, ein Glanzstück amerikanischer Demokratie wird es nicht sein. Die republikanischen Kandidaten bekämpfen sich mit aller Härte - und einige ihrer Unterstützer greifen offenbar auch auf miese Tricks zurück.
Am Freitag bekamen mehrere konservative Aktivisten in South Carolina per E-Mail eine angebliche Eilmeldung von CNN zugeschickt. Angeblich habe Newt Gingrich seine zweite Frau Marianne zu einer Abtreibung gezwungen, als er sie bereits mit seiner heutigen Frau Callista betrog. Der Absender der Nachricht lautete "BreakingNews@mail.cnn.com".
Eine Falschmeldung, wie CNN kurz darauf klarstellte. Offenbar hatte ein anonymer Gingrich-Gegner versucht, die privaten Probleme des Kandidaten auszunutzen, um dessen Ruf zu beschädigen. Wenige Tage zuvor hatte Gingrichs zweite Ex-Frau in einem Interview über die gescheiterte Ehe berichtet. Angeblich habe ihr Gingrich damals eine "offene Ehe" angeboten, als er bereits ein Verhältnis hatte.
Direktvergleich
Mitt Romney: 34 Prozent
Rick Santorum: 24 Prozent
Newt Gingrich: 17 Prozent
Ron Paul: 8 Prozent
Stand: 11. Februar 2012
Auch Gingrich wehrte sich umgehend gegen die Vorwürfe. Die E-Mails seien "verachtenswert" und der Inhalt gelogen, sagte Gingrich. "Ich habe diese unehrlichen Methoden satt bei denen das Material von Anderen kopieren um 24 Stunden vor einer Wahl Ärger zu machen." Inzwischen ermitteln die Behörden in der Sache.
Als wäre das nicht genug erhöhte auch Mitt Romney den Druck auf Gingrich. Er forderte seinen Konkurrenten auf, mehr Informationen über die hohe Strafzahlung zu veröffentlichen, die Gingrich einst als Sprecher des US-Repräsentantenhauses zahlen musste. 1997 hatte ihn der Kongress wegen Verstößen gegen die Ethikregeln des Parlaments verurteilt.
Gingrichs bezeichnete Romney daraufhin als "arrogant". "So lange er nicht seine Steuererklärung veröffentlicht nehme ich nichts ernst, was er über Transparenz sagt."
ssc
Der Bürgerrechtler Al Sharpton in einem "Lean forward"-Clip von MSNBC.
Freitag, 20. Januar 2012
Die letzte Debatte vor der Wahl in South Carolina begann mit einer Anklage. Nicht von einem republikanischen Kandidaten gegen einen anderen, wie bisher, oder gegen Präsident Obama. Newt Gingrich ging auf CNN-Moderator John King los, weil dieser es gewagt hatte, Gingrich nach dessen Ex-Frau und ihren Anschuldigungen zu fragen.
Gingrich sah sich als Opfer einer liberalen Medienhetze und bekam stehenden Applaus des konservativen Publikums. Das teilte nämlich seine Meinung, dass Amerikas Medien, allen voran die Nachrichtensender, die Demokraten unterstützen. Das klingt nach Verschwörungstheorie - und enthält doch ein Körnchen Wahrheit.
Weiterlesen: Wie MSNBC Werbung mit politischer Propaganda mischt.
ssc
Freitag, 20. Januar 2012
Eigentlich läuft es für Newt Gingrich gut: Einer seiner Konkurrenten, der texanische Gouverneur Rick Perry, scheidet aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner aus. Mitt Romney, der bisherige Favorit, in den Wahlkampf gegen Barack Obama zu ziehen, musste mit der Korrektur des Ergebnisses von Iowa einen Dämpfer hinnehmen. Da kommt eine letzte TV-Debatte vor der Vorwahl in South Carolina gerade recht.
Eine gute Gelegenheit, auf Attacke zu schalten. Doch stattdessen sieht sich Gingrich in die Defensive gedrängt. Seine zweite Ex-Frau behauptet, er habe sie um eine "offene Ehe" gebeten - ein No-go für einen Konservativen wie Gingrich. Im Fernsehen muss der Ex-Sprecher des Repräsentantenhauses Rede und Antwort stehen.
Weiterlesen: Gingrich windet sich live im TV
AFP
Donnerstag, 19. Januar 2012
Kurz vor den Vorwahlen der US-Republikaner im Bundesstaat South Carolina hat es erneut Bewegung in der Gruppe der Bewerber gegeben. Rick Perry gibt seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei auf. Es gebe für ihn in diesem Wahlkampf keinen gangbaren Weg mehr nach vorn, sagte der 61-Jährige. "Ich weiß, wann die Zeit für einen strategischen Rückzug gekommen ist." Er werde künftig seinen bisherigen Konkurrenten Newt Gingrich bei dem Bemühen unterstützen, sich von der Partei zum Herausforderer des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama aufstellen zu lassen. Der ehemalige Parlamentspräsident sei ein konservativer Visionär, der die USA verändern könne.
