Archiv

Klar, Mohnhaupt und FolkertsRAF-Vergangenheit

04.01.2008, 15:18 Uhr

Die drei ehemaligen Terroristen Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts haben ihre Haftstrafen bereits verbüßt, Christian Klar sitzt noch im Gefängnis. Ihr Handeln als RAF-Mitglieder hat tiefe Spuren hinterlassen.

Die drei ehemaligen RAF-Terroristen Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar und Knut Folkerts sollen mit Beugehaft dazu gezwungen werden, Aussagen über den Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback am 7. April 1977 zu machen. Alle drei waren Schlüsselfiguren der linksextremistischen Roten Armee Fraktion (RAF), auf deren Konto zahlreiche Morde gehen.

Brigitte Mohnhaupt studierte früher Philosophie und gehörte schon Anfang der 70er Jahre zum Kreis der RAF. Wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung wurde sie damals zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Die letzten Monate verbrachte sie in Stuttgart-Stammheim. Nach ihrer Freilassung im Februar 1977 übernahm sie sofort eine führende Rolle bei der Planung und Ausführung der RAF-Morde im "Deutschen Herbst". 1982 wurde Mohnhaupt verhaftet, als sie in einem Wald ein Waffendepot ausheben wollte. Im März 2007 kam sie nach mehr als 25 Jahren Haft frei. Heute lebt die 58-Jährige an unbekanntem Ort. Von ihren Taten hat sie sich nie distanziert.

Christian Klar, ein Lehrersohn aus Freiburg, sitzt als einziger der drei noch heute in Haft. In Begleitung von Beamten durfte er das Gefängnis schon mehrfach verlassen. Nach der Ablehnung eines Gnadengesuchs durch Bundespräsident Horst Köhler ist seine Freilassung nun frühestens im Januar 2009 möglich. Inzwischen hat auch Klar mehr als 25 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht. Verurteilt wurde Klar wegen mehrfachen Mordes und Mordversuchs. Auf eine Entschuldigung warten die Hinterbliebenen der RAF-Opfer bislang vergebens. In einem kürzlich veröffentlichten Interview weigerte sich der 55-Jährige, die RAF als "Kriminalfall" zu betrachten.

Knut Folkerts, ein Beamtensohn, wurde 1980 wegen des Buback-Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, bestreitet aber bis heute die Tat. Folkerts kam zusammen mit Klar, mit dem er in einer Wohngemeinschaft zusammenlebte, zur RAF. Bei seiner Festnahme in den Niederlanden erschoss er im September 1977 einen niederländischen Polizisten. In Deutschland verbüßte er dann insgesamt 18 Jahre Haft. Die niederländische Justiz will jedoch, dass er wegen des Polizistenmordes nochmals hinter Gitter kommt. Darüber ist noch nicht entschieden. Folkerts lebt heute als Angestellter in Hamburg. Zum Buback-Mord sagte er im Mai 2007: "Im Gegensatz zu heute fand ich vor 30 Jahren als RAF-Mitglied die Aktion gegen Buback richtig."