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Per Saldo - die WirtschaftskolumneZum Glück gibt es Opel

09.08.2009, 14:29 Uhr
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Das Gerangel um Opel füllt die Schlagzeilen im Sommerloch. Das ist dankbar für Journalisten. Doch die Hängepartie ist für die Mitarbeiter des Unternehmens ein Tortour. Dessen sollten sich die Verantwortlichen bewusst sein.

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Die Politik und Opel: Das Dauerthema beherrscht schon seit Monaten die Wirtschaftsschlagzeilen. (Foto: REUTERS)

Das Sommerloch ist immer eine schwierige Zeit für Journalisten. In der Redaktion machen die tropischen Temperaturen jeden Denkprozess zur Qual, die üblichen Sommerlochthemen malträtieren die unglücklichen Verbliebenen an den Schreibtischen und in der Wirtschaft ist in der Regel nichts los. Das sind so die Tage, an denen man es verflucht, einen kreativen Beruf gewählt zu haben. Doch in diesem Sommer ist alles anders, denn es gibt ja Opel und den Wahlkampf.

Das nicht enden wollende Thema dieses Jahres sorgt auch im Hochsommer für hübsche Aufmacher und klickträchtige Schlagzeilen. Und je näher der Wahltermin rückt, desto skurriler greift die Politik in das Geschehen ein. Da redet sich das halbe Kabinett in nächtlichen Sitzungen die Köpfe heiß, da wird ein Rettungsplan nach dem anderen diskutiert, Entscheidungen getroffen von Leuten, die diese gar nicht treffen können. Und am Ende ist immer noch alles offen. Nein, es gab wohl selten ein Thema, das sich in der Wirtschaft derart zur Überbrückung der nachrichtenarmen Zeit eignete wie das Schicksal des traditionsreichen Autobauers.

Was aber wird denn jetzt eigentlich aus Opel? Magna oder RHJ? Behält GM am Ende Opel doch selbst, was einige Auguren bereits in den Ring warfen. Am Ende wird wohl kein Weg an dem Urteil der Bundesregierung vorbei führen. Wenn sie die Staatsgelder streicht, gehen bei Opel die Lichter aus. Doch die Zeit arbeitet für General Motors. Der einst größte Autobauer der Welt hat sich mit reichlich Staatsgeldern und dem Gang in die Insolvenz finanziell fast wieder saniert. Man will im kommenden Jahr wieder an die Börse. Also scheint die Option, die technologieträchtige europäische Tochter zu behalten, gar nicht so abwegig.

Wechselbad der Gefühle

Man kann sich kaum vorstellen, welchen Gefühlsschwankungen die Beschäftigten von Opel seit Monaten unterworfen sind. Der Wechsel zwischen Euphorie und Jobangst nimmt für die knapp 25.000 Mitarbeiter kein Ende. Ein Wunder, dass das Unternehmen überhaupt noch funktioniert angesichts der Bandbreite der Gefühlsschwankungen. Neben den direkten Mitarbeitern leiden Familien, Freunde und Verwandte mit. Ganz zu schweigen von den tausenden Mitarbeitern in Autohäusern der Marke.

Es wäre wirklich wünschenswert, dass dieses unwürdige Spiel mit der Zukunft von abertausenden Menschen endlich ein Ende findet. Die Beteiligten sollten sich die andauernde Ungewissheit der Beschäftigten zu Herzen nehmen und endlich Fakten schaffen. Der Appell geht auch nach Detroit. Denn General Motors hat wahrlich genug Schaden angerichtet, auch wenn man in schlechten Jahren die Opelaner immer wieder gestützt hat. Dennoch muss jetzt eine Einigung her, denn niemand wünscht den Mitarbeitern weitere Monate voller Ungewissheit. Das haben sie nicht verdient.