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Kommentare

Mittwoch, 06. Juli 2011

Per Saldo: Entmachtet die Agenturen!

von Jan Gänger

Macht kaputt, was Euch kaputt macht, forderten schon "Ton Steine Scherben". Es wird Zeit, dass sich Europas Banken und Politiker diesen Appell der legendären Berliner Band zu Herzen nehmen und handeln: Die drei großen US-Ratingagenturen gehören entmachtet. Und zwar ganz schnell.
:

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Beißender Rauch. Abgekämpfte Feuerwehrmänner versuchen verzweifelt, die verheerenden Waldbrände unter Kontrolle zu bringen. Flammen, soweit das Auge reicht. "Was sollen wir nur tun?", fragen sie sich müde. "Und warum hält der blöde Kerl nicht einfach mal die Klappe?"

Besagte Nervensäge stapft missmutig durch die Gegend, fuchtelt mit den Armen, quengelt ohne Unterlass und weist ständig ungefragt darauf hin, dass es die Feuerwehrleute sowieso nicht packen. Egal, ob sie Löschflugzeuge anfordern, Schneisen schlagen oder mit neuartiger Technik anrücken. "Bringt alles nichts. Könnt ihr vergessen", schlaumeiert dieser Anzugträger.

So stellt sich die Lage diesen Sommer in der Eurozone dar. Der Währungsunion droht der Zusammenbruch. Und als ob die Rettung nicht schon schwierig genug wäre, geben sich die drei großen US-Ratingagenturen alle nur erdenkliche Mühe, jeden einzelnen Versuch zu sabotieren. Was nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird abgestuft.

Geballte Kompetenz

Nun stellt sich natürlich die Frage, warum man die Damen und Herren nicht einfach ignoriert. Doch statt die Ohren auf Durchzug zu stellen, starren Regierungschefs und Finanzminister auf die Agenturen wie das Kaninchen auf die Schlange. Warum eigentlich?

Wie viel geballte Kompetenz, Weitsicht und Urteilsvermögen die sogenannten Experten dieser Agenturen besitzen, sollte spätestens seit der Finanzkrise bekannt sein. Die gut bezahlten Herrschaften gaben damals selbst hochgiftigen Finanzkonstruktionen Top-Bewertungen und stellten damit eindrucksvoll ihre Existenzberechtigung unter Beweis.

Nun, wo sich der Rauch verzogen hat und die Trümmer zur Seite geräumt sind, haben sie ein neues Betätigungsfeld gefunden: die Eurozone. Und wie damals basieren die Urteile dieser interessengeleiteten, gewinnorientierten US-Unternehmen auch heute nur auf allgemein zugänglichen Informationen, die jeder andere auch im Internet oder in der Zeitung finden kann. Die selbsternannten Bonitätswächter wissen nicht mehr als du und ich.

Bedauerlicherweise hören aber Banken und Versicherungen dennoch auf deren Urteile. Es ist deshalb keine schlechte Idee, endlich eine Alternative zu schaffen. Es gibt andere Instrumente, um die Kreditwürdigkeit von Unternehmen oder Staaten zu beurteilen. Sollen doch Banken und Versicherungen ein eigenständiges Rating einführen und ihr System durch staatliche Finanzaufsichten überprüfen lassen.

Das kostet zwar Geld, hätte aber einen unschätzbaren Vorteil: Man könnte das selbstherrliche Gerede von Moody's, S&P und Fitch ignorieren und sich in Ruhe darum kümmern, die Eurozone zu retten.

Es pressiert nämlich ein bisschen.

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Per Saldo: Entmachtet die Agenturen!

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Kommentare
J.M.Mielert schreibt:
06.07.2011 09:41

Ich kenne die Hymne dieser Tage: die Münchner Rockgruppe AUDIOPILOT hat mit dem Titel DIAGNOSE REZESSION den Nagel auf den Kopf getroffen Text und Musik von Axel Dennhardt. Der Titel wird leider längere Zeit Gültigkeit behalten...


Robert Bielefeld schreibt:
06.07.2011 09:46

Gut gebrüllt, Löwe! Doch nicht die Agenturen haben sich zum Maßstab der aufsichtsrechtlichen Bonitätsbeurteilung gemacht, sondern der Gesetzgeber und die Nutzer haben sich nur allzu gerne das fremde Urteil zu eigen gemacht, um eigenen Aufwand und Verantwortung zu umgehen. Daher ist es zu simpel, die Ratingagenturen an den Pranger zustellen, zumal sie zumindest jetzt mit der erforderlichen Unabhängigkeit die Situation beurteilen und Risiken aufzeigen, wo politischer Wille nicht mit ökonomischer Sachkunde übereinstimmt.


