Politik

Guttenbergs Doktorvater: Welche Rolle spielte Häberle?

Das Verhalten von Guttenbergs Doktorvater Peter Häberle wirft viele Fragen auf. Lange schweigt er, am Ende distanziert er sich von seinem ehemaligen Schützling Guttenberg. War er zu blauäugig? Die Universität prüft mögliche Versäumnisse des Professors. Doch am Ende stehen Fragen, die nur er selbst beantworten kann.

"Summa cum laude" durch copy & paste?
"Summa cum laude" durch copy & paste?(Foto: picture alliance / dpa)

Fast zwei Wochen lang hat er geschwiegen, Peter Häberle, der Doktorvater des bisherigen CSU-Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg . Der 76-Jährige ist ein international angesehener Staatsrechtler mit Ehrendoktortiteln aus Thessaloniki, Granada, Lima, Brasilia, Lissabon, Tiflis und Buenos Aires.

Als die Fälschungsvorwürfe bekanntwurden, tauchte Häberle ab. Offiziell weilte er im Ausland. Über "Bild" ließ er lediglich erklären: "Die Vorwürfe sind absurd, die Arbeit ist kein Plagiat." Am Ende räumte er kleinlaut ein, dass die mit der Höchstnote "summa cum laude" bewertete Promotionsschrift "unvorstellbare Mängel" enthielt. Zu möglichen eigenen Fehlern in der Schummelaffäre hat sich Häberle bislang so gut wie nicht geäußert.

Uni Bayreuth prüft Konsequenzen

War Häberle zu blauäugig im Umgang mit dem Freiherrn und seiner Doktorarbeit? Hat er dem CSU-Politiker blind vertraut? Auch Häberles mögliche Versäumnisse werden von einer Universitätskommission geprüft. Und der Rat der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät werde sich "zu gegebener Zeit eingehend mit der Sache beschäftigen", kündigt Dekan Markus Möstl an. Zumindest scheint klar: Parteipolitische Einflussnahmen soll es nicht gegeben haben.

Vor Abschluss der Untersuchungen will sich kein Offizieller der Hochschule mehr zu dem Fall äußern. Die Staatsanwaltschaft in Hof, die sich mit möglichen strafrechtlichen Folgen der Plagiatsaffäre beschäftigen muss, wartet die Ergebnisse der Hochschulgremien ab. Häberle, Geschäftsführender Direktor des Bayreuther Instituts für Europäisches Recht und Rechtskultur sowie der Forschungsstelle für Europäisches Verfassungsrecht, war nicht zu erreichen.

Der 1934 in Göppingen geborene Staatsrechtler studierte in Tübingen, Bonn, Freiburg und Montpellier. Er war Professor in Marburg, Augsburg und Bayreuth. 2002 wurde er emeritiert. Als Doktorvater betreute er Guttenberg bis Anfang 2007 weiter. Mit den Möglichkeiten der Computertechnik zur Aufdeckung von Plagiaten hatte der Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande nichts am Hut.

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Quelle: n-tv.de