Eine Änderung gab es zum Ergebnis der Vorwahlen im Bundesstaat Iowa. Nach dem veröffentlichten Endergebnis der Abstimmung vom 3. Januar erhielt der frühere Senator Rick Santorum die meisten Stimmen und nicht wie bisher angenommen Mitt Romney. Der Ausgang der Abstimmung war sehr knapp. Auf Santorum entfielen demnach 34 mehr Stimmen als auf Romney. Nach den von der Partei jetzt veröffentlichten endgültigen Zahlen erhielt Santorum 29.839 Stimmen und Romney 29.805.
Weiterlesen: Perry wirft das Handtuch
rts/dpa
Dienstag, 17. Januar 2012
Es ist eine Tradition, die zur Pflicht geworden ist: Wer Präsident der USA werden will, muss seine Steuererklärung öffentlich machen. Mitt Romney aber hat sich bisher davor gedrückt, obwohl ihm seine republikanischen Gegner seit Wochen damit in den Ohren liegen. Nicht ohne Grund: Ausgerechnet Multimillionär Romney fürchtet, dass in seinen Unterlagen die Zahl 15 eine Hauptrolle spielen könnte.
Denn mit genau diesem Prozentsatz dürfte wohl der Löwenanteil von Romneys Einkünften versteuert werden - wie er zuletzt selber zugab. "Es werden wohl eher um die 15 Prozent sein", sagte Romney, und fügte hinzu: "Das bisschen, was ich für mein Buch bekommen habe, habe ich verschenkt. Und ich bekomme hin und wieder Gelder für Vorträge, aber nicht viel."
Der ehemalige Investmentbanker hat seine rund 264 Millionen Dollar (rund 207 Millionen Euro) gut angelegt, und weil bei Kapitaleinkünften in den USA nur 15 Prozent fällig werden, zahlt Romney im Vergleich weniger Steuern als jeder durchschnittliche US-Amerikaner. Die müssen bis zu 35 Prozent berappen.
Direktvergleich
Mitt Romney: 34 Prozent
Rick Santorum: 24 Prozent
Newt Gingrich: 17 Prozent
Ron Paul: 8 Prozent
Stand: 11. Februar 2012
Diesen Umstand werfen ihm seine Konkurrenten um die Nominierung der republikanischen Partei nun seit Wochen vor, zuletzt bei der Debatte in South Carolina. Außerdem wäre Romney damit ein Paradebeispiel für die steuerrechtliche Ungleichheit, die zuletzt Multimillardär Warren Buffet anprangerte. "Der Kongress hat mich und meine Freunde viel zu lange verwöhnt", schrieb er 2011 in der "New York Times".
Nun berichten US-Medien, dass Romney offenbar einlenkt. Im April könnte er vielleicht seine Steuererklärung offenlegen, so Romney am Dienstag, eher allerdings nicht.
Mehr als ein symbolischer Ausdruck für die steuerliche Schieflage der USA ist Romneys Erklärung freilich nicht. Viel interessanter ist eine Übersicht über die tatsächlichen Finanzen der Kandidaten. Die transparent zu machen sind sie per Gesetz verpflichtet. Eine Übersicht gibt es hier - demnach muss keiner der Herren Angst haben, zu verhungern.
Auch Präsident Barack Obama veröffentlicht regelmäßig seine Steuererklärung. 2010 verdienten er und seine Frau Michelle rund 1,7 Millionen Dollar.
ssc
Dienstag, 17. Januar 2012
Romney muss seine Karriere erklären. (Foto: AP)
Kurz vor der nächsten Vorwahl der US-Republikaner gerät Favorit Mitt Romney immer schärfer unter Beschuss seiner innerparteilichen Rivalen. Bei einer Fernsehdebatte nahmen Romneys Mitbewerber um die Präsidentschaftskandidatur besonders die Karriere des Multimillionärs als Investor ins Visier.
Bei der TV-Debatte in South Carolina warfen der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, und der texanische Gouverneur Rick Perry dem Spitzenreiter vor, bei millionenschweren Firmenkäufen und -verkäufen zahlreiche Jobs vernichtet zu haben. Perry verlangte von dem Ex-Gouverneur von Massachusetts zudem, seine Steuererklärung zu veröffentlichen.
Bei der nächsten Vorwahl an diesem Samstag im Südstaat South Carolina sehen Umfragen Romney deutlich vor seinen vier verbliebenen Konkurrenten.
Weiterlesen: Romney scharf attackiert
dpa
Montag, 16. Januar 2012
T-Shirts mit solchen Motiven sollen Saemus' Reise in Erinnerung halten. (Foto: dogsagainstromney.com)
Erst wurde Romney für seine politische Wankelmütigkeit kritisiert, dann wurde er als "Job-Killer" bezeichnet. Jetzt sind sie bei seinem Hund angekommen. Der musste einst einen Familienausflug auf dem Autodach antreten - und hatte sichtlich keinen Spaß daran. Tierschützer gehen nun auf die Barrikaden, Gingrich höhnt und im Netz organisiert sich der Widerstand.
28 Jahre liegt der Ausflug der Familie Romney zurück, bei dem Irish Setter Saemus den wohl schlechtesten Sitzplatz im gesamten Auto bekam: auf dem Dach, in einer Hundebox.