Reiner Vogels schreibt:
06.07.2011 09:46

Den Boten zu erschlagen, weil die Botschaft katastrophal ist, ist seit den Zeiten der Antike eine beliebte Übung undemokratischer Diktatoren. Dass europäische Politiker und manche Journalisten heute mit derartigem Verhalten liebäugeln, sollte zu denken geben. Im Klartext: Nicht die Rating-Agenturen, die den Bankrott bestimmter Staaten öffentlich machen, sind das Problem, sondern der Bankrott dieser Staaten selbst. Wenn nun die Politik diese Wahrheit nicht öffentlich diskutiert wissen möchte, sondern diejenigen abstrafen will, die die Wahrheit sagen, stellt sie sich selbst das Zeugnis aus, dass sie von einem öffentlichen und demokratischen Diskurs der Bürger nichts hält. Solche Politiker und ihnen gehorsame Jounalisten gehören aus dem Amt gejagt.


Heiko Kuhnt schreibt:
06.07.2011 09:46

Soweit nachvollziehbar. Dazu meine Frage: Wer steuert denn ideologisch diese Ratingagenturen?


Tom schreibt:
06.07.2011 09:48

Richtig so! Mich wundert zwar, einen solchen Kommentar ausgerechnet bei ntv zu lesen. Aber der Autor hat recht. Es wird Zeit, die Macht von nicht legitimierten Finanzspekulanten zzu rbechen. Ich sage nur: Aus der Krise nichts gelernt!


noknoi schreibt:
06.07.2011 09:51

die raten von ratingagenturen sollen lieber in der usa nach ihren staatsschulden schauen. den die usa finanz macht nix um die schulden zu begrenzen, außer die schuldenobergrenze nach oben zu verschieben. außerdem warum haben wir hochbezahlte banken- und versicherungsmanager, sind die nicht in der lage ab zuschätzen, ob ein land wie z.b. griechenland kreditwürdig ist? scheinbar nicht, sonst wäre gr nicht der schlechten lage.


Joe Duke schreibt:
06.07.2011 09:51

Unzulänglichkeiten werden nicht durch Inkomptenz kompensiert! Solch ein Artikel gehört an Stammtische zwischen dem 6. und 7. Bier. Die Poliltik muß sich den Problemen stellen und nicht denen die Probleme beim Namen benennen. Banken und Versicherungen haben schließlich einen Grund, weshalb sie Ihr Risiko entsrechend den Ratings bewerten. Dies wird nicht besser indem nun politisch gefällige europäische Agenturen die Sache schönfärben. Im übrigen sind selbige Ratingagenturen genauso penibel gegenüber den USA bezüglich der aktuellen Kreditsituation.


Mick, peter schreibt:
06.07.2011 09:52

Selten einen so unkritischen Artikel gelesen. Das die Länder Griechenland, Portugal, Spanien und Irland insolvent sind müssen wir nicht erst von den Ratingagenturen erfahren, die im übrigen nicht alle amerikanisch sind. Geradezu unglaublich ist die Forderung eine eigene staatliche Agentur zu fordern die dann sicherlich kein objektives rating vornehmen wird, sondern die Interessenslage der einzelnen Regierungen Europas bescheinigen wird.


JgMeyer schreibt:
06.07.2011 09:59

Erstklassiger Kommentar. Wie können sich die Ratingagenturen auch nur erdreisten, darauf hinzuweisen, dass Griechenkad pleite ist und trotz aller Kosmetik pleite bleibt. Ist doch echt eine Unverschämtheit. Und die hier schon so oft von vielen Autoren geforderte Konsequenz ist auch logisch: Verbietet den Agenturen den Mund. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder ungefragt öffentlich seine Meinung sagt, womöglich auch noch die Wahrheit. Konsequenterweise sollten nicht nur die Ratingagenturen entmachtet werden, sondern gleich danach auch nich das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche, n-tv und alle anderen, die öffentlich die Pleite Griechenlands etc beschreiben. Wie klug waren doch in dieser Hinsicht schon die Regierungen unter Erich H. in den 1980ern und ihm-der-nicht-genannt-werden-darf ende der 1930er. Die waren zwar auch absolut pleite und kurz vor dem Staatsbankrott, aber wenn das nicht in den Zeitungen steht, macht das ja auch nix. - Eigene Ratingabteilungen der Banken werden zu gleichen Ergebnissen kommen wie die eigenständigen Ratingagenturen. Das einzige Lösungsmittel wäre hier, wenn es staatliche Ratingagenturen gibt. Und wenn ein Staat selbst darüber urteilen soll, wie kreditwürdig er noch ist, dann ist das ungefähr so, als wenn ein Alkoholiker selber darüber entscheiden soll, wieviel Schnaps er noch verträgt.


Johann S. schreibt:
06.07.2011 10:00

Ich konnte ohnehin diese devote Kniefallpolitik gegenüber den Amis noch nie nachvollziehen. Weiß doch jeder Depp, daß die Ratingagenturen nur ihre eigenen amerikanischen Geldinteressen vetreten um den maroden Dollar zu schützen und vor allem zu stützen.. So wird nun ständig gegen den Euro geschossen. Es wird höchste Zeit für die Kniefallpolitiker endlich mal unsere eigenen Interessen am internationalen Finanzmarkt rigoros zu vetreten. Wo leben wir denn...?


