Sonntag, 09. März 2003
Formel-1-Auftakt in Melbourne: Coulthard gewinnt Rennpoker
McLaren-Mercedes-Pilot David Coulthard hat bei einem turbulenten Grand Prix in Melbourne den Auftaktsieg in der Formel-1-Saison eingefahren. Der fünfmalige Weltmeister Michael Schumacher verpasste am Sonntag im Albert Park als Vierter erstmals seit dem Großen Preis von Italien 2001 einen Platz auf dem Podest.
Coulthard feierte in dem chaotischen Rennen mit zahlreichen Boxenstopps und zwei Safety-Car-Phasen den 13. Sieg in seinem 142. Großen Preis. Der 29-Jährige verwies in einem modifizierten "Silberpfeil"-Modell aus dem vergangenen Jahr den Kolumbianer Juan-Pablo Montoya im neuen Williams-BMW und seinen finnischen Teamkollegen Kimi Räikkönen auf die Plätze zwei und drei.
"Ein Mercedes-Jahreswagen ist immer eine Bank", scherzte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Ich habe immer gesagt: Wer Ferrari als erster schlägt, erhält Anerkennung." Coulthard war der letzte Fahrer, der beim Großen Preis von Monte Carlo am 26. Mai 2002 die Ferrari-Dominanz hatte unterbrechen können. Danach hatten die Italiener die letzten zehn Rennen der vergangenen Saison gewonnen.
In Melbourne bescherte der Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen dem Sauber-Team mit Rang sechs die ersten WM-Punkte in der Saison, Ralf Schumacher (Kerpen) kam im Williams-BMW auf den achten Rang und holte ebenfalls noch einen Zähler. Pech hatte Frentzens Teamkollege Nick Heidfeld (Mönchengladbach), der in der 21. Runde wegen eines Bruchs der rechten Vorderradaufhängung ausfiel.
Michael Schumachers Ferrari-Partner Rubens Barrichello schied nach einem Fahrfehler bereits in der sechsten Runde aus. "Das war ein chaotisches Rennen von den Umständen her", meinte Michael Schumacher, der in den vergangenen drei Jahren in Australien gewonnen hatte. "Ich will mal stark behaupten, dass es mit dem neuen Reglement aber nichts zu tun hat." Wenn die Umstände für Ferrari nicht ganz so unglücklich gewesen wären, "hätten wir sicherlich Chancen gehabt."
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