Sonntag, 17. Juli 2005
Bleskins 100. Zwischenruf: "Grenzen dicht für Naziblätter!"
"Eine (unter vielen) Dummheit und Inkompetenz sondergleichen findet man aktuell im Bereich der Automobilindustrie. Seit vielen Jahren schon werden Arbeitsplätze aus Deutschland abgezogen und ins Ausland verlagert." Schreibt dieser Tage ein Blatt, das sich "Deutsche Stimme" nennt, Sprachrohr der neofaschistischen NPD ist und zu den überflüssigen Medien in diesem Lande gehört.
"Arbeitsplätze für Deutsche", "Grenzen dicht für Lohndrücker" tönt es aus dem Verein immer wieder. Nun war ruchbar geworden, dass die Oberdeutschen ausgerechnet ihre "Stimme" in Polen drucken ließen. In Zielona Gra, das vormals Grünberg hieß und im Ergebnis des von den NPD-Ikonen vom Zaun gebrochenen Weltkriegs an unsere Nachbarn kam. Nun mochte sein, dass Parteichef Voigt und die Seinen nicht mitbekommen hatten, dass Hitlerdeutschland den Krieg verloren hat und "Grünberg" nicht mehr zum "Reich" gehört. Doch nein, es waren schnöde Kostengründe, welche die Herausgeber bewogen, ihr Geschreibsel jenseits der Grenzen drucken zu lassen.
Die Druckerei hat den Vertrag inzwischen gekündigt. Und die NPD-Stimme zog weiter ostwärts (in Klammern gesagt: Das kommt einem irgendwie bekannt vor.) Nun verdient eine Typographie in Litauens Hauptstadt an dem buchstabengewordenen Unsinn.
Bleibt zu hoffen, dass der Druckerei in Vilnius ein Licht aufgeht, was sie da so verzapft.
Falls es dunkel bleibt, sollte gelten: "Grenzen dicht für Naziblätter!"
