Montag, 10. November 2008
TN 85: Castoren nicht dicht genug
Der hochradioaktive Atommüll wird in diesem Jahr nicht in deutschen "Castor"-Behältern ins Zwischenlager nach Gorleben gebracht, sondern in dem französischen Modell TN 85. Dieses ist für stärker strahlenden Atommüll zugelassen als die bisher eingesetzten Castor-Behälter.
Deutscher Atommüll wurde bis 2005 in die französische Wiederaufbereitungsanlage La Hague und in die britische Anlage Sellafield geliefert. Dort werden abgebrannte Uran- und Plutonium-Brennstäbe in wiederverwertbare Bestandteile und hochradioaktiven Restmüll geschieden. Der aktuelle Transport ist der elfte nach Gorleben und der zehnte aus La Hague.
Der Restmüll wird bei rund 1100 Grad mit Glasgranulat verschmolzen. Dabei entstehen die so genannten Glaskokillen, die in Transportbehältern nach Gorleben gehen.
Der der jetzt zurückgeschickte Atommüll strahlt stärker, weil er aus Brennelementen stammt, die länger in Kernkraftwerken eingesetzt waren. Auf die Reise gingen am Wochenende elf Container. Die TN 85 fassen dabei wie die Castoren 28 Kokillen mit einem Gewicht von jeweils 400 Kilogramm. Ein Transport im alten Castor wäre theoretisch möglich gewesen, dann hätten aber wegen der höheren Hitzeentwicklung nur 20 Kokillen pro Container verpackt werden können.
Jetzt befindet sich noch Material für 22 weitere Behälter in La Hague. Dies bedeutet zwei weitere Transporte. Sie sollen 2010 und 2011 stattfinden. Der Transport im kommenden Jahr fällt aus, weil sich die Genehmigung für neue, hitzebeständigere Castor-Behälter vom Typ HAW 28M verzögert und nicht mehr genug französische TN-85-Container zur Verfügung stehen. Lieferungen von Sellafield nach Gorleben werden erst 2014 anlaufen. Von dort sollen in voraussichtlich vier Transporten knapp zwei Dutzend Castoren kommen. Bis zum Jahr 2017 soll der gesamte Atommüll wieder in Deutschland sein.
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