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Menschenrechte in PakistanZum Henker

02.10.2006, 11:31 Uhr

Nach dem Fastenmonat Ramadan soll ein von einem zivilen Gericht in Pakistan freigesprochener Brite nach den Regeln der Scharia gehenkt werden.

von Hommy Dara

Es klingt wie ein Stück aus dem Tollhaus, doch es ist bitterer Ernst. Ein in Pakistan von einem zivilen Gericht freigesprochener Brite soll nach dem Fastenmonat Ramadan hingerichtet werden.

Hintergrund: Mirza Tahir Hussain (36) fliegt im Alter von 18 Jahren nach Pakistan, um seine Familie zu besuchen. Am zweiten Tag seines Aufenthaltes in dem Land seiner Herkunft nimmt er einen Zug und anschließend ein Taxi. Der Taxifahrer zieht jedoch eine Waffe und verlangt von seinem Opfer Sex. Es kommt zu einem Handgemenge und ein Schuss löst sich, bei dem der bewaffnete Angreifer stirbt. Mirza Hussain wendet sich sofort an die Polizei und bringt die Beamten an den Ort des Geschehens.

In einer ersten Verhandlung wird er zu lebenslanger Haft verurteilt, die 1996 das Berufungsgericht nicht nur aufhebt, sondern den Mann explizit von allen Vorwürfen freispricht. Doch dann der Schock: Das Scharia-Gericht (islamisches Gericht) reißt den Fall an sich und verurteilt den Briten zum Tode.

Nach dem Fastenmonat Ramadan, der am 22. Oktober endet, soll die Hinrichtung stattfinden. Interventionen von Seiten der britischen Regierung und des EU-Parlaments sind bislang fruchtlos. Der einzige Mensch der das Leben des Mannes noch retten kann, ist der pakistanische Präsident Pervez Musharraf. Dieser lehnt bisher eine Begnadigung ab.

Ursprünglich sollte Hussain bereits am 01. Oktober gehenkt werden. Das Gefängnispersonal weigerte sich jedoch, während des Heiligen Monats Ramadan eine Exekution auszuführen und bat um einen neuen Termin.