Sonntag, 16. Dezember 2001
Champion mit breiter Nase: Ruiz siegt gegen Holyfield
Mit einem schmeichelhaften Unentschieden hat der US-Amerikaner John Ruiz im ausverkauften Foxwoods Resort Casino von Ledyard im US-Bundesstaat Connecticut gegen seinen Landsmann Evander Holyfield seinen WM-Gürtel im Schwergewicht verteidigt.
Der Weltmeister nach Version der World Boxing Association (WBA) ließ sich vom ehemaligen Champion Holyfield die Nase breitschlagen, behielt jedoch seinen Titel.
Der Herausforderer reagierte entsprechend angefressen: Ich habe den Kampf bestimmt, habe fast jede Runde gewonnen. Mir ist unklar, was die Punktrichter gesehen haben, schimpfte Holyfield nach dem dritten Zwölf-Runden-Duell gegen den zehn Jahre jüngeren Champion mit der gebrochenen Nase.
Die drei Punktrichter hatten den unspektakulären Kampf mit 116:112 für Holyfield, 115:113 für Ruiz und mit 114:114 gewertet. Dieses Urteil genügte dem 29 Jahre alten Lokalmatador zum erneuten Erfolg.
Es war ein schweres Gefecht, gestand Ruiz. Holyfield kam in den Ring mit unbedingtem Siegeswillen. Das ist es, was ich an ihm so schätze. Nicht nur die Statistik der Power Punches (117:69) sprach deutlich für Holyfield, der den ersten Kampf am 12. August vorigen Jahres umstritten nach Punkten gewonnen, jedoch die Revanche am 3. März deutlich verloren hatte.
Der viermalige Ex-Champion präsentierte sich am Kampfabend in bester Verfassung und setzte den Weltmeister mit Kombinationstreffern stetig unter Druck. In der Schlussrunde hielt sich Ruiz nur noch mit Mühe auf den Beinen.
Ruiz nächster Kampf findet im März gegen den ungeschlagenen Weltranglistenersten Kirk Johnson statt.
Auch ich bin traurig, Holyfield ist der viel bessere Boxer, sagte Vitali Klitschko. Der Sportwissenschaftler aus dem Hamburger Universum Boxstall erhält durch Ruiz Sieg die Chance, einen Kampf gegen Holyfield zu bekommen.
Holyfield sei auch ohne Titel einer der reizvollsten Gegner, betonte Klitschko-Promotor Klaus-Peter Kohl und meinte: Jetzt liegen die Karten im Schwergewicht klar auf dem Tisch. Wir werden unsere Verhandlungen mit allen notwendigen Partnern führen und hoffentlich noch dieses Jahr zu Ergebnissen kommen.
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