Walter schreibt:
06.07.2011 10:02

Dieser Beitrag kommt reichlich spaet, sehr spaet. Es pressiert! Doch wenn ich mich nicht taeusche hatte die Presse keine Gelegenheit ausgelassen und geschlaumeiert, wie der Anzugstraeger. Im Chor sassen alle moeglichen selbst erklaerten Experten. Wenn wundert es wenn die aus bestimmten Laendern etwas politisch angehauchten Ratingagenturen in den Chor einstimmen...


reinhard seifert schreibt:
06.07.2011 10:09

Der Verfasser begreift nicht, dass die Ratingagenturen fuer Leute handeln, die Ihr Geld sicher angelegt sehen wollen. Also ich wuerde den Griechen kein Geld mehr leihen. Der Euro ist schon in Ordnung, nur haette man sich an den Grundsatz halten sollen, dass kein Land einen anderen helfen solle. Griechenland haette die Eurozone sofort verlassen sollen und waehre mit der Drachme wieder kokurrenzfaehig geworden. Nun haengen die Griechen am Tropf der EU, EWF und das schwaecht den Ruf des Euro. Man kann nicht gegen den Markt handeln. Der Fehler liegt nicht bei den Ratingagenturen, der Fehler liegt bei den Politikern, die den Druck der Banken nachgaben und die einmal festgezurrten Eurokriterien verlassen haben.


zorn schreibt:
06.07.2011 10:12

Eine neue Ratingagentur wird, so sie denn unabhängig ist, wohl auch zu keiner anderen Bewertung der Kreditwürdigkeit von Portugal und den anderen ver- bis überschuldeten Euroländern kommen. Da heißt es Hausaufgaben machen und zumindest die Neuverschuldung zu unterlassen. Das gilt auch für die sogenannten finanzstärkeren Staaten, denn der Weg in Richtung Griechenland ist auch bei 3 Neuverschuldung auf eine Dekade begrenzt.


Andre Schuett schreibt:
06.07.2011 10:17

Jetzt sollen sich unsere Politiker selbst kontrollieren? Man kann doch bei der EZB klar erkennen, wohin dies führt. Ursprünglich sollte die EZB völlig unabhängig sein und nur der Geldwertstabilität verpflichtet. Nun wird ständig von den Politikern Einfluss genommen um mit Hilfe der EZB die jeweiligen politischen Interessen zu unterstützen. Die meisten westlichen Staaten kann man als bankrott bezeichnen und es wird fleißig weiter Geld gedruckt. Man versucht derzeit nur noch, den Zusammenbruch des globalen Finanzsystems hinauszuzögern. Wenn man nun die Ratingagenturen mundtot machen will, ist das auch nur der verzweifelte Versuch, die Wahrheiten solange es möglich ist, unter dem Teppich zu halten und über das „linke Tasche – rechte Tasche-Prinzip“ auf wundersame Weise neues frisches Geld zu erschaffen. Es wird doch in der Politik nur noch über Bilanztricks ein „legitimer“ Haushalt erreicht. Jedes privat geführte Unternehmen wäre schon längst verpflichtet gewesen, die Insolvenz anzumelden.


alex schreibt:
06.07.2011 10:24

Jan Gänger liegt mit seinem Kommentar absolut richtig. Das Problem ist nicht, das Griechenland wirklich schlecht da steht und die Rating-Agenturen darauf hinweisen. Das Problem ist vielmehr, dass die Ratingagenturen offensichtlich im Interesse der USA handeln. Die USA dürften bei gleichen Maßstab kein triple A Rating erhalten! Her fehlt wirklich eine europäische Gegeninstanz! Zumal diverse Investment-/Rentenfonds an diese Ratings gebunden sind, in ihrer Anlageentscheidung. Da muss zwingend etwas passieren. Nachdem man es nach der Finanzkrise schon versäumt hatte.


Ralf Pochler schreibt:
06.07.2011 10:28

Oh mein Gott! Anzugträger als Feindbild! Ich frage mich, wie weit LINKS ist n-tv? Ich dachte immer, das sei ein wirtschaftsnaher, eher konservativer Sender. Aber wenn der nun schon so weit links ist, wie link sind dann erst die Linken? Na jedenfalls denke ich auch, nicht die Agenturen sondern eher Griechenland ist das Problem bzw. die überhastete Einführung des Euros mit der nun fehlenden Feinjustierung über länderspezifische Leitzinssätze. Nun ist alles einheitlicher Zinsbrei und dies erscheint mir für einen so heterogenen Wirtschaftsraum wie Europa fatal!


Sven schreibt:
06.07.2011 10:33

Sehr geehrter Herr Gaenger, glauben Sie wirlich, was Sie hier schreiben??? Erstaunlich ist das solch ein unsachlicher Kommentar bei N-TV auftaucht - passt mehr zum Neues Deutschland.