Tierfreunde in den USA werfen Romney nun vor, Saemus gequält zu haben. Sie sehen in der Episode eine Bestätigung für die Erbarmungslosigkeit des einstigen Investmentmanager. Romneys Gegner Newt Gingrich nutzt die Geschichte bereits kreativ aus, und auch die Netzgemeinde rächt sich bitterlich am republikanischen Spitzenreiter.
Weiterlesen: Wie Hund Saemus erbarmungswürdig Alarm schlug und warum Romney nun die Santorum-Behandlung droht.
Huntsman stellt sich nun hinter Romney.(Foto: AP)
Montag, 16. Januar 2012
Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaates Utah, Jon Huntsman, wird Medienberichten zufolge aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner aussteigen. Wie mehrere US-Sender und Zeitungen unter Berufung auf Mitglieder des Wahlkampfteams berichteten, wolle der 51-Jährige seine Entscheidung heute mitteilen. Huntsman, der zuletzt Botschafter der USA in China war, werde künftig Mitt Romney bei dessen Bewerbung unterstützen, hieß es weiter.
Huntsmans Wahlkampfmanager bestätigte die Entscheidung nach einem Bericht der "New York Times". "Der (frühere) Gouverneur und seine Familie haben entschieden, dass es in dieser Phase des Rennens für die Republikaner an der Zeit ist, sich um einen Kandidaten zu scharen, der Barack Obama schlagen und die Wende in der Wirtschaft schaffen kann", sagte Matt David. Und dieser Kandidat sei Romney.
Weiterlesen: Huntsman steigt aus
dpa
Rick Santorum in einem seiner inzwischen berühmten Pullunder.(Foto: REUTERS)
Samstag, 14. Januar 2012
Lange haben sie sich mit ihrer Entscheidung geziert, drei Wahlgänge hatte es bedurft, doch am Ende gab es nur einen Gewinner: Rick Santorum erhält die offizielle Unterstützung von einigen der einflussreichsten Konservativen der USA.
Bei einem Treffen in Texas einigten sich die evangelikalen Geistlichen, rechtspopulistischen Medienpersönlichkeiten und konservativen Politaktivisten auf Santorum als Alternative zu Mitt Romney.
Auch Newt Gingrich und Rick Perry erhielten viel Zuspruch, doch Santorum setzte sich schließlich durch. Man habe "lange für Einigkeit gebetet", so Tony Perkins vom ultra-konservativen Family Research Council. Santorum würde die Ziele der Konservativen am besten repräsentieren, und dass er zurzeit finanziell im Hintertreffen sei, lasse sich "korrigieren", sagte Perkins.
Für Santorum kommt diese wichtige Unterstützung zum bestmöglichen Zeitpunkt: In der nächsten Woche stimmt mit South Carolina der bisher konservativste Bundesstaat über die republikanischen Kandidaten ab. Santorum muss dort gut abschneiden, um eine realistische Chance im Vorwahlkampf zu haben. Mit der nun offiziellen Unterstützung von einigen von Amerikas mächtigsten Rechtspopulisten und Evangelikalen ist Santorum der klarste Anti-Romney-Kandidat.
Mitt Romney, der die beiden bisherigen Vorwahlen in Iowa und New Hampshire gewonnen hat, schickte zwar Fürsprecher zum Treffen in Texas, doch seine Chancen standen von Anfang an schlecht. "Es ist kein Geheimnis", so Perkins, "dass es unter den Konservativen wenig Unterstützung für Romney gibt." Dessen mormonischer Glaube habe allerdings keine Rolle gespielt.
ssc
Freitag, 13. Januar 2012
Colbert bei der "Rally to Restore Sanity and/or Fear" in Washington D.C. 2010. (Foto: picture alliance / dpa)
Update
Er tut es. In seiner Show am Freitag gab Colbert bekannt, dass er als Kandidat antreten wird - oder wie er es selbst ausdrückte, die "Grundlagen schaffen, für meine mögliche Kandidatur als Präsident der USA von South Carolina".
Wie die New York Times berichtet, wird sein Name wohl nicht auf den Wahlzetteln in South Carolina stehen. Doch Colberts Motivation ist ohnehin nicht der mögliche Sieg in seiner Heimat (siehe unten): Er will sich über die absurden Regeln zur Wahlkampffinanzierung lustig machen.
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Er wäre der republikanische Wunschkandidat aller US-Amerikaner - zumindest aller Demokraten: Stephen Colbert. Jetzt denkt der beliebte Komiker tatsächlich darüber nach, zumindest bei der nächsten Vorwahl in South Carolina anzutreten. Alles Quatsch? Nicht, wenn man sich die aktuelle Umfrage von Public Policy Polling (PPP) anschaut.
In der kommt Colbert nämlich auf 5 Prozent der Stimmen - mehr als Jon Huntsman, dem Drittplatzierten von New Hampshire. Dabei steht Colberts Name nicht einmal auf den Wahlzetteln in South Carolina.
Gewinnen kann Colbert die Vorwahl nicht, trotzdem könnte seine Kandidatur einigen republikanischen Strategen Kopfzerbrechen bereiten. Denn der Bundesstaat hat eine sogenannte "offene Primary" - ein Vorwahlmodus, bei dem auch Demokraten abstimmen dürfen. Und bei denen kommt Colbert sogar auf 34 Prozent. "Würde er sich wirklich ins Zeug legen," schreibt Tom Jensen von PPP, "könnte Colbert 10 bis 15 Prozent der Stimmen holen und sich den vierten Platz in South Carolina schnappen."
