Dienstag, 16. Januar 2007
Teil 1: Einführung: Zertifikate-Strategie
Von Matthias Steinhauer, Concept Vermögensmanagement
Zertifikate bis zum Ende der 90er Jahre eher noch eine exotische Anlagevariante haben sich in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil im Auswahlspektrum vieler privater wie auch institutioneller Anleger entwickelt. Die Emittenten haben sich auf die Nachfrage eingestellt, sie teilweise gar erst geweckt. Diese Entwicklung hat zu einer Angebotsvielfalt beigetragen, die heute optimale Anpassungen der Vermögensstruktur an die persönlichen Erwartungen in Bezug auf Anlagehorizont, Renditeperspektive und Risikotoleranz ermöglicht.
Für den Anleger geht es heute vielfach nicht mehr um die Frage, welche Aktien und welche Märkte die aussichtsreichsten innerhalb eines Zeithorizonts sein mögen. Dies ist und bleibt eine Herausforderung, an der auch weiterhin Jahr für Jahr selbst die meisten Profis (nämlich Fondsmanager) scheitern. In der Wissenschaft ist schon lange erwiesen, dass Anleger ihr Vermögen erfolgreicher vermehren können, wenn sie langfristig in öffentlich publizierte Aktienindices investieren, statt auf aktiv gemanagte Fonds zu setzen oder gar einzelne Aktien zu kaufen.
Intelligentes Vermögensmanagement übrigens nicht nur in Aktien - bezieht sich heute viel mehr auf die Abwägung von Wahrscheinlichkeiten für verschiedene Rendite- und Risikoszenarien innerhalb des aktuellen Umfeldes und auf die Suche nach Instrumentarien, die für diese Erwartung(en) die beste Anlagemöglichkeit bieten. Hier kommen so genannte Zertifikate ins Spiel, die im juristischen Sinne Schuldverschreibungen einer Bank oder eines Brokerinstituts darstellen, bei denen die Rückzahlungsmodalitäten an die Entwicklung von Märkten (seien es Aktien-, Renten- oder Rohstoffmärkte im weitesten Sinne) gekoppelt sind.
Die Zertifikatematrix
Das Angebot an Zertifikaten ist riesig und reicht von klassischen Indexzertifikaten über Strategie-Zertifikate unterschiedlichster Ausprägungen bis hin zu Rohstoffzertifikaten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In diesem Punkt sind Zertifikate wesentlich "wendiger" als z.B. Investmentfonds, die gesetzlich stärker reglementiert sind (ohne dass dies zu einem besonderen Vorteil gereichen würde). Zertifikate eignen sich für jeden Anleger, der kostengünstig, transparent und kalkulierbar investieren möchte.
Die Vielfalt des zur Verfügung stehenden Angebotes unterschiedlicher Emittenten beinhaltet jedoch sehr konkret auch das Problem der Unübersichtlichkeit. In den folgenden Artikeln dieses Mediums werden wir daher das Angebot strukturieren und darstellen, für welchen Anlegertyp (sprich: für welche Risikoneigung) welche Zertifikatestrukturen am ehesten in Frage kommen und dies an Beispielen erläutern. Dabei gehen wir davon aus, dass sich der geneigte Leser mit einem dieser Anlageziele identifizieren kann:
1. Sicherheit (keine Risiken)
2. Zinsoptimierung
(Inkaufnahme eingeschränkter Risiken zur Erzielung eines über
Tagesgeldverzinsung liegenden Ertrages)
3. Ausgewogenheit
(Gemischte Anlage, um zwar die Chancen der Aktienmärkte zu nutzen, gleichzeitig aber immer auch Rückgriff auf sicherere Anlagen zu haben)
4. Aktienoptimierung
(Suche nach Möglichkeiten, um kalkulierbar eine höhere als die Marktrendite zu erreichen)
Die anschließende Suche nach einem konkreten Investment obliegt dann dem Investor in Zusammenarbeit mit seinem Anlageberater.
Ausblick: Im Teil 2 dieser Zertifikate-Serie werden wir damit beginnen, die für den sicherheitsorientierten Investor geeigneten Zertifikatevarianten zu definieren.
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