Ole von BeustHanseat durch und durch
Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust ist ein Hanseat durch und durch. Das mögen selbst seine politischen Gegner. Aber der "Sunnyboy" kann auch durchgreifen.
Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust ist ein Hanseat durch und durch. Seit 2001 leitet der CDU-Politiker das Rathaus in der Hansestadt - seiner Meinung nach das "schönste Amt der Welt". Als erstem Regierungschef in Deutschland gelang es ihm, eine schwarz-grüne Koalition auf Landesebene zu schmieden. Nun verdichten sich Hinweise, dass der 55-Jährige am 18. Juli seinen Rücktritt erklären wird. Spekulationen zufolge will er wieder mehr Zeit für sein Privatleben haben.
Für die CDU in der Hansestadt wäre der Rückzug ein herber Schlag: Der blonde, waschechte Hamburger, der schon mit 16 Jahren in die CDU eintrat, ist sowohl in der Partei als auch bei den Bürgern sehr beliebt. Selbst politische Gegner mögen seine hanseatische Art.
Der gelernte Jurist hat eine steile Karriere hingelegt. Mit 23 Jahren wurde er jüngster Abgeordneter der Bürgerschaft, mit 38 Fraktionschef, mit 46 erstmals Bürgermeister. "Ich habe die Hamburger CDU bald länger geprägt als Helmut Kohl die Union auf Bundesebene", stellte er einmal fest.
Freundlich präsidial
Beust machte im politischen Alltag nicht viele Worte und überließ es in der Bürgerschaft meist seinen Senatoren, Attacken der Opposition zu parieren. Der Bürgermeister gab sich lieber freundlich präsidial. "Ich war schon immer viel mehr Christdemokrat als Konservativer", sagte Beust einmal über sich. An erster Stelle stünden für ihn Freiheit und Eigenverantwortung.
Das Etikett des "Sonnyboys" haftet Beust lange an - dabei hat er längst gezeigt, dass er auch hart durchgreifen kann. So feuerte er 2003 ohne große Vorrede seinen Innensenator Ronald Schill und ließ die Koalition aus CDU, Schill-Partei und FDP platzen. Er fühlte sich von Schill erpresst, der ihn quasi gezwungen hatte, sich öffentlich zu seiner Homosexualität zu bekennen - die er aber als reine "Privatsache" behandelt wissen wollte.