Und völlig unrealistisch ist das nicht: Einen "Super Pac", der Spenden für ihn sammelt, hat Colbert bereits. Außerdem mischte der in South Carolina geborene Katholik bereits den Wahlkampf 2008 auf: Erst überbrachte ihm Aragorn, der Menschen-König aus der Herr-Der-Ringe-Trilogie (gespielt von Viggo Mortensen) das Elfen-Schwert Narsil. Dann verkündete Colbert seine Kandidatur (exklusiv in South Carolina)und verballhornte den Wahlkampf der Republikaner.
Colbert gehört zu den bekanntesten Entertainern im US-Fernsehen. Seinen Durchbruch schaffte er in Jon Stewarts "The Daily Show", wo er den egomanischen, über-patriotischen Reporter gab. 2005 zog er mit dieser Figur auf den Sendeplatz nach Stewart um, Der "Colbert Report, eine satirische News-Show, nimmt seither vor allem die konservativen Meinungsmacher des Senders Fox News auf die Schippe.
ssc
"King of Bain" wurde von Unterstützung Newt Gingrichs finanziert und soll Romneys Nominierung verhindern.
Donnerstag, 12. Januar 2012
Update
Newt Gingrich hat sich inzwischen vom Film "King of Bain" distanziert. Grund sind mehrere Falschinformationen und Ungereimtheiten im Film. "Sie können den Film nicht zeigen, wenn er Fehler enthält", so Gingrich.
Der für den Film verantwortliche "Super Pac" zeigt jedoch keinerlei Interesse daran, den Film aus dem Netz zu nehmen. Im Gegenteil: In South Carolina werden weiterhin Werbespots mit Inhalten aus "King of Bain" im Fernsehen platziert. Pac-Manager Gregg Phillips hat Romney in einem offenen Brief aufgefordert, Stellung zu nehmen zu den Vorwürfen, die der Film erhebt. "Da wir noch keine Antwort bekommen haben", schreibt Phillips, "nehmen wir an, dass sie keine Beweise für Fehler vorlegen können und stehen deshalb weiterhin zu diesem Film."
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Der ohnehin bereits sehr negative US-Wahlkampf hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Mit "King of Bain" wurde nun eine halbstündige Pseudo-Dokumentation über Mitt Romney veröffentlicht. Darin wird der Ex-Manager als gewissenloser Kapitalist und Job-Killer dargestellt. Finanziert haben den Film Unterstützer von Newt Gingrich.
Der Film erzählt die Geschichte von vier Firmen, die Romney während seiner Zeit als Chef von Bain Capital, einer Investmentfirma, zugrunde gerichtet haben soll. Dabei seien, so der Film Hunderte Jobs vernichtet worden. Romney sei vorgegangen wie ein "Konzern-Freibeuter" - ein direkter Angriff auf Romneys Wahlkampfslogan, dass er mit Bain einst 100.000 Jobs geschaffen habe.
Weiterlesen: Geld von Gingrichs "Super Pac", Ex-Romney-Mitarbeiter führte Regie.
ssc
Mittwoch, 11. Januar 2012
Mitt Romney nach seinem Sieg in New Hampshire. (Foto: REUTERS)
War das wirklich die erste "Primary" des Vorwahlkampfes oder schon das große Duell Romney gegen Obama? Nach der Siegesrede zu urteilen, die der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney sichtlich zufrieden in Manchester hielt, hätte man jedenfalls meinen können, der Wahlkampf sei bereits im Herbst angekommen.
"Der Präsident hat keine Ideen mehr", schimpfte Romney, als das Ergebnis in New Hampshire feststand. Obamas sei "als Anführer gescheitert", habe die vergangenen drei Jahren nur "gebrochene Versprechen" abgeliefert und gegen den amerikanischen Glauben an Erfolg regiert. "Er will das Land in eine Anspruchsgesellschaft nach europäischem Vorbild verwandeln", sagte Romney. "Wir dagegen wollen sicherstellen, dass es ein Land der Freiheit und der Chancen bleibt."
Weiterlesen: South Carolina könnte die Entscheidung bringen.
ssc
Santorum gilt seit seinem starken Ergebnis in Iowa als Romneys härtester Verfolger.(Foto: dpa)
Dienstag, 10. Januar 2012
Familie, Freiheit und Glaube: Mit christlich-konservativen Inhaltet punktet Santorum vor allem bei republikanischen Wertewählern. Doch realistische Chancen auf die Nominierung durch die Republikaner hat er nicht.
Denn der Ex-Senator von Pennsylvania erreicht mit seiner Botschaft nur die konservativsten Wähler der USA. Die breite Mitte aber bleibt auf Abstand - zu extrem sind Santorum Ansichten in vielen sozialen fragen.
Trotzdem kann er sich im Vorwahlkampf für Höheres qualifizieren, wenn er in den nächsten Abstimmungen nicht völlig einbricht.
Weiterlesen: Parolen gegen Schwule, Probleme mit der eigenen Vergangenheit.
