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Kein Nazi-Aufmarsch in HalbeWeg zum Friedhof gesperrt

12.11.2005, 18:15 Uhr

Rund 2.200 Menschen haben im brandenburgischen Halbe südöstlich von Berlin einen Aufmarsch von Neonazis zum größten Soldatenfriedhof in Deutschland verhindert.

Rund 2.200 Menschen haben im brandenburgischen Halbe südöstlich von Berlin einen Aufmarsch von Neonazis zum größten Soldatenfriedhof in Deutschland verhindert. In der ersten Reihe standen Gewerkschafter und Politiker. Redner riefen dazu auf, den Rechtsextremen keine Chance einzuräumen. Ursprünglich wollten die Rechtsextremisten zum Friedhof marschieren.

Nach der zentralen Gedenkfeier des Landes zum Volkstrauertag blockierten die Demonstranten nach Angaben der Veranstalter stundenlang den Weg zum Waldfriedhof in dem Ort. Auf dem Friedhof liegen die sterblichen Überreste von etwa 23.000 Soldaten und Zivilisten, die im April 1945 der letzten großen Kesselschlacht des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fielen.

Zu dem alljährlichen "Heldengedenken", das die Neonazis auf dem Friedhofsvorplatz veranstalten wollten, waren nach Angaben der Organisatoren etwa 1.600 Teilnehmer nach Halbe gekommen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte die Versammlung am Freitag genehmigt. Die Polizei, die mit 2.000 Beamten im Einsatz war, hielt beide Gruppierungen auseinander. Nach Auskunft eines Sprechers gab es bis zum späten Nachmittag keine Zwischenfälle.

Am Vormittag hatte Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) in Halbe bei der zentralen Gedenkfeier des Landtags und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Volkstrauertag die demokratischen Kräfte zur aktiven Auseinandersetzung mit Rechtsextremisten aufgerufen. Bereits in der Schule müsse vermittelt werden, wohin Ideologien und Extremismus führen, sagte Schönbohm vor mehr als 1.000 Teilnehmern auf dem Waldfriedhof. Mit ihren Aktionen setzten die Bürger "ein überzeugendes Zeichen für wehrhafte Demokratie, Toleranz und Versöhnung".

Schönbohm bedankte sich bei den Künstlern und anderen Teilnehmern von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Initiativen, die mit Konzerten und Aktionen gegen den Neonazi-Aufmarsch auftraten. Dies mache deutlich, "dass Halbe kein Platz für rechtsextremistisches Gedankengut oder für den Aufmarsch von Rechtsextremisten ist".