KommentarHamas auf Konfrontationskurs
Die Hamas befolgt mit ideologischem Genie eine Politik, sich selber zum internationalen Paria zu machen, dem jegliche diplomatische Regung fremd ist.
von Ulrich W. Sahm
"Ideologen haben die Welt zerstört, und immer wieder sich selbst." Der israelische Archäologe Gaby Barkay erwähnt die französische Revolution, "bis die Köpfe rollten". Ob Kommunismus, Nationalsozialismus, die israelische Siedlerbewegung oder jetzt die Hamas, alle haben eins gemein: "Man kann mit ihnen nicht reden. Ehe sie sich selbst zerfleischen, jagen sie die Welt in den Untergang."
Die Ernennung eines fanatisch-blinden Guerillachefs und Mörders, Jamal Abu Samhadana, zum Sicherheitschef der Hamasregierung, ist der jüngste Schritt einer ideologisch verblendeten islamistischen Organisation, die sich offen für Genozid an Juden und die Zerstörung Israels einsetzt. Die Bezeichnung "legitime Selbstverteidigung" für das Selbstmordattentat in Tel Aviv, bei dem neun Menschen in einem Arme-Leute-Schnellimbiss ermordet wurden, löste weltweit Empörung aus.
Vor allem in Europa werden Anzeichen einer "Mäßigung" ausgemacht, ein "Zwang" zu Vernunft und "Pragmatismus", sowie sich die Hamas in Regierungsverantwortung befinde. Doch ausnahmslos dementierte Hamas all diese "Anzeichen". Ein Brief des Außenministers Mahmud A-Zahar an UN-Generalsekretär Kofi Anan, der eine "implizite" Anerkennung Israels enthielt, wurde von A-Zahar persönlich als "falscher Entwurf" abgetan.
Hamas droht der EU mit einer "Hungersnot" unter den Palästinensern, falls diese es wagen sollte, ihre Zahlungen einzustellen. Doch verzichtet sie gleichzeitig auf die "schmutzigen" Gelder, falls sie an Bedingungen geknüpft werden, wie Anerkennung Israels, Gewaltverzicht oder ein Einhalten der Verträge. Selbst "versöhnliche" Worte, wie des Finanzministers, Israel "vielleicht" anzuerkennen, sowie es "das Rückkehrrecht der Flüchtlinge" verwirklicht habe, sind in Wirklichkeit kaschierte Aufrufe zur Zerstörung des jüdischen Staates. Acht Millionen zusätzliche Araber in einem Staat mit fünf Millionen jüdischen Einwohnern würden Israel in "Palästina" verwandeln.
Politiker wie die frühere Grünen-Chefin Angela Beer und angesehene Zeitungen fordern von Israel einen "Dialog mit der Hamas" und von der EU, die palästinensische Regierung zu finanzieren. Anders sei "Frieden" undenkbar. Doch die Hamas befolgt mit ideologischem Genie eine Politik, sich selber zum internationalen Paria zu machen, dem jegliche diplomatische Regung fremd ist.