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Die Zeichen sind deutlichDer Winter kommt

01.11.2006, 12:30 Uhr

Starke Nachfrage nach Winterreifen, gefüllte Salzlager und ziehende Vögel. Meteorologen erwarten den ersten Sturm, Frost und Schnee in Deutschland. Die Zeichen machen sich bemerkbar.

Starke Nachfrage nach Winterreifen, gefüllte Salzlager und ziehende Vögel. Meteorologen erwarten den ersten Sturm, Frost und Schnee in Deutschland. Die Zeichen des angekündigten Temperatursturzes machen sich bereits bemerkbar:

Begehrte Winterreifen

Die Winterreifen-Pflicht und die bevorstehende Mehrwertsteuer-Erhöhung haben nach Einschätzung des Bundesverbandes Reifenhandel zu einer starken Nachfrage von Winterreifen geführt. "Viele Händler haben bereits jetzt Probleme, Reifen zu bekommen", sagte Verbandschef Peter Hülzer. Insbesondere bei preiswerten Fabrikaten seien die Lager schon jetzt teilweise geräumt. Sommerbereifung auf Schnee und Eis kann neuerdings Verwarngelder und sogar einen Punkt im Flensburger Zentralregister zur Folge haben. Auch der ADAC rät zu einem baldigen Reifenwechsel. Allerdings sollten sich Autofahrer nicht blind auf ihre Winterreifen verlassen. Nasses Laub könne die Fahrt unabhängig vom Reifentyp zur Schlitterpartei machen, sagte ein ADAC-Sprecher.

Winterfeste Zootiere

Für die Zoo-Bewohner bedeutet die erwartete Kälte keine Gefahr, viele haben sich an das hiesige Wetter gewöhnt, andere werden gewärmt. "Viele Tiere können selbstständig entscheiden, ob sie drinnen oder draußen sein wollen", erklärt eine Sprecherin vom Hamburger Tierpark Hagenbeck. Die meisten Tiere lebten schon lange hier und hätten sich den veränderten Temperaturen angepasst. Auch im Zoo in Landau/Pfalz können sich Tiere in Wärmehäuser zurückziehen. Manche Bewohner würden durch Wärmelampen im Gehege vor dem Frost bewahrt, bei Bedarf werde mehr Futter verteilt. Umquartiert werde aber nicht: "Bei uns stehen selbst die Flamingos im Schnee", sagt Zoo-Verwalterin Sandra Honigs.

Gerüstete Räumdienste

Die Räumdienste in den deutschen Städten sind für Schnee und Eis gerüstet. "Wir sind auf alles vorbereitet", sagte der Sprecher der Berliner Stadtreinigung, Bernd Müller. Allerdings sei der Boden derzeit noch zu warm für ernsthafte Verkehrsprobleme. In Hamburg nutzt die Stadtreinigung ein spezielles Frühwarnsystem, das auf der Erkenntnis basiert, dass nicht alle Straßen die gleichen Temperaturen haben und zur gleichen Zeit Glatteis bilden. Ein mit Sensoren und Messgeräten ausgestatteter Wagen misst deshalb jetzt die Temperaturen der Fahrbahnoberflächen. Auch im Süden sind die Experten vorbereitet: In München sind die Salzhallen laut Baureferat "randvoll". Derzeit seien 6000 Tonnen Split und 9700 Tonnen Auftausalz eingelagert.

Gefährliche Dächer

Nach den durch Schneemassen verursachten Dacheinstürzen im vergangenen Winter warnen Experten vor großen Schneelasten auf den Dächern. "Hausbesitzer sind für die Sicherheit ihrer Gebäude verantwortlich", erklärte der bayerische Innenstaatssekretär Georg Schmidt. Spätestens wenn die zulässige Schneelast erreicht ist, solle das Dach geräumt werden. "Bei anhaltenden Schneefällen sollte man sich Gedanken machen, ob man das Dach vorsorglich von Altschnee befreit." Helfer, die ein Dach räumen, müssten stets gesichert sein.

Ziehende Vögel

Vor der herannahenden Kälte sind Schwärme von Zugvögeln in wärmere Gefilde aufgebrochen. Nach Beobachtungen der Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sind Bergfinken aus Skandinavien sowie Wacholder-, Mistel- und Singdrosseln in der Mitte Deutschlands unterwegs. Das abnehmende Tageslicht und die sinkenden Temperaturen beeinflussten die innere Uhr der Vögel und hätten ihnen das Signal zum Flug nach Süden gegeben, sagte Vogelexperte Martin Hormann. Zurückbleibende Arten seien auf den deutschen Winter bestens vorbereitet. Bei Kälte plustern sie ihre Federn auf. Bei extremem Frost sparen sie Energie, indem sie sich nicht viel bewegen.