Sport
Der Grad zwischen Patriotismus und Nationalismus ist schmal. "Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet", sagte der frühere Bundespräsident Johannes Rau treffend.
Der Grad zwischen Patriotismus und Nationalismus ist schmal. "Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet", sagte der frühere Bundespräsident Johannes Rau treffend.(Foto: imago/Jan Huebner)

"Schwarze" Fans gegen Ghana: Fifa will nicht gegen DFB ermitteln

"Blackfacing" bei der Fußball-WM? Ein Bild (angeblich) deutscher Fans, die sich beim Spiel gegen Ghana die Gesichter schwarz bemalt hatten, kursiert im Netz. Doch der "Aufreger" bleibt ebenso ohne Folgen wie die homophober Rufe mexikanischer Fans.

Der Fußball-Weltverband Fifa wird wegen des von verschiedener Seite als rassistisch betrachteten Verhaltens einiger weniger mutmaßlich deutscher Fans beim WM-Gruppenspiel gegen Ghana (2:2) kein Ermittlungsverfahren gegen den Deutschen Fußball-Verband (DFB) einleiten. Das gab die Fifa in Rio de Janeiro bekannt.

Nach der Begegnung in Fortaleza waren Fotos von Zuschauern aufgetaucht, die sich ihre weißen Gesichter schwarz angemalt hatten. Auf ihren weißen T-Shirts hatten sie zudem "Ghana" geschrieben. Das Anti-Diskriminierungs-Netzwerk Fare fühlte sich bei dieser Aktion an das rassistisch geprägte "Blackfacing" erinnert, das in den USA des 19. Jahrhunderts verbreitet war. In Deutschland ist diese Praxis zu Zwecken der Diskriminierung allerdings weitgehend unbekannt. Die Fifa sieht keine Veranlassung für ein Verfahren, "weil es keine legale oder faktische Grundlage dafür gibt", wie Sprecherin Delia Fischer sagte.

Außerdem lässt die Fifa das Verfahren gegen den mexikanischen Verband wegen homophober Rufe mexikanischer Fans fallen. Claudio Sulser, Vorsitzender des zuständigen Disziplinarkomitees, hat "keinen Bruch des Artikels 67 des FIFA-Disziplinarreglements festgestellt", wie er erklärte. Gemäß Art. 67, Abs. 1 haftet der Heimverband für das ordentliche Verhalten der Zuschauer, auch wenn ihn keine Schuld trifft. Die Fans sollen im ersten Gruppenspiel am 13. Juni in Natal Kameruns Torwart Charles Itandje als "Puto" (Stricher) beschimpft haben.

Die Fifa habe jedoch die Sicherheitsleute in den Stadien ermutigt, wachsam zu bleiben, um mögliche Fälle von Diskriminierung zu verhindern, wie Fischer erklärte. Der Weltverband betonte, dass er keinen dieser Angelegenheiten auf die leichte Schulter nehme. "Wir verurteilen jegliche Form von Diskriminierung, wie es auch in unseren Statuten festgehalten ist", sagte Fischer.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen