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Neonazi-Ware bei eBayZentralrat der Juden erbost

06.02.2006, 16:01 Uhr

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat das Internetauktionshaus eBay scharf kritisiert, weil dort noch immer Neonazi-Artikel versteigert werden.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat das Internetauktionshaus eBay scharf kritisiert, weil dort noch immer Neonazi-Artikel versteigert werden. Der Zentralrat habe bereits 2002 an eBay geschrieben und darauf aufmerksam gemacht, dass es so nicht weitergehen könne, sagte der Vizepräsident des Zentralrats, Salomon Korn, laut eines vorab veröffentlichten Interviews der ARD-Sendung "Report Mainz".

"Das Gleiche geschah noch mal im Jahr 2004 und im Dezember 2005 ein drittes Mal und es stellte sich jedes Mal heraus, dass eBay zwar schöne Worte findet, aber das Problem nicht in den Griff bekommt. Ich denke das Problem ist in den Griff zu bekommen", erklärte Korn demnach.

Redakteuren des Politikmagazins war es dem Vorabbericht zufolge gelungen, in Deutschland unter anderem verbotene Musik von Neonazis-Bands wie "Landser", "Kommando Freisler" oder "Weisse Wölfe - Weisse Wut" zu ersteigern. Zudem seien in den vergangenen Wochen etliche unkommentierte Ausgaben von Hitlers "Mein Kampf" angeboten worden, hieß es.

Den Verantwortlichen bei eBay für die Bekämpfung illegaler Angebote, Wolfgang Weber, zitierte der Sender mit den Worten, dass es Schwierigkeiten gebe, den Handel mit solchen Artikeln einzudämmen, da ein großer Teil über die ausländischen eBay-Marktplätze nach Deutschland gelange. Der deutsche eBay Markt sei aber weitgehend bis völlig sauber.

Prinzipiell ist es bei dem Internetauktionshaus verboten, "Artikel anzubieten, die den Nationalsozialismus oder extremistisches und/oder verfassungsfeindliches Gedankengut verherrlichen oder verharmlosen", wie es in den Grundsätzen heißt.

Kritik kam auch vom früheren RTL-Chef Helmut Thoma, der sich im Verein gegen Missbrauch in Internet (naiin) engagiert. Zwar sei es durchaus möglich, dass "hier und da mal ein Einzelfall durchrutschen kann", erklärte er. "Aber das ist ja offenbar durchaus schon ein nennenswerter Bereich, der ganz einfach nicht durchrutschen darf." Der Rechtsextremismusforscher Hajo Funke sagte dem Vorabbericht zufolge: "eBay ist offenkundig ein wichtiges Vermittlungsinstrument für Neonazis geworden."