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Sicher ist sicher: Schutz vor Handy-Diebstahl

Studentin Dahab Gammour ahnt nichts. Sie ist auf dem Weg zu Burger King, will sich etwas zu essen kaufen. Was sie nicht weiß, ganz in ihrer Nähe lauert ein Dieb. Als Dahab in der Schlange steht, nähert er sich. Im Visier: Ihr Handy.

Dahab Gammour, Diebstahlopfer: "Ich bin reingekommen, hab mich ganz normal angestellt. Ich hatte ja noch mein Handy in der Hosentasche hinten drin und hab‘s gar nicht gemerkt. Ich hab mich so auf die Bestellung konzentriert. Dann bin ich rausgegangen. Ich habe noch auf eine SMS gewartet und es hat so lange gedauert. Daraufhin habe ich dann nach hinten gegriffen und dann habe ich gemerkt: Okay, mein Handy ist nicht mehr da."

Kriminalhauptkommissar Otmar Finkler kennt diese Fälle. Letztes Jahr wurden allein in Köln rund 7.100 Handys gestohlen.

Otmar Finkler, Kriminalhauptkommissar Köln: "Der Diebstahl von Handys hat enorm zugenommen. Diese neuen modernen Geräte, diese Smartphones stellen ja einen enormen Wert da. Vier-, Fünf-, Sechshundert Euro kosten die Dinger und die sind für einen Täter für fünfzig, sechzig Euro leicht zu versetzen."

Handy geklaut, was nun?

Erstens: Sim-Karte sperren. Die Mobilfunkanbieter haben dafür spezielle Servicehotlines. Die Nummern sollte man immer getrennt vom Handy aufbewahren. Bei einem Diebstahl kann man so direkt reagieren und verhindert das der Dieb die Rechnung in die Höhe treibt. der die Grundfunktionen gezeigt werden)

Eine weitere Option: Anti-Gauner-Apps.

Lutz Labs: "Einige Hersteller liefern für ihre Modelle selbst Apps mit, aber man kann sie natürlich auch aus den entsprechenden App-Stores runter laden. Bei Apple tut's die ICloud."

Die meisten Apps haben 3 Grundfunktionen:

1) Sperren des Telefons: Bedeutet: Der Dieb kann das Gerät auch mit einer neuen Sim-Karte nicht mehr benutzen.
2) Daten löschen: Bei einigen Apps kann der Benutzer wählen: Will er nur persönliche oder alle Daten löschen.
3) Das gestohlene Handy Orten: Funktioniert nur unter bestimmten Voraussetzungen. Das Handy muss an sein und mit GPS, dem Mobilfunknetz oder WLAN verbunden sein.

Lutz Labs: "GPS ist am genauesten, zum Beispiel 5-10 Meter Genauigkeit kann man da erreichen. Bei WLan sind es eher so 50 bis 100 Meter und außerdem kann ein WLan-Hotspot auch mal seinen Standort ändern und bei Mobilfunkzellen als letztes kann es in ländlichen Regionen schon mal ein Umkreis von mehreren Kilometern sein."

In der Kölner Innenstadt funktionert die Ortung in unserem Test bis auf wenige Meter genau. Die App der Sicherheitsfirma Kaspersky findet das Handy und zeigt es uns sogar bei Google Maps.

Neben den drei Grundfunktionen bieten viele Apps Zusatzdienste. Beispiel: Das Fahndungsfoto. Der Besitzer kann im Internet die Frontkamera des Handys auslösen. Unbemerkt schießt das Gerät ein Foto und schickt es auf das Webportal. Mit viel Glück schaut der Dieb in diesem Moment auf das Display und ist entlarvt. Und auch andere App-Entwickler waren kreativ.

Lutz Labs: "Es gibt zum Beispiel Funktionen wie Lookout, die den Standort speichern, kurz bevor der Akku leer geht und dann per E-mail versenden. Noch intelligenter ist es Plan B zu verwenden, wenn man sein Handy noch nicht geschützt hat, kann man diese nachträglich aus der Ferne installieren."

Die Polizei warnt jedoch davor, mit den erschnüffelten Infos selbst auf Täterjagd zu gehen. Der Grund:

Otmar Finkler: "…damit Fachleute das machen. Denn einer der sich nicht genau auskennt, der verdirbt vielleicht Spuren, die für uns wichtig sind."

Wichtig beim Gang zur Polizei: die individuelle Gerätenummer, die sogenannte IMEI Nummer. Sie steht auf der Verpackung. Rausfinden kann man sie auch, indem man die Nummer *#06# ins Handy tippt.

Otmar Finkler: "Bei Durchsuchungen bei Tätern finden wir immer wieder Smartphones, die wir ja den einzelnen Taten zuordnen müssen und über diese IMEI Nummer ist das möglich."

Doch wer übernimmt eigentlich den Schaden? Zahlt die Versicherung? Bei einem Handyraub: Ja. Ansonsten: Nein. Ein Raub liegt nur dann vor, wenn der Dieb das Handy mit Gewalt oder Drohungen entrissen hat.

Doch damit es gar nicht erst dazu kommt, wie kann man sich schützen?

Otmar Finkler: "Allgemein das Handy als Wertgegenstand behandeln. Das heißt, es sicher aufbewahren. Auch wenn man es mitführt, an der Innenseite der Kleidung mit sich führen. In der Gaststätte nicht unbeachtet auf dem Tisch liegen lassen, wenn man die Toilette aufsucht. Das Handy nicht im Fahrzeug zurücklassen. Wir sagen, das Fahrzeug ist kein Tresor."

Studentin Dahab ist auf ihrem Schaden sitzen geblieben. Mittlerweile hat sie ein neues Handy und passt besser darauf auf. Denn auch wenn die Anti-Gauner-Apps einiges können, Diebstähle verhindern zählt bislang noch nicht dazu.

Quelle: n-tv.de