McAlpine schreibt:
06.07.2011 10:42

Die Maßstäbe dieser sogenannten Experten sind doch völlig verschoben. Die USA ist noch viel pleitererer als es Griechenland sein könnte, schließlich haben die noch die geballte Eurozone in der Hinterhand, die USA haben da gar nichts mehr aufzubieten. Im August werden die zahlungsunfähig, wieso liegen die bei diesen Möchtegernanalysten da steckt immerhin das Wort anal drin! immer noch irgendwo bei AA+?? Das zeigt die ganze Fragwürdigkeit dieser Einstufungen in aller Deutlichkeit doch auf. Der Kommentator hat völlig recht, am besten Ga nich´um kümmern. Da 60 unserer deutschen Exporte in der Eurozone landen, kann uns das eigentlich auch ziemlich egal sein. Wir Europäer brauchen die Amis nicht, die uns aber schon.


Hugin schreibt:
06.07.2011 10:45

Es ist ja unglaublich, wer alles diesen Herrn Gänger gelesen hat und welche z.T. unsinnigen Kommentare hier stehen. Ist er nur naiv oder wird er ferngesteuert? Diese Agenturen sagen wie es ist und wie es ist, kann ja auch jeder sehen. Aber das trifft natürlich für alle anderen die fertig sind auch zu. Vor allem die USA. Banken und Politiker handeln nach des Kaisers neue Kleider. Diese Bankster und gewisse Politiker gehören eingesperrt. Die Griechenlandpleite besteht doch darin, dass fällige Schulden nicht an die Banken zurückgezahlt werden können. Aber dass kann KEINE REGIERUNG!!! Immer werden alte Schulden mit neuen, höheren zurück gezahlt. Es sind also alle Pleite!! Jetzt hat ein gewisses Kartell beschlossen, Griechenland zu bestrafen Spanien wird folgen-Insider wissen warum *g* und für neue Anleihen, zur Rückzahlung der alten, extreme Wucher-Zinsen !zu verlangen. So kann jedes land Pleite gemacht werden. Kollusives Handeln. Hinter allem steht ein gewaltiger Plan. Dollar und Euro, das ist nur Papier,völlig wertlos.Zinsen bringen den Ruin, das wußten schon im Altertum Staatslenker und alle Religionen naja, fast alle Gott sei Dank gibt es den fernen Osten und China, das macht Mut


seppl schreibt:
06.07.2011 10:51

Ja was für ein Schmarrn....Selbst wenn man die abschafft ist es nur der Sinn ungesehen und ungehört weitere Schuldenberge anzuhäufen und dies dann eben völlig ungestört.Wie lange will man eigentlich den Menschen oder das Volk noch verdummen ? Wir wissen eh alle das diese Schieberei-und Löcherstopf-Taktik nicht funktioniert und eines Tages wird uns alle das blaue Wunder einholen mit der Pleite eines Finanzsystemes.


Au Wei schreibt:
06.07.2011 10:54

Wer hat denn die Währungsunion an den Rand des Zusammenbruchs gebracht? Etwa die Ratingagenturen? Wohl eher ein paar europäeische Menschen, die viel Macht haben. Verschärfend auch noch der Franzose als Chef der Zentralbank. Es hätte niemals ein Vertreter des Club - Med Chef der Zentralbank werden dürfen. Diese Leute können nichts dafür, sie wachsen einfach mit dem Bewußtsein auf, dass Regeln nicht beachtet weden müssen. So bricht er das Statut der EZB und kauft griechischeStaatsanleihen, obwohl es der EZB ganz eindeutig untersagt ist, Staatsanleihen zu kaufen. Und nun sitzt er auf über 40 Milliarden € Anleihen und schimpft auf die Ratingagenturen... Unter einem Holländer, Deutschen oder Finnen als EZB Chef wäre das niemals passiert. Wenn jetz auch noch ein Italiener Chef der EZB wird, wird der Euro das nicht überleben.


Mike schreibt:
06.07.2011 10:57

Der Vergleich mit den tapferen Feuerwehrmännern die verzweielt versuchen den Brand zu löschen hinkt ein wenig. Ist es nicht eher so,das der schöne Wald bereits restlos abgebrannt ist und jetzt auf die Schnelle wieder neue Bäume gepflanzt werden nur um zu sehen wie diese durch die immer noch vorhandene Glut sofort wieder abbrennen!? Und das machen wir dann so lange bis kein Löschwasser mehr da ist um andere Wälder zu löschen. Vielleicht hätte man dann mal auf den blöden Kerl hören sollen!