Montag, 09. Januar 2012
Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat die Wahl eines Roboters ins Weiße Haus vorgeschlagen. Unter dem Titel "Der beste Präsident für die USA" veröffentlichte Castro seinen Vorschlag in einem seiner Artikel für die kubanische Staatspresse. Der Roboter müsse in der Lage sein, "einen die Menschheit auslöschenden Krieg zu verhindern", schrieb Castro. Er gab sich überzeugt, dass 90 Prozent der Wahlberechtigten in den USA einen solchen Roboter zum Präsidenten wählen würden.
Unter den US-Präsidentschaftsbewerbern sah Castro keinen geeigneten Kandidaten. Die Bewerber der Republikaner hätten "mehr Atombomben" im Gepäck als Friedensbotschaften und Amtsinhaber Barack Obama sei um "Lichtjahre weiter von Martin Luther Kings Träumen entfernt als der nächste bewohnte Planet". Der 85-jährige Revolutionsführer veröffentlicht regelmäßig seine "Reflexionen" zur Weltpolitik. Vergangene Woche schrieb er, die Welt gehe unerbittlich auf den Abgrund zu.
AFP
Sonntag, 08. Januar 2012
Mitt Romney muss sich nun doch auf einen heißen Wahlkampf einstellen. (Foto: REUTERS)
Falls sich Mitt Romney vor der NBC-News/Facebook-Debatte am Sonntagmorgen auf einen netten Plausch mit seinen republikanischen Gegnern gefreut hatte, wurde er bitterlich enttäuscht. Statt ihn wie bei der ersten New-Hampshire-Debatte am Samstag mit Samthandschuhen anzufassen, gingen sie dieses Mal gemeinsam auf ihn los.
Vor allem Newt Gingrich und Rick Santorum attackierten Romney scharf. Unter anderem warfen sie Romney vor, unehrlich über seine politischen Ambitionen zu sprechen. Auch Romneys Vergangenheit als Investmentmanager wurde erneut stark kritisiert.
Weiterlesen: "Lassen sie diesen frommen Quatsch!"
Sonntag, 08. Januar 2012
Mitt Romney ist mit den Gedanken schon ihm Herbst-Duell gegen Barack Obama, seine republikanischen Gegner stecken hingegen noch tief im winterlichen Vorwahlkampf. Das ist die Erkenntnis der gestrigen Fernsehdebatte in New Hampshire. Romney ignorierte seine Rivalen wo er nun konnte, und die griffen sich lieber gegenseitig an, als den Spitzenreiter unter Druck zu setzen.
Weiterlesen: Paul greift Santorum an und Gingrich patzt bei der Sport-Frage.
Samstag, 07. Januar 2012
Liegt einsam an der Spitze in New Hampshire: Mitt Romney. (Foto: picture alliance / dpa)
Die nächste Abstimung im republikanischen Vorwahlkampf wird wohl eine recht einseitige Angelegenheit. Mitt Romey liegt laut einer aktuellen Umfrage mit 44 Prozent deutlich in Führung. Rick Santorum, der in Iowa für eine Überraschung sorgte und Zweiter wurde, liegt abgeschlagen bei rund acht Prozent. Auch Newt Gingrich kommt in der Umfrage nur auf acht Prozent. Rick Perry und Jon Huntsman spielen mit je nur einem Prozent keine Rolle in New Hampshire.
Bemerkenswert ist weiterhin die Leistung von Ron Paul. Der libertäre Außenseiter kommt in New Hampshire auf knapp 20 Prozent und könnte damit auch weiterhin im Rennen bleiben.
Ein Sieg von Romney im Neuengland-Staat New Hampshire wird seit Monaten vorausgesagt, schließlich war der 64-Jährige einst Gouverneur von Massachusetts. Deswegen richten sich bereits alle Augen auf die nächste Abstimmung in South Carolina am 21. Januar. Rick Santorum wird beweisen müssen, dass sein Erfolg in Iowa - vor allem bei konservativen Wählern - keine Eintagsfliege war. Für Rick Perry wird sich voraussichtlich entscheiden, ob er im Rennen bleibt.
Besonders gut sind seine Chancen aber nicht: Er liegt derzeit in allen Umfragen bei nur rund fünf Prozent. Romney kommt in South Carolina auf rund 30 Prozent, gefolgt von Gingrich und Santorum mit je rund 18 Prozent.
ssc
Freitag, 06. Januar 2012
Den "Boston Globe" überzeugte vor allem Jon Huntsmans politische Arbeit als Gouverneur von Utah. Er habe "als eindeutiger Konservative regiert und dennoch die Interessen seines Bundesstaates respektiert", urteilt die Zeitung.
Auch Romney sei ein guter Kandidat, doch im Gegensatz zu Huntsman "vorsichtig, strategisch, bemüht, es allen recht zu machen". Vor allem seine Unerfahrenheit in der Außenpolitik sei gravierend - ganz anders als Huntsman, der bis 2011 Obamas Botschafter in China war.
