Koalition in Harmonie?Man traut dem Frieden nicht
Die Mehrheit der Deutschen ist der Meinung, die Große Koalition arbeite derzeit wenig harmonisch zusammen. Nur knapp ein Fünftel der Bundesbürger glaubt an ein vertrauensvolles Miteinander.
Wahlkampfgezänk prägt die öffentlichen Auftritte der Berliner Koalitionäre. Die Bundeskanzlerin gibt auf einer vorgezogenen Pressekonferenz Entwarnung. Das interne Klima sei besser als weithin angenommen, hört man auch aus den Reihen der SPD.
Dennoch lassen sich 70 Prozent der Deutschen nicht so schnell von ihrem Eindruck abbringen, den Debatten um Jugendkriminalität oder Mindestlohn hinterlassen haben: Die Zusammenarbeit von CDU/CSU und SPD in der Großen Koalition ist derzeit weniger harmonisch und von Streit geprägt. Laut einer aktuellen forsa-Umfrage für n-tv denken nur 19 Prozent der 1001 Befragten, die Zusammenarbeit zwischen Union und SPD verlaufe weitgehend harmonisch und sei vertrauensvoll.
Im Mai 2006, als forsa diese Frage das erste Mal für n-tv stellte, zeichnete sich hierzu noch ein etwas anderes Bild ab: Damals war mehr als die Hälfte (55 Prozent) aller Deutschen der Meinung, die Zusammenarbeit zwischen den Koalitionspartnern sei harmonisch und vertrauensvoll, während 36 Prozent diese Meinung nicht teilten.
Auch die Anhänger der Koalitionsparteien bewerten die Zusammenarbeit in der Großen Koalition aktuell als weniger harmonisch und vertrauensvoll: 76 Prozent der Unionsanhänger und 72 Prozent der SPD-Anhänger nehmen Misstöne wahr. 21 der CDU/CSU- und 18 Prozent der SPD-Anhänger hält die Zusammenarbeit derzeit für weitgehend harmonisch und vertrauensvoll.