Komantsche schreibt:
06.07.2011 11:07

Sehr geehrter Herr Gänger, wenn sie schon solche Vergleiche mit Feuerwehr und Waldbrand anstellen, sollten Sie die Sache auch zu Ende denken. Die Ratingagenturen wären hier die verantwortlichen Feuerwehr-Einsatzleiter, welche Chancen und Risiken abzuwägen haben. Und wenn ein Einsatzleiter sieht, das trotz aller angeforderten Mittel der Brand nicht zu löschen ist und er nur seine Männer in Lebensgefahr bringt, würde er den Einsatz abbrechen. Notfalls ist es besser, wenn der Wald abbrennt, als das Feuerwehrmänner ohne Chance ihr Leben riskieren. Im Übertragenen Sinn heißt das: Es ist besser, Griechenland geht auch offiziell bankrott, als das man gutes Geld schlechtem hinterher wirft. Das sollte man sich für den Wiederaufbau sparen.


hardy mayer schreibt:
06.07.2011 11:13

Schulden sind Schulden. Pleite ist Pleite das selbstverschuldete Desaster auf die Ratingagenturen zu schieben ist mathematisch eine einfache Formel aber wirtschaftlich ganz einfach dumm


Jörn Ernst schreibt:
06.07.2011 11:27

Ich schließe mich der Meineung von Herrn Vogels an, nicht die Agenturen sind das Problem, sondern die Schulden.


Franke schreibt:
06.07.2011 11:34

es wundert ja schon etwas, welch naive artikel hier veröffentlicht werden.irgendwie werden immer feindbilder gesucht, um von den wahren ursachen abzulenken.girechenland ist nunmal pleite.seit über einem jahr.da bracuhen doch auch ratingagenturen nichts zu beschönigen.Herrn Gängers Artikel zeug von wenig ökonomischen Sachverstand. Der Artikel könnte glatt aus der Feder eines Politikers oder Gewerkschafters stammen.


Veritas schreibt:
06.07.2011 11:39

ja, immer schön den/die Boten der Wahrheit köpfen - wer will schon hören, dass der Kaiser nackt ist ... ts ts, nix gelernt


Hajo schreibt:
06.07.2011 11:44

.......nein, sie müssen unbedingt bleiben, absolut und zuverlässig. Sie bleiben nur noch übrig, um wenigstens einen funken Klarheit herbeizuschaffen. In dieser maffiösen und korrupten Welt sind sie für das breite Publikum der einzige wahre Informant. Es ist unerträglich, wie sogenannte Experten mit abgeschlossenen Betriebs- u. Wirtschaftsstudium uns verschaukeln. Man kann keinem dieser Chargen mehr trauen, weil sie mit ihrem Halbwissen begleitet von Eitelkeit und Imponiergehabe dem Volk diese Suppe eingebrockt haben.


Andreas Hastedt schreibt:
06.07.2011 11:45

Sehr geehrter Herr Gänger, haben Sie Ihr Geld in griechischen Staatsanleihen angelegt, bzw. würden Sie mir eine entsprechende Geldanlage empfehlen?


TS schreibt:
06.07.2011 11:49

Das Problem an der Geschichte ist ,das Europa immer noch zu USA hörig ist. Alles was über den Teisch schwappt hat den Nimbus des Wichtigen, des Gigantischen. Das dort einiges inzwischen jedoch nur noch Fassade ist, hat sich noch nicht ganz rumgesprochen. Aus einem Land in dem man an den Tankstelle keine 100 Dollar gewechselt bekommt da kein Wechselgeld da ist, man böse angeschaut wird, weil man ein Buch für lächerliche 15 Dollar nicht mit einer Kreditkarte bezahlt und Bürger die bei uns noch nicht einmal einen Dispo bekommen würden mit 15 Kreditkarten durchs Leben marodieren, tja, was soll da eigentlich noch herkommen. Heisse Luft ist wohl immer noch das einzig verbliebende Exportgut und damit hausiert man gekonnt. Koppelt man sich nicht von dieser Hörigkeit ab, rennt man ins Verderben. Allerdings muss auch dazu Geld in die Hand genommen werden, man kann sich nicht als starkes Europa präsentieren, wenn man Sicherheitspolitisch noch nicht einmal in der Lage ist im eigenen Hinterhof siehe Lybien einen Bürgerkrieg zu befrieden, da man weder die Mittel noch den von allen getragenden Willen dazu hat. Emanzipiert man sich kann das nicht nur auf Ratingagenturen beschränkt sein, es setzt den Willen voraus in allen Belangen nach Kompetenzen zu streben, spätestens wenn World Police pleite ist, wird sich das sowieso nicht mehr vermeiden lassen.


Michael schreibt:
06.07.2011 11:55

Ein sehr guter Artikel. Was meiner Ansicht nach viel zu wenig beachtet wird: Diese Rating Agenturen sind Privatunternehmen. Sie sind daher wie alle Privatfirmen gewinnorientiert und ihren Eigentümern verpflichtet, sonst niemandem. Und diese Eigentümer sitzen wahrscheinlich noch nicht mal im Euroraum und haben wer weis was für Interessen. Wie kann es sein, dass sich souveräne Staaten von solchen Privatfirmen herumschubsen lassen. Natürlich rächt sich auch die hemmungslose Schuldenpolitik, durch die sich ganze Staaten nun erpressbar gemacht haben. So wie die Bank bei einem Unternehmen die Führung übernimmt, wenn es zu viele Schulden hat, so diktiert der Finanzsektor nun auch den Regierungen, was sie zu tun haben. Umso ärgerlicher, dass jetzt schon wieder jemand die Steuern senken will, statt endlich die Schulden abzubauen nicht die NEUverschuldung, die muss sowieso auf Null, sondern die bereits aufgehäuften Schulden!.


