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HintergrundIranische Atomanlagen

10.01.2006, 14:20 Uhr

Das iranische Atomprogramm reicht in die Schah-Zeit zurück. Als 2003 offenkundig wurde, dass Iran sich seit Mitte der achtziger Jahre heimlich um die Anreicherung von Uran bemüht hatte, war der Westen alarmiert.

Das iranische Atomprogramm reicht in die Schah-Zeit zurück. Als 2003 offenkundig wurde, dass Iran sich seit Mitte der achtziger Jahre heimlich um die Anreicherung von Uran bemüht hatte, war der Westen alarmiert. Vor allem die USA und die Europäer befürchten, dass das Mullah-Regime trotz aller Dementis den Besitz von Atomwaffen anstrebt. Unter massivem internationalem Druck wurden die Arbeiten auf Eis gelegt.

Jetzt will Iran nach zweijähriger Pause die Arbeiten im damals stillgelegten Forschungszentrum Natans wieder aufnehmen. Die Anlage südlich von Teheran wurde eigens für die Anreicherung von Uran gebaut. Mit Gas-Zentrifugen angereichertes Uran ist nötig, um moderne Kernkraftwerke zu betreiben. Für den Bau von Atombomben wird hochangereichertes Uran benötigt, das mit speziellen Zentrifugen gewonnen wird.

Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation hat Iran in den 80er Jahren von Pakistan Anleitungen zum Bau von Zentrifugen erhalten, mit denen Uran bis Atombombenfähigkeit angereichert werden kann. Teheran bestreitet militärische Ziele. Auf die Urananreicherung im eigenen Land will die Führung aber nicht verzichten. Ausländische Angebote zur Lieferung von angereichertem Brennstoff wurden abgelehnt.

Außer Natans gibt es in Iran eine Reihe weiterer Nuklearanlagen. Das Forschungszentrum in Isfahan ist das größte des Landes. Hier wird unter anderem Uranhexafluorid hergestellt, das bei der so genannten Isotopentrennung von Bedeutung ist. In Arak entsteht eine Anlage zur Produktion von Schwerem Wasser zur Moderation der Kernspaltung in Reaktoren. Ebenfalls noch im Bau ist ein Reaktor in Buschehr am Persischen Golf, der bereits unter der Monarchie geplant wurde. Die älteste der vielen Nukleareinrichtungen ist das Forschungszentrum in Teheran, das über einen Versuchsreaktor verfügt.