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Mittwoch, 15. November 2006

Homo neanderthalensis: Vor 150 Jahren entdeckt

Der Neandertaler (Homo neanderthalensis) ist der wohl populärste und am besten erforschte Frühmensch. Das Vorurteil, es habe sich um eine primitive und grobschlächtige Menschenart gehandelt, ist mittlerweile einem zivilisierteren Bild gewichen: Forscher nehmen heute an, dass der Neandertaler einer Art Religion huldigte, dekorative Gegenstände sammelte, eine Sprache hatte und womöglich sogar singen konnte.

Als zwei Steinbrucharbeiter vor 150 Jahren, im August 1856, im Neandertal östlich von Düsseldorf auf seltsame dunkelbraune Knochen stießen, wurden diese zunächst für die Überreste eines Höhlenbären gehalten. Erste Vermutungen des Schullehrers Johann Carl Fuhlrott, es könnte sich um das Fossil eines frühen Menschen handeln, versanken in einem Sturm der Entrüstung. Erst später stellte sich heraus, dass es sich um eine eigene Hominiden-Art handelte, den Homo neanderthalensis. Mittlerweile gibt es rund 300 verschiedene Funde von Neandertalerfossilien in Europa und Asien.

Bisherige Forschungen am Neandertaler stützen sich vor allem auf archäologische Funde. Erbgutuntersuchungen sind schwierig, da die alten Knochen kaum intakte DNA enthalten. Lediglich so genannte mitochondriale DNA (mtDNA), die nicht aus dem Zellkern stammt, sondern aus den separaten Zellkraftwerken (Mitochondrien), ließ sich bislang analysieren. Diese mtDNA wird jedoch nur von der Mutter vererbt und liefert so kein vollständiges Bild.

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