Zumppku schreibt:
06.07.2011 12:05

Dieser Artikel ist so typisch. Hört auf mit dem abstufen, unsere Steuerzahler haben es fast geschafft mit all dem Ersparten und ihren Rentenansprüchen die Eurozone zu Retten! Es gibt Feuer die muss man brennen lassen, weil danach etwas neues gedeihen kann. Die beiden Zonen USA und Moslemisch Euroland sind zwei stürzende die sich im Fall noch die Augen aus kratzen. Lass es brennen , denn es lohnt nicht einen Feuerwehrmann für dieses vorhaben zu Opfern!


Klaus M. schreibt:
06.07.2011 12:15

Alles recht nett zu lesen. Das Traurige ist, dass fast alle Recht haben. 1. Pleiteländer, also die die sich finanztechnisch nicht benehmen können z.B. Griechenland sollte man nicht helfen. 2.Ratingagenturen, die sich durch solch graviertende Fehler wie z.B. Lehmann Br. selbst disqualifiziert haben, sollte man nicht glauben. Die einzige Frage ist natürlich, was tun ? Also: Politiker, lernt endlich euch zu benehmen und geht mit dem Geld der Steuerzahler vernünftig um Ratingagenturen, seid endlich mal fair und lasst die Politik aus eurem Job


Sandro Valecchi schreibt:
06.07.2011 12:22

Der Weg zu einer Europäischen Rating-Agentur ist nur noch eine Frage der Zeit. Das Hamburger Weltwirtschafts-Instituts HWWI, bekräftigte bereits die unbedingte Notwendigkeit, die Macht und vor allen Dingen das Monopol der großen 3 Rating-Agenturen einzuschränken und wieder zu anderen Maßstäben der Bewertung zurückzukehren. Georg Fahrenschon, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, hates auf den Punkt gebracht: Gerade die US-Ratingagenturen hätten vor der Finanzmarktkrise als Frühwarnsystem und bei der Einschätzung von Risiken eklatant versagt. In der Tat vermochten die 3 großen Rating-Agenturen ihr kollektives Totalversagen in der letzten internationalen Finanzkrise mit dem Auslöser US-Hypotheken- und Immobilienmarkt bis heute nicht schlüssig erklären zu können. Sandro Valecchi,10555 Berlin


T.Wan schreibt:
06.07.2011 12:34

man diskutiert hier alles aber nur ohne Ursachen. Die Euro-Probleme kommen doch von Länder, die Eurovertrag nicht halten können oder wollen. Was hilft neue Rating? Wenn man immer zu schnell fährt und Bußgeldstrafe bekommt, soll der Behörde Geschwindigkeitsbeschränkung erhöhen statt sein Führerschein entziehen? Ist Euroland eine Einbahnstraße? Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende!


H-Gerd Abels schreibt:
06.07.2011 13:23

Ist doch super das wir die Ratingagenturen haben. Ohne das rating dieser Agenturen die übrigens bis vor einiger Zeit die volle Unterstützung nicht nur unserer Bundesregierung hatten waere Griechenland bis Heute noch nicht Insolvent ........... weil die Wahrheit schmerzt. H-Gerd Abels


Flo schreibt:
06.07.2011 13:33

Ich finde Anonymous sollte sich mal genauer mit diesen Ratingagenturen beschäftigen!!!!


Heiko Kuhnt schreibt:
06.07.2011 13:48

Meiner einer ist weder Links noch Rechts anzusiedeln ...!!! Aber eine echte Volkspartei gibt es, meiner Meinung nach, seit Ende der Regierung Helmut Schmidt’s nicht mehr. Eines habe ich seit dem lernen müssen: Die Macht des einen ist die Ohnmacht des anderen. Es ist schon erstaunlich wie einige hier nur ihre eigenen Interesse vor dem Wohl der Allgemeinheit stellen. Extremkapitalismus bis zum Untergang des friedlichen Miteinander a la FDP sollte langsam eine Absage und ihren Freunden in der Ratingagenturen in die Schranken gewiesen werden. Früher wurden die, von denen eine Gefahr für das Wohl des Volkes ausgeht, vom Verfassungsschutz überwacht.


