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Samstag, 14. Oktober 2006

Antisemitismus in der Kreisliga: Mildes Urteil gegen Altglienicke

Das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) hat nach den antisemitischen Vorfällen in der Kreisliga-Begegnung zwischen VSG Altglienicke II und TuS Makkabi II ein vergleichsweise mildes Urteil gefällt. Altglienicke wurde wegen antisemitischer Parolen einiger Zuschauer gegen die vorwiegend jüdischen Makkabi-Spieler während der letztlich abgebrochenen Partie vom 26. September zu zwei Heimspielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt. Im schlimmsten Fall hatten Altglienicke eine Geldstrafe und Punktabzüge gedroht.

Zudem müssen die 14 auf dem Spielberichtsbogen eingetragenen Spieler sowie die Trainer und Betreuer an einem vom BFV organisierten "Seminar gegen Rassismus" teilnehmen. Die in der 78. Minute beim Stande von 4:1 wegen der geschlossenen Spielverweigerung der Makkabi-Spieler abgebrochene Partie wird auf neutralem Boden wiederholt.

"Das Urteil reicht weiß Gott nicht aus, um ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus zu setzen", sagte der TuS-Vorsitzende Tuvia Schlesinger. Dagegen verteidigte BFV-Präsident Bernd Schultz die Maßnahmen, die "eher helfenden als strafenden Charakter" hätten.

Das Sportgericht schenkte demnach den Aussagen der Makkabi-Verantwortlichen Glauben, dass die Spieler mit Sprüchen wie "Auschwitz ist wieder da" oder "Die Synagogen müssen brennen" angepöbelt worden waren. Dies hatten Spieler und Trainer von Altglienicke in der Beweisaufnahme am Dienstag bestritten. Der Schiedsrichter Klaus Brühning will nach eigenen Aussagen keine Beleidigungen gehört haben. Makkabi hatte gegen ihn bereits ein Sportgerichtsverfahren beantragt.

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