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Die Krise in EreignissenUnruheherd Pakistan

09.11.2007, 16:46 Uhr

Seit März brodelt es in Pakistan. Proteste, Auseinandersetzungen zwischen dem Präsident und Armeechef Musharraf und dem pakistanischen Verfassungsgericht sowie die ständige Angst vor dem Terror treiben die innenpolitischen Konflikte immer wieder zur Eskalation.

Die pakistanische Führung hat die ehemalige Ministerpräsidentin Benazir Bhutto unter Hausarrest gestellt, um den geplanten Demonstrationen der Opposition die Spitze zu nehmen. Im Folgenden eine Chronik der Krise, in der Präsident Pervez Musharraf den Ausnahmezustand verhängt hat.

9. März: Musharraf suspendiert den Obersten Richter Iftikhar Chaudhry wegen angeblichen Fehlverhaltens. Aus Protest gehen Anwälte in Massen auf die Straßen.

10. Juli: Nach einwöchiger Besetzung der Roten Moschee in Islamabad durch Islamisten gibt Musharraf den Befehl, das Gebäude zu stürmen. Mindestens 105 Menschen sterben. Es folgt eine ganze Reihe von Anschlägen und Selbstmordattentaten durch Extremisten.

20. Juli: Das Verfassungsgericht setzt Chaudhry wieder ein und widersetzt sich damit offen Musharraf.

27. Juli: Musharraf trifft Bhutto in Abu Dhabi, um eine Zusammenarbeit mit der Oppositionsführerin zu beraten. Bhutto stellt unter anderem die Bedingung, dass Musharraf als Armeechef zurücktritt und sich auf die Präsidentschaft beschränkt.

10. September: Der von Musharraf gestürzte frühere Regierungschef Nawaz Sharif kehrt aus dem Exil zurück, wird aber noch am Flughafen wieder abgeschoben. Das Oberste Gericht hatte seine Rückkehr für rechtmäßig erklärt.

2. Oktober: Musharraf stellt einen Nachfolger als Armeechef in Aussicht. Zugleich lässt die Regierung Korruptionsvorwürfe gegen Bhutto fallen und macht den Weg für ihre Rückkehr frei.

6. Oktober: Musharraf wird von den Parlamenten als Präsident wiedergewählt. Das Oberste Gericht will über Einsprüche gegen die Kandidatur des Armeechefs später entscheiden.

9. Oktober: Etwa 139 Menschen werden bei einem Selbstmordanschlag bei der Heimkehr Bhuttos in Karatschi getötet. Sie selbst überlebt unverletzt. Es ist einer der schlimmsten Anschläge in der Geschichte des Landes.

2. November: Das Verfassungsgericht kündigt ein zügiges Urteil über die Rechtmäßigkeit der Wiederwahl von Musharraf an. Dessen erste Amtszeit endet laut Verfassung am 15. November.

3. November: Musharraf ruft den Ausnahmezustand aus, setzt die Verfassung außer Kraft und enthebt Chaudhry erneut seines Amtes. Hunderte Oppositionelle werden festgenommen, die Arbeit der Medien wird eingeschränkt.

5. November: Die Polizei geht mit Gewalt gegen Anwälte und Juristen vor, die zu Hunderten gegen Musharraf demonstrieren.

7. November: Bhutto kündigt als Großdemonstration einen "langen Marsch" der Opposition an.

8. November: Unter Druck der USA sagt Musharraf Parlamentswahlen bis zum 15. Februar zu.

9. November: Bhutto wird unter Hausarrest gestellt. Sicherheitskräfte riegeln die gesamte Hauptstadt ab.