NurmalamRande schreibt:
06.07.2011 14:25

Punkt1: Stimmt, die Agenturen sind nicht nur überflüssig, da in der Masse bestehend aus einer Laienschar. Sondern auch noch Gift in der Suppe! Das Problem der PIIGS sind die Zinsen, die hohen Zinsen. Und je schlechter das Rating, desto höher die Zinsen und desto näher auch der Ruin. Punkt2: Gift in der Suppe sind die Ratingangenturen. Die versalzene Suppe haben diese Länder hingegen sich selber zuzuschreiben. Dass nun Griechenland und Portugal kurz vor der Pleite stehen und Spanien zumindest nicht mehr sehr weit davon entfernt, ist vielleicht kein Zufall. Im Index of economic freedom wird verdeutlicht, wie dermaßen reguliert diese Länder sind, die übrigens von Sozialisten regiert werden. Ein Schelm, wer es als Zufall abtut. Zwar ist Italien bei weitem nicht sozialistisch regiert, dennoch aber auch strikt durchreguliert, siehe o.a. Index. Irland bestätigt hier als Ausnahme nur die Regel. Ich kann daher nicht verstehen, wie Medien und Politik immer noch im Regulierungswahn stecken!! Punkt 3: Dass hier die LINKSEXTREME Band Ton Steine Scherben zitiert wird, wundert mich dann auch nicht mehr.


Alex schreibt:
06.07.2011 15:06

Einer muss ja schuld sein......wenn es doch nur so einfach wäre, ist es aber nicht. Die Ratingagenturen haben sich sicher blenden lassen vor der Krise 2008 und bei den ratings eine falsche Einschätzung gemacht. Jetzt aber, wo die Ratingagenturen den wahren zustand der Staaten einschätzen, werden sie an den pranger gestellt um von den wahren Problemen abzulenken. Es sind nicht die Ratingagenturen schuld an der ganzen Misere, auch Griechenland oder Potugal, das ganze Geldsystem ist der Grund. Es musste so kommen. Wer sich über die Entstehung des Geldsystems informiert hat weiss wo von ich rede. Die schleichende Versuche das Geldsystem Euro, US, .. zu retten ist der falsche Weg. Wir werden alle die Rechnung später bezahlen mussen, auch schleichend und es werden wieder nur einige davon profitiert haben. Öffnet eure Augen, seit kritisch, informiert euch und das nicht einseitig.


Nurmalamrande schreibt:
06.07.2011 15:22

@Alex: Sehr richtig, das Finanzsystem ist zum Scheitern verurteilt. Grade wir Deutschen haben da große Erfahrung. Immerhin waren wir seit 1800 schon 8x pleite! Es ist nicht eine Frage des Ob, sondern des Wann. Und hätte, wenn und sollte, wird uns nicht wirklich weiter bringen. Ein Blick in die Vergangenheit KANN helfen, zu denjenigen zu gehören, die davon profitieren werden. Ich würde zumindest niemandem Geld leihen, von dem ich wüsste, dass er es früher oder später nicht zurückzahlen kann. Und da geht es dann um JEDE Staatsanleihe.


Andreas schreibt:
06.07.2011 15:33

Entmachtet werden sollten lieber die so genannten Regierenden zum Wohle des Volkes … ha! und die Lobbyisten. Das sind die wahren Verursacher der gesamten Misere. Aber so ist es natürlich einfacher: Immer auf die draufhauen, die den Finger in die Wunde legen.


NurmalamRande schreibt:
06.07.2011 15:41

@Michael: Thema Steuern: Das Gejammer um die Steuersenkungen kann ich nicht mehr hören. 1982 hatten wir im Vergleich zum BIP, ein größeres Haushaltsdefizit, eine größere Verschuldung als heute. Kohl ließ die Steuern senken und nach nicht einmal 5 Jahren war der Schuldenberg deutlich relativiert im Verh. zum BIP. Unter Reagan, aber auch unter Thatcher, funktionierte das ebenso. Das ist gar kein Trick, kein Wunder, das hat was mit ökonomischen Zusammenhängen zu tun. Und so ist es auch kein Wunder, dass es der Ökonom Arthur B. Laffer war, der eben mit der Laffer-Kurve bekannt wurde. Kurzum: Einkommenssteuer runter! Mehrwertsteuer hoch! = Lohnende Arbeit, merh Motivation = mehr Konsum = mehr Steuereinnahmen!!


