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Spektakuläre Dopingfälle im SportVon Jenssen bis Landis

27.07.2006, 17:13 Uhr

Floyd Landis ist das (vorerst) letzte Glied in einer Kette spektakulärer Dopingfälle im Sport. Eine Übersicht:

Knut Jenssen 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom: Der dänische Radfahrer stürzt beim Mannschafts-Zeitfahren und stirbt im Krankenhaus. Erst später wird veröffentlicht, dass er mit Amphetaminen gedopt war.

Ben Johnson 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul: Der kanadische Sprinter gewinnt zwar das 100-m-Finale gegen seinen großen Rivalen Carl Lewis (USA), muss seine in der Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden gewonnene Goldmedaille später jedoch zurückgeben. Bei ihm wird das anabole Steroid Stanozolol nachgewiesen. Johnson gilt als einer der größten Betrüger in der olympischen Geschichte.

Das Radsport-Team Festina 1998 bei der Tour de France: Bei Team-Betreuer Willy Voet werden massenhaft unerlaubte Substanzen zum Dopen gefunden. Es folgen Razzien der Polizei, ein flächendeckendes Doping-System im Radsport wird enttarnt. Die Tour steht angesichts des größten Radsport-Skandals mehrfach kurz vor dem Abbruch.

Dieter Baumann 1999: Der 5000-m-Olympiasieger von 1992 erlangt durch die "Zahnpasta-Affäre" zweifelhaften Ruhm, als er positiv auf Nandrolon getestet wird. Der Schwabe bringt den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof, wird aber 2000 endgültig von den Spielen in Sydney ausgeschlossen.

Johann Mühlegg 2002 bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City: Der für Spanien startende Allgäuer gewinnt drei Mal Gold und muss die Medaillen nach seiner Überführung als Blutdoping-Sünder zurückgeben.

C. J. Hunter vor den Olympischen Spielen 2000 in Sydney: Der US-amerikanische Kugelstoßer wird vor den Spielen vier Mal positiv getestet, gesperrt und beendet seine Karriere. Vor den Spielen 2004 in Athen bezichtigt er seine ehemalige Ehefrau Marion Jones, die Sprinterin und dreifache Goldmedaillengewinnerin von Sydney, des Dopings. Jones gibt nach längerer Pause in diesem Jahr ihr Comeback.

Ekaterina Thanou und Kostas Kenteris 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen: Die griechischen Sprinter fliehen einen Tag vor Beginn der Spiele vor Kontrolleuren der Welt-Anti-Doping-Agentur im Olympischen Dorf und werden von den Spielen ausgeschlossen. Im Juni 2006 gestehen sie ihre Flucht, aber nicht die Dopingvorwürfe, öffentlich ein. Das Duo wird für zwei Jahre gesperrt.

Die österreichischen Biathleten und Langläufer bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin: Nach einer Doping-Razzia im Quartier der Österreicher flieht Trainer Walter Mayer. Bei der Durchsuchung werden Spritzen, Medikamente und Geräte zur Bluttransfusion sichergestellt. Einige Athleten geraten unter Doping-Verdacht.

Die Radprofis Jan Ullrich und Ivan Basso vor der Tour de France 2006: Die beiden Top-Favoriten werden von der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen, weil sie in den Doping-Skandal um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes verwickelt sein sollen.

Floyd Landis, der Tour-de-France-Sieger 2006: Dem Amerikaner ist nach Angaben seines Schweizer Teams Phonak nach der gewonnenen 17. Etappe durch die Alpen nach Morzine in der A-Probe ein ungewöhnlich hoher Wert von Testosteron/Epitestosteron nachgewiesen worden. Am Vortag war er bei einer Alpen-Etappe noch eingebrochen. Landis besteht laut seinem Team auf der Analyse der B-Probe.