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Kolumnen

Mittwoch, 25. August 2010

Dauerdebütant Chong Tese: Reif für Real Madrid

Stefan Giannakoulis

Der Wayne Rooney Asiens spielt leider nicht beim FC Bayern der zweiten Liga, würde aber gut zum Real Madrid des Westens passen. Bis es so weit ist, spielt er mit dem VfL Bochum beim FC Schalke des Ostens. Da wird selbst der Lionel Messi Deutschlands neidisch.
Erster Nordkoreaner im deutschen Profifußball, der zwei Tore erzielt hat: Chong Tese.

Erster Nordkoreaner im deutschen Profifußball, der zwei Tore erzielt hat: Chong Tese.
(Foto: dpa)

Das Gute an Chong Tese ist, dass er alles, was er macht, zum ersten Mal macht. Zumindest als Nordkoreaner im deutschen Profifußball. Da ist der Stürmer des Zweitligisten VfL Bochum nämlich der erste. Und hat es so innerhalb von 28 Minuten geschafft, vom ersten Nordkoreaner im deutschen Profifußball zum ersten Nordkoreaner im deutschen Profifußball aufzusteigen, der ein Tor erzielt hat. 19 Minuten später im Spiel gegen 1860 München war er dann sogar der erste Nordkoreaner im deutschen Profifußball, der zwei Tore erzielt hat.

Und ist es noch, weil seitdem kein anderer Nordkoreaner aufgetaucht ist und Chong Tese sein nächstes Spiel erst am Freitag bestreitet. Als erster Nordkoreaner im deutschen Profifußball, der mit dem VfL Bochum beim FC Erzgebirge Aue antritt. So können die Reporter locker eine ganze Saison damit bestreiten, darüber zu berichten, was Dauerdebütant Chong Tese alles zum ersten Mal macht. Bis hin zu der Sensationsmeldung im Mai, dass nun der erste Nordkoreaner in der Geschichte des deutschen Profifußballs in die erste Liga aufgestiegen ist. Und dann geht das Ganze von vorne los.

"Wayne Rooney Asiens"

Bis dahin eilt Chong Tese nicht nur der Ruf voraus, überall und immer der Erste zu sein, nein, er gilt auch als der Wayne Rooney Asiens. Hammerspitzname - wenn der nicht erstligareif ist. Nun spielt der VfL Bochum, als Pendler zwischen den Ligen so etwas wie der Fahrstuhl des Ruhrgebiets, zwar in dieser Saison wieder um den Aufstieg, ist aber mitnichten der FC Bayern der zweiten Liga. Diesen Ruf hat die Hertha aus Berlin zu verteidigen, da würde Chong Tese also gut hinpassen. Bochum ist aber auch prima, ein Verein, für den Anfang der 70er Jahre immerhin Hans Walitza spielte. Wer? Na, der Gerd Müller des Westens. Weil er so viele Tore geschossen hat, fast so viele wie der Bomber der Nation. Und ähnlich wie DDR-Nationalspieler Joachim Streich, der Gerd Müller des Ostens. Der Beckenbauer des Ostens heißt übrigens Hans-Jürgen Dörner.

Wie einst Hans Walitza: der Wayne Rooney Asiens.

Wie einst Hans Walitza: der Wayne Rooney Asiens.
(Foto: dpa)

Aus der ersten Liga würden wir Chong Tese den 1. FC Köln empfehlen, der in seiner traditionell hybriden Eigenwahrnehmung immer noch als das Real Madrid des Westens gilt, nur weil die Spieler in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ähnlich blütenweiße Trikots trugen wie die stolzen Spanier. Madrid? Madrid!. Dort spielt ja jetzt der Lionel Messi Deutschlands, Mesut Özil. Als weitere Vereine kämen für Chong Tese der FC Bayern München – Stern des Südens – oder der Hamburger SV – Perle des Nordens infrage.

Bis es so weit ist, kickt Chong Tese aber beim Rohdiamanten Westfalens in Liga zwei. Apropos Aue, Veilchen des Erzgebirges: Das Schalke 04 des Ostens wollten sie werden, als sie 2003 erstmals aufstiegen. Na ja, nun kommt wenigstens der Wayne Rooney Asiens. Und das zum ersten Mal.

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Kommentare
Andre schreibt:
25.08.2010 15:52

Endlich mal ein guter Kommentar Herr Giannakoulis. Ich bin positiv beeindruckt. Besonders freut mich als glühenden Anhänger des Real Madrids des Westen das Sie diese Anektode wahrheitsgemäß wiedergegeben haben. Herrn Tese viel Glück in Deutschland, sein Einstand ist ja schonmal geglückt. Möge ihm das Glück holt sein 1. Fussball Club Köln


Max schreibt:
25.08.2010 16:30

Respekt! Nicht unwitzig - für n-tv.de


DerJay schreibt:
25.08.2010 17:50

Es sollte heißen Erster Nordkoreaner der ein Doppelpack erzielt hat, oder zumindest könnte man dies getrost ergänzen. Aber ist nicht Marko Marin der Lionel Messi Deutschlands?


Kanner schreibt:
25.08.2010 23:22

Der ist gar kein echter Nordkoreaner. Seine Eltern sind beide Südkoreaner und er ist in Japan aufgewachsen. Dann hat er was mit ner Kader-Tochter begonnen und sich aufgrund seiner Großeltern in Nordkorea einbürgern lassen. Hat mir ne Asiatin gesteckt.


Pat schreibt:
26.08.2010 02:32

Herr Giannakoulis, Ihre Meinungen sind immer sehr gut. Besonders wichtig finde ich Ihre Meinung zum Thema Nationalelf. Auch wenn die Mehrheit der deutschen Fußballfans Jogi Löw unterstützt, er ist und bleibt ein unglaublich schlechter Trainer.


Michel schreibt:
26.08.2010 08:37

Sehr schön zu lesen. Kompliment. Riesen Ding ! Weiter so.


naaaaa schreibt:
26.08.2010 12:20

was ist das denn fürn sch....? soll das jemand lustig finden? der artikel nervt spätestens ab dem dritten absatz, vorher ist noch im ansatz ein gedanke zu erkennen........


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