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Dossier

Sonntag, 16. Juli 2006

Der Krieg und die Medien: Zensur in Israel

Colonel Sima Vaknin-Gil, Israels Chef-Zensorin, hat an alle Journalisten neue Zensurbestimmungen ausgeschickt. Da nach 1200 Raketen auf Israel mit weiteren gerechnet werden müsse, gelten ab sofort neue Regeln.

Über Besuche von Politikern und bekannten Persönlichkeiten im Norden Israels darf erst berichtet werden, wenn die Besuche beendet sind. "Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Raketenangriffen und solchen Besuchen." Es dürfen keine Treffer auf militärische Einrichtungen erwähnt werden und nicht einmal, wenn Raketen ins Mittelmeer fallen. Die Medien dürfen nicht mehr veröffentlichen, zu welcher Zeit die Bürger im Norden die Genehmigung erhalten, ihre Schutzräume zu verlassen, um einzukaufen und sich mit Nahrungsmitteln einzudecken. Solche Fenster der Erholung für die Bürger wurden vom Feind dazu benutzt, Raketen abzuschießen.

Die Medien wurden aufgerufen, tunlichst Berichte über Pannen bei der "öffentlichen Verteidigung und organisatorischen Problemen" zu vermeiden. Abschließend noch die wichtigste Vorschrift: "Echtzeit-Berichterstattung über den genauen Ort eines Raketeneinschlags muss strikt vermieden werden!"

Ulrich W. Sahm, Jerusalem

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