Dienstag, 14. Juni 2005
"Der größte Schmarrn": Sepp Maiers harsche Kritik
Sepp Maier, langjähriger Bundes-Torwartrainer, hat die Trennung vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) anscheinend immer noch nicht verkraftet. Kurz vor dem Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft beim Konföderationen-Cup am Mittwoch in Frankfurt/Main gegen Australien kartete der Weltmeister von 1974 gegen Bundestrainer Jürgen Klinsmann noch einmal nach und übte heftige Kritik am Rotations-Prinzip der Torhüter Oliver Kahn (Bayern München) und Jens Lehmann (FC Arsenal).
"Was Klinsmann da seit knapp einem Jahr mit den Torhütern veranstaltet, ist der größte Schmarrn der deutschen Fußball-Geschichte überhaupt. Aber bei ihm wundert mich nichts mehr", lästerte Maier in einem Interview mit der Münchner AZ. "Dieses ständige Wechseln bringt doch nichts. Erstens nicht für die Torhüter, denen die Sicherheit genommen wird, und zweitens für die Abwehr. Mal der, mal der im Kasten - das verunsichert auch die Hintermannschaft. Das ist alles Blödsinn."
Für Maier ist die Torwartfrage für die Fußball-WM 2006 eh längst beantwortet. "Jeder, der auch nur ein bisserl was vom Fußball versteht in diesem Land, weiß, dass Kahn die unumstrittene Nummer eins ist. Dass Lehmann mal ein Spiel macht, ist ja okay - aber nicht bei so einem Turnier", meinte der 61-Jährige, der von Klinsmann aus dem DFB-Trainerstab geworfen worden war.
"Ein böses Erwachen für den DFB"
Auch an der Neu-Strukturierung der Nationalmannschaft unter Klinsmann übte Maier heftige Kritik. "Er hätte auch die Linie seiner Vorgänger auf vernünftige Weise mit leichten Kurskorrekturen weiter machen können - aber nein. Er baut sich durch seine Aktionen einen dermaßen großen Druck auf. Aber alles, was man im Leben macht, kommt irgendwann zurück", sagte Maier. Wenn es schief gehe, verspreche er eines: "Es wird ein böses Erwachen für den DFB geben."
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