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Klima-Gipfel in NairobiKaum Schnee auf dem Kilimandscharo

02.11.2006, 15:04 Uhr

Der Klimawandel findet statt, auch und vor allem in Afrika. Davon können sich die 6.000 Konferenzteilnehmer, die in der kommenden Woche zum Klima-Gipfel in Nairobi erwartet werden, leicht selbst überzeugen.

Der Klimawandel findet statt, auch und vor allem in Afrika. Davon können sich die 6.000 Konferenzteilnehmer, die in der kommenden Woche zum Klima-Gipfel in Nairobi erwartet werden, leicht selbst überzeugen. Wer immer im Anschluss eine Safari in den berühmten Amboseli-Nationalpark gebucht hat, wird feststellen, dass auf dem Kilimandscharo deutlich weniger Schnee liegt als auf den Postkarten, die noch im Umlauf sind.

Für die aktuellen Auswirkungen des Klimawandels sind vor allem die Industrieländer verantwortlich. Doch in Nairobi soll es auch darum gehen, die Entwicklungsländer stärker als bisher für den Kampf gegen den Klimawandel zu motivieren.

Es ist das erste Mal, dass eine Vertragsstaatenkonferenz in Schwarzafrika stattfindet. Der Kontinent leidet bereits erheblich unter dem Klimawandel. Wüsten breiten sich aus, extreme Trockenzeiten lassen die Wasservorräte schrumpfen und Stauseen sind nicht mehr voll genug, um den nötigen Strom zu reduzieren. "Natürlich gab es schon immer Zyklen von Trockenheit, aber sie werden extremer", meint Achim Steiner, Chef des UN-Umweltprogramms (UNEP) in Nairobi.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, den Klimawandel zu bremsen: Zum einen muss der Ausstoß der Treibhausgase verringert werden, zum anderen müssen die Auswirkungen des Klimawandels bei künftigen Planungen berücksichtigt werden. "Vor einigen Jahren waren das noch Alternativen, heute ist beides notwendig", sagt Steiner.

Auf der Nairobi-Konferenz vom 6. bis 17. November soll es unter anderem darum gehen, Entwicklungsländern zu helfen, sich besser auf die Auswirkungen des Klimawandels einzustellen. Konkret kann das etwa heißen, zu untersuchen, wo unter den veränderten Bedingungen künftig noch Landwirtschaft möglich ist. Problematisch ist, dass die genauen Auswirkungen des Klimawandels sich nur schlecht voraussagen lassen.

In vielen Fällen gibt es mehrere Möglichkeiten der Anpassung, deren Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen werden müssen. Im Fall des steigenden Meeresspiegels muss etwa im Einzelfall entschieden werden, ob es sinnvoller ist, einen höheren Damm zu bauen oder die Bevölkerung an der Küste umzusiedeln.

In Nairobi sollen außerdem die Weichen gestellt werden für die Zeit nach dem Auslaufen des so genannten Kyoto-Protokolls im Jahr 2012. Deutschland möchte unter anderem, dass auch Entwicklungsländer ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Viele Schwellenländer wollen sich jedoch nicht festlegen lassen, da sie fürchten, in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gebremst zu werden.

Offen ist auch, inwiefern sich die USA dazu bewegen lassen, sich im Kampf gegen den Klimawandel zu engagieren. Auch wenn die US- Regierung das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnet hat, gibt es mittlerweile zahlreiche Klimaschutzaktivitäten auf der Ebene der Großstädte und Bundesstaaten. Beobachter gehen davon aus, dass sich die USA weiterhin zurückhalten werden, aber neue Vereinbarungen zumindest nicht blockieren werden.

Die deutsche Delegation wird von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel geleitet. Die Bundesregierung will die Konferenz auch nutzen, um herauszufinden, was sich während der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft beim Klimaschutz durchsetzen lässt.

(Ulrike Koltermann, dpa)