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Dossier

Mittwoch, 12. Oktober 2005

Von Übertragung bis Schutz: Die Gefahren der Vogelgrippe

Das in Asien grassierende Vogelgrippe-Virus hat bislang das Leben von Millionen von Vögeln gekostet. Sie starben oder wurden notgeschlachtet, damit sich die Viren nicht ausbreiten.

Übertragung: Das Vogelgrippe-Virus wird vor allem bei engem Kontakt mit infizierten Hühnern, Enten oder Gänsen übertragen. Die Tiere scheiden den Erreger über Kot und Sekrete aus. Reisende sollten daher auf den Besuch von Vogel- und Geflügelmärkten in den betroffenen Ländern verzichten. Da das Virus beim Erhitzen zerstört wird, ist eine Ansteckung über das Essen unwahrscheinlich. Die EU hat zudem umfassende Importverbote für Geflügel und Geflügelprodukte aus den betroffenen Ländern erlassen. In Vögeln aus Deutschland wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen.

Krankheitsverlauf beim Menschen: Die Erkrankung beginnt etwa zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung und verläuft ähnlich einer schweren Grippe mit hohem Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Husten, Gliederbeschwerden und Lungenentzündung. Etwa die Hälfte der Kranken leiden unter Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen können hinzukommen. Als Komplikation tritt häufig ein Lungenversagen auf. Etwa die Hälfte der Kranken starben bisher.

Erkrankungs- und Todesfälle: In den vier Ländern Indonesien, Vietnam, Thailand und Kambodscha, wo Menschen besonders nah mit Geflügel zusammenleben, haben sich bereits einige infiziert. Vom Auftreten des Virus Ende 2003 bis 10. Oktober 2005 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) insgesamt 117 Erkrankungsfälle bestätigt, 60 Menschen davon sind gestorben. Die bei weitem meisten Fälle hat Vietnam.

Einschleppung: Wildvögel tragen auch in Deutschland Vogelgrippe-Viren in sich, allerdings wurde noch nicht der besonders gefährliche Erreger H5N1 nachgewiesen. Die Gefahr einer Einschleppung des Erregers H5N1 geht nach Meinung des zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts vor allem von illegalen Transporten aus. Bei Zugvögeln sei die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Einschleppung aus Rumänien und der Türkei nach Deutschland momentan gering bis mäßig.

Schutz für Menschen: In Deutschland gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff für Menschen gegen die Vogelgrippe. Es gibt Medikamente, die bei Einnahme zu Beginn einer Grippe die Vermehrung der Viren stören. Die meisten Experten nehmen an, dass die Neuraminidasehemmer Tamiflu und Relenza auch bei erkrankten Menschen mit Vogelgrippe helfen. Deutschland hat mehrere Millionen Dosen der Medikamente geordert.

"Supervirus": Die WHO befürchtet, dass sich der Erreger der Vogelgrippe mit dem der menschlichen Grippe vermischt und so ein "Supervirus" entsteht, das eine weltweite, extrem gefährliche Grippeepidemie auslösen könnte. Ein solches Virus wurde bislang noch nicht nachgewiesen.

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