Dienstag, 01. Februar 2005
Gefangenen-Aufstand im Irak: Vier Rebellen erschossen
Am Tag nach den Wahlen sind im Irak bei einer Gefängnisrevolte im größten US-Haftlager für Rebellen vier Insassen erschossen worden.
Nach US-Armeeangaben wurden sechs weitere Häftlinge bei der Revolte vom Montag verletzt, in die Hunderte Insassen in der Haftanstalt Camp Bucca nahe der kuwaitischen Grenze verstrickt gewesen seien. Unter den US-Soldaten habe es hingegen keine schweren Verletzungen gegeben. Die Soldaten erschossen laut US-Erklärung vier Insassen, die mit Steinen geworfen hatten. Zuvor habe das Wachpersonal Plastikgeschosse gegen die Aufständischen eingesetzt. Die Revolte habe rund eine Dreiviertelstunde gedauert und sei nach einer Routinekontrolle ausgebrochen. Ein Zusammenhang mit den Wahlen sei nicht ersichtlich. Aufständische im Irak hatten die Wahlen am Sonntag mit Anschlägen zu torpedieren versucht und den demokratischen Kräften den Krieg erklärt.
Insgesamt wurden nach US-Angaben drei Gebäudekomplexe mit insgesamt 2900 Insassen in dem weiträumigen Haftlager nahe der Hafenstadt Umm Kasr im Süden des Irak von der Gewalt erfasst. In Camp Bucca sind insgesamt 5300 Menschen inhaftiert. Bereits im November 2003 war es in dem durch einen Folterskandal bekannt gewordenen US-Gefängnis Abu Ghraib nahe der Hauptstadt Bagdad zu einer Revolte gekommen, wobei drei Häftlinge von US-Soldaten erschossen wurden. US-Kommandeure hatten Camp Bucca als Musterbeispiel für gute Haftbedingungen herausgestellt, das als Kontrast zu dem durch die Folterfotos in die Schlagzeilen geratenen Abu Ghraib dienen solle.
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