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Dossier

Dienstag, 07. Februar 2006

Mahmud Ahmadinedschad: Der Holocaust-Leugner

Der jetzige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat wiederholt den Holocaust geleugnet. Trotz scharfer internationaler Kritik hat er immer wieder vom "Märchen vom Massaker an den Juden" gesprochen.

Am 8. Dezember 2005 sprach er sich für die Schaffung eines jüdischen Staates auf deutschem oder österreichischem Boden aus und leugnete das Ausmaß der Judenverfolgung während der Nazizeit. Auf einer Pressekonferenz in der saudischen Pilgerstadt Mekka sagte Ahmadinedschad der amtlichen Teheraner Nachrichtenagentur IRNA zufolge: "Manche der europäischen Staaten bestehen darauf, dass Hitler Millionen von unschuldigen Juden ermordet hat. (...) Wir erkennen diese Behauptungen (Holocaust) nicht an, aber auch falls es wahr sein sollte, stellen wir den Europäern die folgende Frage: ist die Ermordung von unschuldigen Juden Grund genug, um Besatzer in Jerusalem zu unterstützen? Falls die Europäer es ehrlich meinen, sollten sie den Zionisten in einigen ihrer Länder, wie z. B. Deutschland oder Österreich, einen Platz geben."

Am 14. Dezember verschärfte Ahmadinedschad seine Verbalattacken gegen Israel und den Westen und leugnete erneut den Holocaust. Statt die israelischen Angriffe gegen die Palästinenser zu thematisieren, "widmet sich der Westen dem Märchen vom Massaker an den Juden", sagte Ahmadinedschad in Zahedan im Südosten Irans. Der ultrakonservative Präsident wiederholte in seiner vom Sender Khabar direkt übertragenen Rede seine Forderung nach Verlagerung des jüdischen Staates. Wenn der Westen an die Ermordung von sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkrieges glaube, sollte Israel "ein Stück Land in Europa, den Vereinigten Staaten, Kanada oder Alaska zur Verfügung gestellt werden".

Am 26. Oktober hatte Ahmadinedschad auf einer Konferenz in Teheran gesagt, er erwarte, dass Israel von der Landkarte getilgt werde: "Der Imam (Ajatollah Khomeini) hatte das Verschwinden Israels prophezeit, genauso wie er das Ende des Ostblocks und Saddam Husseins prophezeit hatte". Mit Gottes Hilfe werde dies "durch kontinuierliche Weisheit der Palästinenser auch bald realisiert werden", erklärt er. Die internationale Gemeinschaft reagierte empört. UN-Generalsekretär Kofi Annan sagte eine geplante Reise nach Teheran ab.

Am 6. Februar wurde Chamenei mit folgender Aussage zitiert: Wenn es um die Mohammed-Karikaturen gehe, dann werde die Pressefreiheit verteidigt, "aber wie kommt es, dass die Pressefreiheit nicht respektiert wird, wenn es um das Abstreiten oder auch nur Zweifel an der Saga des Holocausts geht?".

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