Für Huntsman kommt die Unterstützung des "Globe" aus Massachusetts zu einem wichtigen Zeitpunkt: Am Dienstag findet im benachbarten New Hampshire die nächste Abstimmung der Republikaner statt. Huntsman muss dort ein gutes Ergebnis erzielen, sonst ist er so gut wie aus dem Rennen.
ssc
Freitag, 06. Januar 2012
Jim Messina, Obamas Wahlkampfmanager, erklärt die Wiederwahl-Strategie des Präsidenten. (Foto: YouTube)
Während die Republikaner ihren Präsidentschaftskandidaten suchen, schmiedet Obama bereits einen Plan für seine Wiederwahl. Sein Wahlkampfmanager gewährt nun seltene Einblicke in die Strategie des Obama-Teams.
Fünf "Pfade" sollen den 44. US-Präsidenten in eine zweite Amtszeit führen. Wir haben uns jeden einzelnen davon angeschaut und bewertet,
Weiterlesen: Wie Obama die magische 270er-Marke knacken will.
Donnerstag, 05. Januar 2012
Der hauchdünne Auftakt-Sieg von Mitt Romney bei den Vorwahlen der US-Republikaner hat seine Konkurrenten erst richtig angestachelt. Romney sei als Liberaler ein politisches Chamäleon, der seine Positionen je nach Stand der Dinge ändere, sagte Kandidat Newt Gingrich.
Romney gibt sich gelassen: "Wenn Newt oder jemand anderes mir am Zeug flicken will: Mein Kreuz ist breit genug dafür."
Der zum Auftakt in Iowa überraschend starke Außenseiter Rick Santorum sprach Romney als Herausforderer der Republikaner jede Siegeschance bei der Präsidentenwahl im November ab. Romney sei ein "farbloser, langweiliger Karriere-Politiker, der gegen (Präsident) Barack Obama verlieren wird", schrieb der als erzkonservativ eingeschätzte Santorum in einer Mail an seine Parteifreunde.
Weiterlesen: Alle Mann gegen Mitt Romney
dpa
Donnerstag, 05. Januar 2012
Am Dienstag nach der Stimmenauszählung in Iowa hatte Rick Perry noch bekanntgegeben, dass er nach Texas zurückkehren und seine Kampagne überdenken wolle. "Ich war draußen beim Joggen als es mich plötzlich überkam", erklärte Perry dann am Mittwoch. "Das war keine schwierige Entscheidung."
Sein Ziel ist nun die Abstimmung in South Carolina. Dort leben viele konservative Wähler, bei denen sich der evangelikale Christ Perry gute Chancen ausrechnet,
"Die Jungs sind doch alle Insider", sagte Perry bei einer kleinen Adhoc-Pressekonferenz in Anspielung seine Kontrahenten."Sie sind der Grund, warum das Land kaputt ist."
ssc
Mittwoch, 04. Januar 2012
K.O. nach der ersten Runde: Michele Bachmann wirft hin. (Foto: REUTERS)
Kurz nach dem Iowa Caucus hatte Michele Bachmann ihre Anhänger noch zum Feiern eingeladen und versprochen, sie wolle weiter kämpfen. Nun steigt sie überraschend aus dem Rennen um das Weiße Haus aus. Der Grund: Selbst im konservativen Iowa kam die ultra-konservative Bachmann nur auf fünf Prozent der Stimmen.
Weiterlesen: Ihren letzten Auftritt gestaltete Bachmann gewohnt schrill.
ssc
Romney hat nur eine hauchdünne Mehrheit.(Foto: AP)
Mittwoch, 04. Januar 2012
Der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, gewinnt die ersten Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner im Bundesstaat Iowa mit einer hauchdünnen Mehrheit von nur acht Stimmen gewonnen. Der republikanische Parteichef in Iowa, Matt Strawn, erklärte Romney nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum zum Sieger.
Romney erhielt demnach 30.015 Stimmen, auf Santorum entfielen 30. 007 Stimmen. Insgesamt nahm den Angaben zufolge eine Rekordzahl von 122.255 Republikanern an den sogenannten Caucuses teil. Hinter Romney und Santorum mit je 25 Prozent landete der texanische Kongressabgeordnete Ron Paul US-Medienberichten zufolge mit 21 Prozent auf dem dritten Platz.
Die weiteren Bewerber folgten erst mit deutlichem Abstand. Der frühere Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, stand demnach bei 13 Prozent, der texanische Gouverneur Rick Perry bei zehn Prozent und die Tea-Party-Ikone Michele Bachmann bei fünf Prozent. Der Ex-Gouverneur von Utah, Jon Huntsman, der in Iowa so gut wie keinen Wahlkampf betrieben hatte, erreicht weniger als ein Prozent.
Weiterlesen: Jede Stimme zählt - Romney siegt denkbar knapp
dpa/AFP
Mittwoch, 04. Januar 2012
Millionen für Werbung ausgegeben, den ganzen Bundesstaat im Bus durchquert, etliche Reden gehalten - und doch nur Platz 5 erreicht: Rick Perry und sein Wahlkampfteam ziehen nach dem Iowa Caucus eine vernichtende Bilanz. Lediglich zehn Prozent der Stimmen in Iowa bedeutet für den Gouverneur von Texas einen miserablen Start in die Vorwahlsaison. Nun denkt er offenbar bereits darüber nach, aufzugeben.
"Viele Menschen in Iowa hatten die Chance, unsere konservative Marke kennenzulernen", sagte Perry in einer Rede am Dienstagabend. "Aber das Ergebnis ist, was es ist."
