Staatschef und SexsymbolChavez mischt gerne auf
Hugo Chavez ist schon einige Male auf der politischen Weltbühne aufgefallen. Er ist ein singender Kämpfer für die Armen, der nicht nur zuhause Bewunderer hat.
Für seine verbalen Rundumschläge ist Hugo Chavez inzwischen weltweit berüchtigt. Der umstrittene Staatschef von Venezuela sorgte mit seinem lockerem Mundwerk vor allem 2006 für internationale Schlagzeilen, als er US-Präsident George W. Bush in einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York als "Teufel"" beschimpfte. Der frühere Oberstleutnant und Fallschirmjäger regiert Venezuela seit 1999 und nach mehreren Wahlsiegen mindestens bis 2013.
Zwischentöne gibt es beim charismatischen Mestizen und Lehrersohn aus dem Flachland nicht. Man liebt oder hasst ihn. Nicht nur in Südamerika gilt er wegen seiner Attacken gegen den "Imperialismus" als Führungsfigur für alle Gegner der USA und des Neoliberalismus. Während arabische Jugendliche bei Kundgebungen im fernen Nahen Osten Plakate mit dem Abbild des 53-Jährigen tragen, gilt Chavez unter den Kindern der feinen Viertel in Caracas seit Jahren als Schimpfwort.
Penn und Glover sind seine Fans
Inzwischen findet der selbst ernannter "Kämpfer für die Armen" nicht nur in den Slums daheim Bewunderer. Immer mehr Politiker, Intellektuelle und auch Unternehmer aus dem In- und Ausland suchen die Nähe des Hausherren im Regierungspalast Miraflores. Zu den Fans von Chvez gehören die Hollywoodstars Sean Penn und Danny Glover sowie der frühere argentinische Fußballsuperstar Diego Maradona.
Chavez träumt, wie einst sein Idol, Befreiungsheld Simon Bolivar, von einem geeinten Lateinamerika. Seinen Beinamen "Hurrikan" verdiente er sich am 4. Februar 1992, als er mit einem Putschversuch gegen Carlos Prez kläglich scheiterte, im Fernsehen aber stolz und siegesgewiss verkündete, die Machtübernahme sei nur einstweilen gescheitert. Nach zweieinhalb Jahren hinter Gittern wurde er zunächst zum Sexsymbol und später zum sozialistischen Staatschef.
2002 vom Teilen des Militärs und Elitegruppen gestürzt, gelangte Chavez nach 48 Stunden wie ein Stehaufmännchen wieder an die Macht. 2004 überstand er ein Referendum zur Amtsenthebung. Der vierfache Vater, der bei Reden und Pressekonferenzen gern spontan zu singen anfängt und Witze erzählt, nannte einmal Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als sein Vorbild. Heute knüpft er eher Allianzen mit umstrittenen Regimen wie dem im Iran, in Nordkorea oder Kuba.