StichwortKongo
Kongo, das zwischen 1971 und 1997 Zaire hieß, ist das drittgrößte Land Afrikas und ungefähr sechs Mal so groß wie Deutschland.
In der Demokratischen Republik Kongo wurde am Sonntag zum ersten Mal seit 40 Jahren frei gewählt. Für die Vereinten Nationen ist der Kongo-Einsatz zur Absicherung der Wahl der größte und komplexeste in ihrer Geschichte. Im Rahmen einer EU-Truppe hilft auch die Bundeswehr beim Schutz der Präsidenten- und Parlamentswahlen.
Kongo, das zwischen 1971 und 1997 Zaire hieß, ist das drittgrößte Land Afrikas und ungefähr sechs Mal so groß wie Deutschland. Die frühere belgische Kolonie hat ihren Namen vom mächtigen Kongo-Fluss an ihrer West-Grenze. Das Land ist reich an Bodenschätzen, darunter Gold, Diamanten, Kupfer, Kobalt und Coltan, einem seltenen Erz, das in Mobiltelefonen eingesetzt wird. Im Kongo gibt es tropische Regenwälder, Hochebenen, Savannen, flaches Weideland und Berge.
Formal war der Kongo nicht belgische Kolonie, sondern (seit 1885) Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II. Der Monarch beutete das Kongo-Becken wie ein privates Lehen aus. Nach der Entlassung aus der Kolonialherrschaft 1960 brach ein fünfjähriger Krieg aus: Regierungstruppen bekämpften die Unabhängigkeitsbestrebungen der an Bodenschätzen reichen Region Katanga im Süden des Landes.
1965 putschte sich Armeechef Mobutu Sese Seko an die Macht. Während seiner mehr als 20-jährigen Herrschaft plünderte er die Ressourcen des Landes und sammelte einen riesigen privaten Reichtum an. Laurent Kabila stürzte Mobutu 1997 und änderte den Namen des Landes von Zaire in Kongo. Er wurde 2001 von einem seiner Leibwächter erschossen. Daraufhin übernahm sein Sohn Joseph die Präsidentschaft.
Kongos bislang letzter Krieg endete offiziell 2003. In den fünfjährigen Konflikt waren sechs afrikanische Staaten verwickelt. Fast vier Millionen Menschen kamen ums Leben, die meisten von ihnen durch Hunger und Krankheiten infolge des Krieges. Die Autorität der Übergangsregierung ist noch immer nicht in allen Teilen des Landes gesichert.
Im ganzen Land sind im größten Friedenseinsatz der Vereinten Nationen 17.000 Soldaten stationiert. Vor allem im mineralreichen Osten terrorisieren aber immer noch Milizen die Zivilbevölkerung.
Im Februar gab sich die Republik eine neue Verfassung: Demnach behält die Regierung auf Bundesebene eine zentrale Rolle, gibt aber Kompetenzen und 40 Prozent des öffentlichen Einkommens an die Provinzen ab, die zudem Steuern erheben dürfen und ihre Finanzen selbstständig kontrollieren. Ihre Zahl wird in den kommenden drei Jahren von zehn auf 25 erweitert.