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"Ratgeber Geld" vom 19.12.2012 (Wdh. 20.12.): Die besten Fernseher

Die Trends bei Fernsehern wechseln schnell: erst war da die Frage nach Plasma oder LCD-Geräten, dann musste es unbedingt 3D sein, und nun geht nicht s ohne Internet und dann heißt das Ganze Smart TV. Welches Gerät denn nun wirklich sein muss, hier ist unsere Antwort.

Größer, flacher und immer smarter – die Zeiten in denen einfach ein ordentliches Bild ausreichte, um zu überzeugen sind vorbei. Ein Fernseher von heute muss so einiges auf dem Kasten haben, um nicht zum Ladenhüter zu werden.

Das richtige Bild

Jedem wichtig: Ein gutes Bild. Vor allem bewegte Bilder mit raschen Kameraschwenks stellen hohe Ansprüche an den Fernseher. Das liegt am Fernsehsignal. Es liefert nur 50 Bilder pro Sekunde. Zu wenig für schnelle Bewegungen. Um Filme flüssiger zu zeigen, berechnet der Fernseher Zwischenbilder:

Klaus Witte, Mediamarkt: "Also wenn Sie jetzt sagen Sie schauen auch halt sehr gerne Filme oder Sportveranstaltungen, wo auch schon sehr schnelle Bewegungen drin vorkommen, dann ist es schon wichtig, dass der Fernseher eine entsprechende Reaktionszeit hat. Und, dass Sie eine hohe Hertz-Zahl haben, damit die Bilder auch gut verarbeitet werden können."

Viele Hersteller werben deshalb mit hohen Hertzzahlen. Aber Achtung: Fernseh-Experte Peter Knaak von Stiftung Wartentest weiß, das alleine sagt nicht viel aus:

Peter Knaak, Stiftung Warentest: "Wir finden, dass diese Hertzangaben, die über das Maß von 200 hinaus gehen, das ist vernünftig, einfach nur Marketinggeraffel sind. Denn den Unterschied sieht das Auge nicht wirklich. Was es aber sieht, ist, ob die Software sauber arbeitet. Und das hängt wiederum nicht von der Zahl der Bildwiederholungen, diesen 400 oder mehr Hertz ab, sondern davon wie gut sie konzipiert ist."

Das richtige Signal

Vor allem bei großen Fernsehern besonders wichtig: Ein gutes Signal. Der beste Fernseher bringt nämlich nichts, wenn zum Beispiel ein analoges Signal dann Bilder liefert, die mit den prächtigen Bildern im Geschäft leider nicht mehr viel zu tun haben. Richtig gut wird’s nur per digitalem Kabel oder Satellit:

Klaus Witte, Mediamarkt: "Nur diese beiden Techniken sind zur Zeit in der Lage HD, also hochauflösende Bilder senden zu können. Was natürlich schon die Qualität des Bildes des Fernsehers unterstreicht."

Der richtige Klang

Vor allem wegen der immer dünneren Rahmen ist der Klang für viele Fernseher eine Herausforderung. Es hilft wenn das Gerät nicht an der Wand hängt, sondern zu dieser etwas Abstand besteht. So kann der Ton sich freier im Raum verteilen.

Peter Knaak, Stiftung Warentest: Die besseren schaffen einen guten Ton, mit dem kann man ganz ordentlich leben. Es ist nicht so, dass man da "Jucheisa" schreit und alle Soundeffekte mit bekommt, die so von wegen Rückkanäle und es bummst was wenn es eine Explosion gibt. Aber es ist ein vernünftiger Ton. Etliche Fernsehgeräte haben einen äußerst schlechten Klang. Teilweise scheppert es, der Bass ist völlig überhöht und klingt ganz schrecklich."

Aber: Wer’s auch in Sachen Klang so ähnlich wie im Kino möchte, der kommt eigentlich bei allen Geräten um eine Heimkino- oder Stereo-Anlage nicht herum. Die liefern dann aber oft ordentlichen Sound für überschaubares Geld.

So richtig "smart"

Auch wenn das beste Bild und guter Klang für die meisten die entscheidenden Kriterien beim Kauf eines Fernsehers sind – die Hersteller werben aktuell vor allem damit, dass die Fernseher immer "smarter" werden. Schlau macht sie in diesem Fall vor allem das Internet, mit dem sich die meisten der neuen Geräte unkompliziert über das heimische Wlan verbinden lassen. Praktisch.

Aber der Praxistest zeigt: Vor allem das Surfen mit klassischer Fernbedienung macht nicht wirklich Spaß:

Peter Knaak, testet Fernsehgeräte: "Es ist eben blöd, dass ich bei den meisten Geräten mit der runden Cursor-Taste über ein Buchstabenfeld dirigieren und das einzeln eingeben muss. Die Tastatur ist da haushoch überlegen, die wir vom Computer kennen."

Das haben auch die Hersteller verstanden und bieten "smartere" Alternativen an.

Beispiel: Fernbedienungs-App’s, die auf dem Smartphone oder dem Tablet installiert werden und so daraus eine Multifunktionstastatur machen. Praktisch: Der smarte Fernseher kann das Bild auf das Tablet schicken. Zum Kühlschrank gehen ohne etwas zu verpassen: Kein Problem.

Auch im Programm: Sprach- oder Gestensteuerung. Das sieht auf den ersten Blick zwar praktisch aus, ist aber in der Praxis oft nicht mehr als ein nettes Gimmick:

Peter Knaak, Experte für Fernseher: "Wir mussten winken bis zum Abwinken ehe uns das Gerät dann mal verstanden hat. Auch nur unter ganz bestimmten Lichtverhältnissen hat es die Hand erkannt. Und wenn wir dann auf Sprachsteuerung umgeschaltet haben, weil wir des Winkens müde waren, dann mussten wir es teilweise Anbrüllen."

Die Testsieger

Im Test von Stiftung Warentest landet bei den großen Fernsehern am Ende ein Gerät von Samsung auf Platz 1. 117cm Testsieger gibt’s für 1.630 Euro.

(TV-Daten: Samsung UE46ES7090 / Bilddiagonale: 117cm/ Preis: 1630,00 Euro / Note: gut (1,8))

Der "günstigste" gute Große kommt von SONY, kann kein 3D und kostet dafür auch auch knappe 900 Euro weniger.

(TV-Daten: SONY KDL-46EX655 / Bildschirmdiagonale: 117cm / Preis: 760,00 Euro / Note: gut (2,4))

Und der beste von den Kleineren kommt wieder aus dem Hause Samsung. 81cm Bildschirm gibt’s hier für 575,00 €.

(TV-Daten: Samsung UE32ES6710 / Bilddiagonale: 81cm / Preis: 575,00 Euro / Note: gut (2,1))

Abschließender Tipp von Peter Knaak: Vorher checken, welchen Empfang man zuhause hat und dann ein Gerät kaufen, das bei dieser Empfangsart "top" ist. Es spart ordentlich Geld, wenn man nicht unbedingt ein Gerät kaufen muss, dass bei allen Empfangsarten gut ist. Das braucht man ja auch nicht.

Preisentwicklung der TV-Geräte

Eine Auswertung von guenstiger.de zeigt die Preisentwicklung (günstigster Onlinepreis) der vergangenen Wochen der  vorgestellten TV-Geräte.

 

Quelle: n-tv.de