Weiterlesen: Auch Michele Bachmann hatte einen schlechten Abend - Wer gibt zuerst auf?
ssc
Mittwoch, 04. Januar 2012
von Sebastian Schöbel
Ohne sein Geld wäre Gingrich vielleicht schon am Ende: Sheldon Adelson. Gerade erst hat der Milliardär zum zweiten Mal viel Geld in die Kampagne Gingrichs gepumpt. Beide Männer eint ein kompromissloser Pro-Israel-Kurs. In Florida bringt das Gingrich Vorteile – im Rest des Landes aber nicht unbedingt.Nun ist klar, wovon Newt Gingrich träumt: vom Mond. Dort will der Republikaner bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit als Präsident im Jahre 2020 eine US-amerikanische Basis errichten – so er denn gewählt wird, woran Gingrich bei seiner Weltraum-Rede in Florida keinen Zweifel ließ. Wie er das bezahlen will, sagte Gingrich nicht, stattdessen machte er nur vage Andeutungen über den "privaten Sektor". Dabei könnte sich einer seiner Unterstützer den Mond-Trip schon jetzt leisten: Sheldon Adelson.
Ohne den Milliardär, der sein Geld mit Kasinos in Las Vegas gemacht hat, wäre Gingrich vielleicht gar nicht mehr im Rennen. Kurz nach der Vorwahl in Iowa lag seine Kampagne am Boden, erdrückt vom Gewicht negativer Wahlkampfwerbung aus dem Romney-Lager. Doch dann kam Adelson: Mit fünf Millionen Dollar half er dem Super-PAC "Winning our Future", der wiederum Gingrich unterstützt. Das Geld durfte nicht direkt an Gingrich gehen, denn die Millionen waren weit mehr, als Adelson legal hätte spenden dürfen. Die Geld-Infusion für den Super-PAC, der hingegen offiziell unabhängig ist, machte pro-Gingrich-Werbung in New Hampshire und South Carolina – und negative Werbung gegen Romney.
Heute ist der ehemalige Sprecher des US-Repräsentantenhauses wieder ernsthafter Herausforderer von Spitzenreiter Mitt Romney – und abhängig von Adelsons Millionen.
Anfang der Woche spendete der Milliardär erneut fünf Millionen Dollar. Offenbar glaubt Adelson an Gingrichs Chancen im Wahlkampf, nachdem dieser klar in South Carolina gesiegt hat. "So lange Newt im Rennen ist, unterstützen wir ihn", zitierte die Tageszeitung "New York Times" einen Vertrauten von Adelson. Doch wer ist der mysteriöse Mann hinter dem Gingrich-Boom?
Adelson und Gingrich verbindet eine jahrelange Freundschaft. Die beiden kamen erstmals in den 90er-Jahren während eines Gewerkschaftsstreits in Nevada zusammen. Damals wechselte Adelson vom demokratischen ins republikanische Lager. Der 78-Jährige ist heute der Besitzer des berühmten Kasino-Hotels "The Venetian" in Las Vegas, das er auf die Ruinen des 1996 gesprengten Kasinos "Sands" baute - der Ort, wo einst Frank Sinatra auftrat, Elvis Presley erstmals den Song "Hound Dog" hörte und 1960 der erste "Ocean's Eleven"-Film gedreht wurde. Mit geschätzten 21 Milliarden Dollar ist Adelson laut "Forbes Magazine" die Nummer acht der reichsten US-Amerikaner – ein Platz hinter George Soros, dem finanzkräftigsten Unterstützer der Demokraten. Das meiste Geld macht Adelson heute in Asien, vor allem in Singapur, wo er mehrere Hotels und Kasinos besitzt.
Mitt Romney
Einnahmen: 32,2 Millionen
Ausgaben: 17,6 Millionen
In der Kasse: 14,7 Millionen
Newt Gingrich
Einnahmen: 2,9 Millionen
Ausgaben: 2,5 Millionen
In der Kasse: 353.000
Rick Santorum
Einnahmen: 1,3 Millionen
Ausgaben: 1,1 Millionen
In der Kasse: 190.000
Ron Paul
Einnahmen: 12,6 Millionen
Ausgaben: 8,9 Millionen
In der Kasse: 3,7 Millionen
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Barack Obama
Einnahmen: 86,2 Millionen
Ausgaben: 27,1 Millionen
In der Kasse: 61,4 Millionen
Stand: Oktober 2010, Alle Angaben gerundet und in Dollar
Quelle: Open Secrets (unabhängiges Forschungsinstitut für Geldströme in der US-Politik)
Der Sohn osteuropäischer Juden wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Boston auf. Die Universität in New York besuchte er nur kurz und ging ab ohne Abschluss. Stattdessen wurde er zum "self made man" und lebte den Amerikanischen Traum: vom Verkäufer für Toilettenartikel zum Multimilliardär. Er gründete Amerikas wichtigste Computer Messe der 80er und 90 er Jahre, die COMDEX. Danach ging er nach Las Vegas und nahm die Stadt im Sturm. Heute ist Adelson einer der wichtigsten Männer im US-Spielerparadies.
