Überschwemmungen in AcehHauptproblem Trinkwasser
In den Überschwemmungsgebieten auf der indonesischen Insel Sumatra wird die Situation auch in den kommenden Tagen angespannt bleiben.
In den Überschwemmungsgebieten auf der indonesischen Insel Sumatra wird die Situation auch in den kommenden Tagen angespannt bleiben. "Es kann noch keine Entwarnung gegeben werden", sagte Gunnar Stange, Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), am Dienstag in einem dpa-Gespräch. "Das Wasser geht zum Teil zurück, aber es sind weitere schwere Regenfälle vorausgesagt." Nach Angaben der Behörden rissen die Fluten bislang mindestens 70 Menschen in den Tod, rund 200.000 Bewohner flüchteten in Notunterkünfte. Besonders betroffen ist die Provinz Aceh im Norden Sumatras, die vor zwei Jahren von dem Tsunami verwüstet worden war.
Stange sagte, vordringlichstes Problem sei die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. "Das muss so schnell wie möglich auf die Beine kommen. Es gibt gute Anzeichen, dass die Schwierigkeiten gelöst werden und auf diese Weise der Ausbruch von Seuchen verhindert werden kann." Bislang seien lediglich Durchfall- und Hauterkrankungen aufgetreten. Die GTZ verteile Nothilfe, dazu gehörten Reis, Wasser, Trockenfisch, Speiseöl und Hygienesets. Als Folge des Tsunami seien viele Hilfsorganisationen noch immer vor Ort.
Der Distrikt Tamiang sei zu 90 Prozent überflutet, auch im Distrikt Aceh-Utara gebe es massive Überschwemmungen – allein dort hätten sich etwa 120.000 Menschen in Notunterkünfte gerettet. "Teilweise sind keine Straßen mehr zu sehen, einige Häuser stehen komplett unter Wasser, Menschen haben sich auf Gummireifen vor den Fluten gerettet", erzählte Stange. Besonders betroffen sei die Ostküste. Diese Gebiete waren von dem Tsunami teilweise ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden, besonders verheerend hatte die Flutwelle vor zwei Jahren aber an der Westküste gewütet.
Nach Auskunft Stanges treffen die Fluten auf sehr dicht besiedelte Gebiete. Viele Menschen gelten als vermisst. "Wie viele Opfer es gab, werden wir erst dann genau wissen, wenn das Hochwasser sinkt", sagte der GTZ-Mitarbeiter. Bislang hätten die Wassermassen mindestens 2000 Häuser zerstört. Die Versorgung der Betroffenen sei schwierig, weil zahlreiche Straßen blockiert seien. Die verheerenden Folgen der Überschwemmungen könnten mit illegaler Abholzung zusammenhängen. "Das wird immer wieder vermutet. Der Boden hat kein Halt, das Wasser fließt sofort ins Tal."