Dienstag, 21. Juni 2005
Grund unklar: Zapatisten tauchen wieder ab
Die Zapatisten-Rebellen der Nationalen Befreiungsarmee (EZLN) im südostmexikanischen Bundesstaat Chiapas ziehen sich offenbar in den Untergrund zurück. In einem in San Cristbal de las Casas verbreiteten Kommuniqu des Anführers "Subcomandante Marcos" wurde in den Gebieten der Rebellen ein Alarmzustand verhängt.
Die Leitungen der autonomen Ortschaften und Städte würden für eine unbestimmte Zeit im Verborgenen arbeiten, hieß es. Einen Grund für die Maßnahme nannte die Erklärung nicht.
Die Mitglieder der Rebellenarmee wurden aufgerufen, in die Camps zu gehen und sich dem militärischen Befehl zu unterstellen. Alle Zivilisten wurden aufgefordert, die Rebellengebiete in Chiapas zu verlassen oder auf eigenes Risiko dort zu bleiben. Die mexikanischen Medien berichteten, die mexikanische Armee habe in den vergangenen Tagen in den autonomen Gebieten der Zapatisten insgesamt 44 Marihuanafelder zerstört und damit die Ernte von rund vier Tonnen Marihuana verhindert.
Die Zapatisten in Chiapas hatten seit 1994 gegen die mexikanische Zentralregierung gekämpft. Unter Präsident Vicente Fox erreichten sie ab dem Jahre 2000 die Duldung autonomer Städte und Gebiete in dem an Guatemala grenzenden Bundesstaat. Seitdem war es ruhig geworden. In diesen Gebieten hat der mexikanische Staat seine Kontrolle vollkommen eingebüßt. Das Koordinierungsbüro des Innenministeriums in Chiapas erklärte in der Nacht zum Dienstag lediglich, die Lage sei "völlig normal".
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