Adelsons Wort hat jedoch nicht nur in den USA Einfluss, er hat auch in Israel ein Wörtchen mitzureden. Als glühender Unterstützer des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu lehnt er die Zwei-Staaten-Lösung ab. Er gilt als Falke in der Nahost-Politik und vertritt einen harten Kurs gegenüber den Palästinensern, deren Wunsch nach Unabhängigkeit Adelson ablehnt. Laut einem Bericht des seriösen Magazins "New Yorker" gehörte Adelson einst zu den größten Spendern der jüdischen Lobbygruppe "AIPAC", die unter anderem Reisen von Kongressabgeordneten nach Israel zahlt. Reden vor der AIPAC gelten selbst für US-Präsidenten zum Pflichtprogramm. Allerdings soll sich das Verhältnis von Adelson und AIPAC abgekühlt haben, nachdem die Gruppe 2007 mehr Wirtschaftshilfe für die Palästinenser gefordert hatte.
Beide Männer verbindet eine deutlich pro-israelische Einstellung in Sachen Naher Osten. Gingrich hatte im Wahlkampf für Aufsehen gesorgt, als er im Dezember 2011 die Palästinenser als "erfundenes Volk" bezeichnete. Wenige Wochen später schrieb Adelson seinen ersten Scheck. Eine israelische Tageszeitung, die Adelson besitzt, druckte auch schon mal ganzseitige Werbung mit Gingrich als Freund Israels und Feind des Irans.
In Florida, wo Ende Januar die nächste Vorwahl stattfindet, dürfte Gingrich gleich doppelt von Adelsons Unterstützung profitieren. Im Bundesstaat an der US-amerikanischen Ostküste leben viele Juden, deren Stimmen Gingrich mit seiner harten Haltung gegenüber den Palästinensern leichter gewinnen wird als der eher moderate Mitt Romney.
Allerdings könnte Adelson auch zu Gingrichs Problem werden. Mit seinen Spenden an den schattenhaften Super-PAC "Winning our Future", der unter anderem den kontroversen Anti-Romney-Film "King of Bain" veröffentlichte, steht Adelson für eines der großen Probleme des Wahlkampfes 2012: Unbegrenzte Zahlungen von Großspendern, die den demokratischen Prozess zu ihren Gunsten regelrecht aufkaufen. Verantwortlich dafür ist die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes im Fall "Citizens United". Danach waren anonymen Spendern wie Adelson Tür und Tor geöffnet: Sie können Millionen in den Wahlkampf pumpen, ohne wirklich darüber Auskunft geben zu müssen.
Außerdem wird sich Gingrich in der Israel-Frage als Hardliner profilieren müssen, um weiter in den Genuss von Adelsons Millionen zu kommen. Das jedoch legt ihn in der Diskussion über den Friedensprozess fest – vielleicht ein Nachteil bei Wechselwählern, die eher ein baldiges Ende des Nahost-Konfliktes herbei sehnen.
Gingrich ist von Adelson noch abhängiger als es Obama, Romney oder Santorum von ihren Großspendern sind. Das macht ihn auch angreifbar.
10.02.12
Bevor Newt Gingrich Präsident der USA werden kann, muss er erst einmal an seiner eigenen Partei vorbei. Denn in der hat er gleich mehrere mächtige Gegner. Das republikanische Establishment erinnert sich nur zu deutlich an Gingrichs Zeit im Kongress.
Dienstag, 03. Januar 2012
Der Medienmagnat Rupert Murdoch hat sich bei den Vorwahlen der US-Republikaner für die Präsidentschaftskandidatur auf die Seite des erzkonservativen Ex-Senators Rick Santorum gestellt. Santorum sei "der einzige Kandidat mit einer eigenen großen Vision" für die USA, erklärte der 80-jährige Unternehmer über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter.
Im Bundesstaat Iowa geht der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, als Favorit ins Rennen um die republikanische Kandidatur. Er liegt in letzten Umfragen knapp vor dem texanischen Abgeordneten Ron Paul. Santorum werden Außenseiterchancen eingeräumt.
AFP
Dienstag, 03. Januar 2012
Nachbarn, Freunde, Familienmitglieder und natürlich Menschen, die man noch nie im Leben gesehen hat: Der Iowa Caucus ist so eine Art politische Gemeindeversammlung, mit der Einschränkung, dass nur Mitglieder einer bestimmten Partei eingeladen sind. In Iowa wird das System seit Mitte des 19. Jahrhunderts angewendet. Auch die Demokraten verwenden den Caucus, die Regeln dafür stellen die Parteien jedoch unabhängig voneinander auf. Nur in einer Sache ist man sich einig: Iowa ist der erste US-amerikanische Bundesstaat, der abstimmen darf. So hat man es sich in die eigene Verfassung geschrieben.
Bei der Wahl 2012 müssen nun also die Republikaner des kleinen Bundesstaates ermitteln, wen sie am liebsten gegen Barack Obama ins Feld schicken wollen. Abgestimmt wird in insgesamt 1774 Wahlkreisen.
Doch was verbirgt sich hinter einem Caucus? Wie läuft der Iowa Caucus ab? Wie gewinnt man einen Caucus? Und vor allem: Wer hat Chancen auf den Sieg?
Weiterlesen: Demokratie wie im 19. Jahrhundert - Was ist der Iowa Caucus?