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Alexander SeiboldChancen nicht verpassen

03.02.2010, 16:57 Uhr

In jedem Marktumfeld, auch in diesem, gibt es Chancen, die es zu nutzen gilt. 2009 sorgten Unternehmensanleihen und Zwischenerholungen an den Aktienmärkten für Rendite. Hier möchte ich Hinweise geben, wo 2010 Chancen liegen.

Seit dem Herbst haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Konsolidierung bei den Aktienmärkten überfällig ist. Eine, nennen wir sie einmal Hoffnungs-Rallye, hat den DAX bis kurz vor Jahresschluss auf mehr als 6000 Punkte getrieben. Auch die Aktienindizes in anderen großen Industrieländern haben vor Jahresschluss neuen Höchststände verzeichnet. Im Januar scheint die lange erwartete Korrektur am Aktienmarkt zu beginnen. Der Zeitpunkt ist nicht ungewöhnlich, statistisch gesehen sogar wahrscheinlich. Betrachtet man den Dow Jones Industrial Average, gab es in einer bemerkenswerten Häufigkeit am Anfang eines Jahres scharfe Kurseinbrüche.

Jedoch verdecken die Probleme am Aktienmarkt, dass es an anderen Stellen durchaus Investmentchancen gibt. Beispielsweise spricht einiges für eine deutliche Erholung des US-Dollar im Verlauf des Jahres. Der ungewöhnlich niedrige Wert des Greenbacks hat sich schon etwas erholt, aber es spricht einiges für eine weitere Dollar-Stärke.

Für die Fortsetzung des begonnen Trends sprechen zwei Faktoren: Die US-Wirtschaft wird sich wohl relativ schneller als die Euroländer – wenn auch absolut immer noch langsam – erholen. Gleichzeitig zerren die Finanzprobleme Griechenlands, Spaniens, Irlands und Italiens an der Geduld der Euro-Anleger. Die EU-Komission sah sich schon genötigt, Meldungen zu dementieren, dass die Casa Griechenland den Fortbestand des Euro gefährde. Das zeigt, wie blank die Nerven liegen, dieses angeknackste Vertrauen wird nicht so leicht zu reparieren sein.

Ein zweiter Hoffnungsträger für 2010 sind Rohstoffe, wie Industriemetalle. Beim Kupferpreis ist der Trend intakt. Ähnlich gute Aussichten gibt es auch bei anderen ausgewählten Rohstoffen. Die Zyklen bei Rohstoffen verlaufen üblicherweise wesentlich heftiger als beispielsweise im Aktienmarkt. Dies erhöht die Chancen – allerdings auch die Risiken, weshalb das Risikomanagement in diesem Fall besonders eng erfolgen muss.

Die Sorgenkinder

-Der Immobilienmarkt, vor allem in den USA, bleibt Brennpunkt Nummer eins. Ohne eine Stabilisierung erholt sich auch die Konjunktur nur schwer.

-Unternehmensanleihen. Die Renditestars des Jahres 2009, sind zu weit gestiegen. Hier könnten böse Überraschungen drohen.

-Der Januar 2010 könnte der Start der lange erwarteten Konsolidierung im Aktienmärkte gewesen sein. Erst danach sind nachhaltig Kursanstiege wahrscheinlich.

Die Hoffnungsträger

-Der US-Dollar könnte der Gewinner 2010 werden. Bei der US-Wirtschaft sind viele negative Daten eingepreist, im Euro-Raum beginnen die schlechten Nachrichten erst.

-Rohstoffe liegen weiter im Aufwärtstrend. Im besonderen Fokus liegen Energieträger und Industriemetalle.

-Flexibilität – keine Anlageklasse, aber eine strategische Komponente, die sich als besonders wertvoll erweisen dürfte.

Mein Fazit

2008 ging es in der Kapitalanlage vor allem darum, möglichst kein Geld zu verlieren, 2009 stand im Fokus, die wenigen Kurschancen gezielt zu nutzen. 2010 sollte dazu genutzt werden, ein Portfolio im Hinblick auf langfristige Rendite richtig aufzustellen. Devisen und Rohstoffe könnten den Anfang machen, Aktien dürften wohl erst später dazukommen.

Der Autor Alexander Seibold ist bankunabhängiger Vermögensverwalter und Experte des Internetportals Vermögensprofis.de.