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Zertifikate

Mittwoch, 16. März 2011

Gehebelte Inflationsanleihen : Partizipation von 135 und 160%

Walter Kozubek, Herausgeber ZertifikateReport

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(Foto: picture alliance / dpa)

Mit Inflationsanleihen, bei denen die Höhe der jährlichen Zinszahlung vollständig von der Entwicklung der Inflationsrate abhängt, können sich Anleger vor den negativen Folgen des Kaufkraftverlustes schützen. Zumeist sind diese Anleihen mit Mindestkupons ausgestattet, die auch bei einem Nichteintritt des Inflationsszenarios für überdurchschnittliche Zinserträge sorgen sollen.

Seit einigen Wochen werden Inflationsanleihen mit Hebelwirkung angeboten, mit denen sich die Kaufkraft im Falle eines Inflationsanstiegs sogar noch steigern lassen soll. Im Gegensatz zu den Produkten mit der 100-prozentigen Partizipation am Anstieg der Inflationsrate bieten die gehebelten Varianten der Inflationsanleihen keinen Mindestkupon. Bei einer stagnierenden oder rückläufigen Inflationsrate müssen Anleger auf die Zinszahlungen verzichten.

Unterschied geringfügig aber wesentlich

Die Höhe der jährlichen Zinszahlungen der beiden neuen RBS-Inflationsanleihen hängen von der jährlichen Entwicklung des Harmonisierten Europäischen Verbraucherpreisindex ohne Tabakwaren (HVPI) ab.

Beide Anleihen können bis 28.3.11 in einer Stückelung von 100 Euro mit 100 Prozent plus 1,5 Prozent Ausgabeaufschlag gezeichnet werden. Die Laufzeit der Anleihen endet am 31.3.16. Am Ende der Laufzeit werden die Anleihen mit 100 Prozent ihres Ausgabepreises zurückbezahlt.

Die 135%-Inflationsanleihe 03/16 mit ISIN: DE000RYB0BH1, lässt Anleger ab dem dritten Laufzeitjahr mit 1,35-facher Hebelwirkung am Anstieg der Inflation teilhaben. Nach den ersten beiden Laufzeitjahren erhalten Anleger den Fixkupon in Höhe von fünf Prozent pro Jahr gutgeschrieben.

Bei der 160%-Inflationsanleihe 03/16 mit ISIN: DE000RYB0BG3, erhalten Anleger den Fixkupon in Höhe von fünf Prozent nur ein Mal, und zwar nach dem ersten Laufzeitjahr, ausbezahlt. In den verbleibenden vier Laufzeitjahren wird der Anstieg der Inflationsrate mit 1,6-facher Hebelwirkung an die Inhaber der Schuldverschreibung gutgeschrieben. Steigt der HVPI in der relevanten Beobachtungsperiode beispielsweise um vier Prozent an, dann wird die Anleihe eine Kuponzahlung in Höhe von 6,40 Prozent abwerfen.

ZertifikateReport-Fazit: Die 135%-Inflationsanleihe zahlt nach den ersten beiden Laufzeitjahren den Fixkupon in Höhe von fünf Prozent aus, die 160%-Inflationsanleihe hingegen nur nach dem ersten Jahr. Deshalb werden Anleger mit der Marktmeinung, dass sich die Inflation relativ rasch und heftig entwickeln wird, eher für die 160% Anleihe entscheiden. Anleger, die von einem moderaten Inflationsanstieg ausgehen, werden wegen des zweimaligen Fixkupons in Höhe von fünf Prozent pro Jahr eher der 135%-Anleihe den Vorzug geben.

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