Samstag, 29. September 2001
ICANN-Jahrestreffen: Überschattet vom Terror
Die Terroranschläge vom 11. September überschatten auch das geplante Jahrestreffen der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) im kalifornischen Marina del Rey im November. Statt über die neuen Top Level Domains wird dort wohl in erster Linie über "Stabilität und Sicherheit" diskutiert werden.
Angesichts geplanter militärischer Aktionen steht die Zukunft des Domain Name Systems (DNS) zur Debatte. So hat sich die US-Regierung von Plänen für mehr Autonomie bei ICANN distanziert.
Bereits mehrmals haben sich ICANN-Registrare in den USA mit Vertretern des FBI getroffen, um über die Weitergabe von Daten zu diskutieren.
Mögliche Diskussionspunkte dürften auch die Sicherheit der 13 offiziellen DNS-Rootzone-Server sein, die kritisch für die Adressierung im Web sind. Die amerikanische Regierung behält sich auch weiter die Kontrolle über den A-Rootserver vor.
In den USA ist zudem umstritten, ob US-Firmen Domains an afghanische oder irakische Kunden mit antiamerikanischen Inhalten verkaufen sollten. Der Ex-Monopolist NSI hat auf öffentlichen Druck hin die Domain taleban.com abgeschaltet.
Auch über die Frage, ob Internetadressen einem Embargo wie dem gegen den Irak unterfallen können, wird die ICANN wohl diskutieren. Eine offizielle Stellungnahme von ICANN-Präsident Stuart Lynn zu den Sicherheitsbedenken, die diskutiert werden sollen, steht allerdings noch aus.
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