Mit Testosteron auf TourLandis war gedopt
Der am Vortag vom Radsport-Weltverband UCI gemeldete Dopingfall bei der Tour de France betrifft den amerikanischen Gesamtsieger Floyd Landis.
Der US-amerikanische Radprofi Floyd Landis ist bei seinem Tour-de-France-Sieg positiv auf Doping getestet worden. Wie sein Schweizer Phonak-Rennstall am Donnerstag mitteilte, wies Landis bei seinem Erfolg auf der 17. Etappe nach Morzine einen ungewöhnlich hohen Testosteron/Epitesteroston-Wert auf. Landis hatte diese Etappe nach einer langen Solofahrt gewonnen und sich nach einem Einbruch am Vortag damit im Gesamtklassement überraschend zurückgemeldet.
Am Donnerstag hatte es bereits Gerüchte um Landis gegeben, nachdem er seine Starts bei zwei Kriterien in den Niederlanden und in Dänemark kurzfristig abgesagt hatte. Noch am Dienstag hatte er ein Kriterium in den Niederlanden gewonnen. Landis wäre der erste Tour de France-Sieger, der des Dopings überführt würde. Bei einem nachträglichen Ausschluss könnte der zweitplatzierte Spanier Oscar Pereiro zum Tour-Sieger erklärt werden. T-Mobile-Profi Andreas Klöden könnte vom dritten auf den zweiten Rang rutschen.
Landis besteht laut Phonak auf einer B-Probe. Sie solle beweisen, dass das Ergebnis der A-Analyse entweder auf einem natürlichen Prozess basiere oder ein Fehler sei. Sollte sich das erste Ergebnis jedoch bestätigen, will ihn das Phonak-Team entlassen. Die Schweizer Mannschaft war in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Dopingsündern in ihren Reihen aufgefallen.
Die diesjährige Tour de France hatte bereits vor ihrem Beginn für den größten Doping-Skandal seit 1998 gesorgt. Wegen ihrer Verwicklung in den Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes waren mehrere Fahrer ausgeschlossen worden, darunter Jan Ullrich und Giro d'Italia-Sieger Ivan Basso aus Italien.Die französische Sportzeitung "L'Equipe" zitierte John van den Akker, der Landis' Auftritt in Chaam organisiert hatte, mit den Worten: "Wir sind sehr verärgert. Wir haben sehr viel Geld ausgegeben und wir erwarten jetzt eine Erklärung von ihm". Es sei zu vermuten, dass "etwas Schlimmes geschehen" sei. "Wir haben den ganzen (Mittwoch) Abend versucht, Floyd und seinen Manager John Lelangue zu erreichen, aber wir hatten kein Glück", sagte van den Akker demnach. Laut niederländischen Medien habe Landis seinen Start auf Anraten seiner Ärzte abgesagt. Landis' Teamkollege Robert Hunter sprach im "De Telegraaf" von Hüftproblemen seines Kapitäns, der nach der Saison auch an der Hüfte operiert werden soll.
Am Mittwoch hatte die UCI bekannt gegeben, dass bei einer Dopingprobe ein "anormales Resultat" entdeckt worden sei -dies sei der erste Fall einer positiven Probe bei der Tour 2006 gewesen. Die UCI äußerte sich jedoch weder zu der Identität des Fahrers noch zu der gefundenen Substanz oder zu dem Datum der Probe. Allerdings seien der Fahrer, sein Team, der nationale Verband und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA bereits informiert worden.