Donnerstag, 26. Januar 2006
Kampf gegen Kindesmisshandlung: Warnsystem startet im Sommer
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat den Start eines Frühwarnsystems gegen Kindesmisshandlung für Mitte des Jahres angekündigt. "Wir werden dann mit den ersten Modellprojekten beginnen, von denen sich einige auf den norddeutschen Raum konzentrieren werden", sagte die CDU-Politikerin dem "Hamburger Abendblatt".
Von der Leyen hatte bereits mehrfach ein Frühwarnsystem angeregt. Darin ist unter anderem vorgesehen, dass Familienhelfer und Hebammen bereits während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren zu Problemfamilien gingen, um vorbeugend Hilfe anzubieten.
Zudem bekräftigte von der Leyen im "Hamburger Abendblatt" ihre Ablehnung einer Pflicht zur Kinderuntersuchung. Psychiater berichteten, dass Eltern, die ihre Kinder misshandeln, es verstünden, Misshandlungen zu vertuschen. "Die Kinder werden 14 Tage vorher einfach nicht mehr geschlagen. Dann sind die blauen Flecken weg und am Tag danach gehen die Schläge wieder los", sagte die Ministerin. "Wir würden uns also in einer falschen Sicherheit wiegen, würden wir uns nur auf die Pflicht zur Untersuchung verlassen."
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