"Hilfe unter Terrorstaaten"Waffen aus Iran eingesetzt
Die libanesische Hisbollah-Miliz soll für ihren Angriff auf zwei Schiffe Raketen aus dem Iran verwendet haben. Eine per Radar gelenkte C802-Rakete sei auf ein israelisches Kriegsschiff gefeuert worden. Das Schiff wurde schwer beschädigt und ein Matrose getötet, drei wurden zunächst vermisst. Auch ein ägyptisches Handelsschiff sei durch eine Rakete aus dem Iran versenkt worden.
Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach Angaben aus israelischen Militärkreisen für ihren Angriff auf zwei Schiffe Raketen aus dem Iran verwendet. Eine per Radar gelenkte C802-Rakete mit einer Reichweite von 100 Kilometern sei auf ein israelisches Kriegsschiff vor der libanesischen Küste gefeuert worden, verlautete am Samstag aus den Kreisen. Das Schiff wurde schwer beschädigt und ein Matrose getötet, drei wurden zunächst vermisst. Auch ein ägyptisches Handelsschiff sei durch eine Rakete aus dem Iran versenkt worden, hieß es weiter. Ägypten hat den Verlust des Schiffes nicht bestätigt. Die Hisbollah hatte erklärt, das Kriegsschiff sei durch eine mit Sprengstoff beladene Drohne getroffen worden.
"Das ist ein hoch entwickeltes Waffensystem", hieß es in den israelischen Kreisen über die C802. "Das sind fortgeschrittene Waffen, die von einem Terrorstaat an einen anderen geliefert werden", sagte der Militärvertreter mit Bezug auf den Iran. Die Hisbollah wird von dem islamischen Gottesstaat unterstützt. Israel geht davon aus, dass die radikale Moslemgruppe ein Arsenal von 10.000 bis 12.000 Raketen besitzt. Sie hat sich der Vernichtung Israels verschrieben.
Der Exodus beginnt
Angesichts der anhaltenden israelischen Bombardierung beraten die Regierungen in Europa über eine Evakuierung ihrer Bürger aus dem Libanon. Frankreich will seine Staatsbürger auf den Landweg aus dem Libanon holen. Eine sichere Ausreiseroute gibt es nach der Bombardierung des Flughafens von Beirut und einer Seeblockade nicht. Libanon hat nur Grenzen zu Israel und Syrien. Italien bringt mehr als 420 Ausländer in Sicherheit.
Im Auswärtigen Amt in Berlin wird noch nicht an Evakuierungen gedacht. Das Ministerium rät jedoch dringend von Reisen in den Libanon ab. Den rund 1100 deutschen Staatsbürgern im Libanon empfiehlt das Auswärtige Amt "möglichst am derzeitigen Aufenthaltsort zu verbleiben und Reisen zu vermeiden". Norwegen will für seine Staatsbürger den Landweg nutzen, Schweden zieht den Seeweg Richtung Zypern vor. Auch die USA planen die Ausreise der etwa 25.000 Amerikaner mit Militärmaschinen über Zypern.
Zivilisten getötet
Die israelische Luftwaffe beschoss am Samstag bei erneuten Angriffen im Süden Libanons ein Zivilfahrzeug. Dabei kamen laut CNN zwölf Menschen ums Leben. Mindestens drei Raketen schlugen unterdessen im Beiruter Stadtviertel Haret Hreik ein, hieß es in libanesischen Sicherheitskreisen. Am frühen Morgen waren Flugblätter über Beirut abgeworfen worden, die Einwohner vor weiteren Angriffen warnten.
Hauptquartier der Hisbollah zerstört
Israelische Kampfflugzeuge haben am Samstag das Hauptquartier der Hisbollah in Beirut zerstört. Das neungeschossige Gebäude im Süden der Stadt sei mehrfach getroffen worden, hieß es in libanesischen Sicherheitskreisen. Auch das Wohnhaus des Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah sei beschossen worden. Zunächst war unklar, ob Menschen dabei zu Schaden gekommen sind. Nasrallah hatte Israel den Krieg erklärt und mit neuen, weit reichenden Raketen gedroht.