bibbi schreibt:
06.07.2011 15:43

Rating, Zinsen......alles richtig und doch ist die Geldkrise durch den gemeinsamen EURO, für Länder mit den unterschiedlichsten Gesetztgebungen, BIPs und Lügen die man sich gar nicht vorstellen kann, hervorgerufen worden. Wenn sich die Länder in Ihren Strukturen nicht annähern, gleiche Steuersätze usw., wird er langfristig auch daran scheitern. Das Geld ist gar nicht da, um den Euroraum gegeneinder mit vier Hauptzahler, zu retten. Windige Geschäftemacher und dumme Entscheidungsträger haben uns diese Suppe wieder mal eingebrockt. Im vergangenen Jahr wurden die Banken mit Steuergelder gerettet, mit dem Versprechen, dass dies nicht mehr passieren darf, sind scheinheilig astronomische Gehälter simbolisch gekürzt worden. Lächerlich. Nun sind die Banken wieder in Schwierigkeiten und wieder ist es alternativlos, denen mal Ihre Grenzen zu zeigen. Man bekommt mit den Politikersprüchen immer nur künstliche Angst gemacht, damit man Ruhe gibt. Dann sollen die die sich verzockt haben, die Konzequenzen ziehen. Der ganze Apparat steckt unter einer Decke und passt auf sich auf. Das kann nicht sein ! Mit unserem Geld nicht mehr ! Die sog. Griechenlandhilfe fließt fast vollständig in fällig werdende Anleihen, die die griechische Banken bedienen müssen. D.h. unser Steuergeld geht direkt über ein Treuhandkonto der EZB und IWF .... auf die Konten anderer Banken. Es muss endlich Schluß damit sein, damit jeder für sein Fehlengagement auch selber haften muss. Warum sind sich unsere Politiker so sicher, dass sich bei uns nicht schon Wiederstand vormiert, um auf die Strasse zu gehen ?? Wir lassen uns das nicht länger gefallenn und brauchen dafür keine EZB ind kein IWF. Die werden sich mal verkucken, wenn der Wind aus der Richtung kommt, woher das Geld kommt. Das ist unser hart erwirschaftetes Geld. Wir geben mit Sicherheit gerne DEM LAND GRIECHENLND, zur Nächstenhilfe Unterstützung. Aber nicht direkt auf die Konten anderer Banken. Das ist doch die größte Volksverdümmung seit letztem Jahr. Den fälligen Crash sollte man endlich nutzen, um wieder klare Strukturen auf reduziertem Niveau zu schaffen und nicht die nächsten Generationen in Schulden stürzen.


Ron777 schreibt:
06.07.2011 16:08

Der Wunsch der Euro-Bosse nach einer eigenen europäischen Ratingagentur hat nur einen Grund: Die EZB orientiert sich bei der Beleihung immer am besten ! noch verbliebenen Rating, heißt, alle drei derzeitig relevanten Ratingsagenturen könnten dann in Zukunft Euro-Krisenländer als Ramsch einstufen, trotzdem würden Schrottanleihen der Griechen & Co. weiterhin bei der EZB verbrieft werden, da die neue europäische Ratingagentur mit Sicherheit diesen Ländern bis zum bitteren Ende das Vertrauen aussprechen würde. Es ist der absolute Gau und Dammbruch, der hier vorbereitet wird. Es ist die Transferunion in unvorstellbarer Größenordnung! Irgendwann werden wir aufwachen und feststellen, dass bei der EZB und diversen Euro-Fonds Billionen an faulen Papieren der Krisenländer verbrieft wurden, für die Deutschland einen Großteil der Verpflichtungen übernommen hat. Wir könnten auch gleich Drachme auf den Euro schreiben: es geht zu Ende...


G. Mecking schreibt:
06.07.2011 16:22

Irgendwie hat man das Gefühl, daß es sich um einen von den USA ausgehenden Komplott handelt, den Euro kaputt zu machen. Man sieht jetzt die große Chance nach einem Zerfall der Euro-Währungsunion den maroden US Dollar wieder zur unumschränkten Weltwährung Nr. 1 zu machen. Zugegeben, die europäische Schuldenkrise haben schlicht und einfach größenwahnsinnige Politiker aus den betreffenden Ländern zu verantworten. Trotzdem ist es bedenklich, daß man es Ratingagenturen aus den USA unwiedersprochen überlässt, Kriterien zu erstellen, welche die Existenz der Euro-Zone bedrohen. Vor dem Beginn der Bankenkrise 2009 haben sich diese Agenturen gewiss nicht mit Ruhm bekleckert. Etwas Vorsicht ihnen gegenüber wäre schon angebracht.


kalakaua schreibt:
06.07.2011 16:28

Man stelle sich das Geschrei vor, wenn die Ratingagenturen nicht vor Staatsbankrotten warnen würden! Machen wir uns nichts vor, die Länder der Eurozone können z.B. Griechenland nicht vor dem Staatsbankrott retten - es wird nur gutes Geld schlechtem Geld hinterhergeworfen.


Jörg F. schreibt:
06.07.2011 17:14

Hinter den ach so unabhängigen Ratingagenturen stehen ganz knallharte wirtschaftliche Interessen.Ist nicht Warren Buffet an einer der Agenturen beteiligt? Wie verträgt sich bei einer objektiven Betrachtung ein CCC für Griechenland mit einem AAA für die USA, die mit mehr als 14 Billionen Dollar verschuldet sind, eine echte Arbeitslosenquote von mehr als 20 Prozent haben und ihre neu emmitierten Staatsanleihen inzwischen nur noch an die eigene Zentralbank verkaufen können? Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Ländern ist, das die USA ihr Geld selbst drucken können. Vergessen wir auch nicht das AAA Rating für die Schrotthypotheken, die weltweit zu Kapitalverlusten in Billionenhöhe geführt haben. Warum hat eigentlich niemand die Ratingagenturen für diesen offensichtlichen Betrug zur Rechenschaft gezogen? Ein Schelm ist wer sich böses dabei denkt, wenn die Abstufungen immer vorgenommen werden, wenn sich der Markt wieder zu berappeln beginnt. Bekanntlich lässt sich ja auch mit fallenden Kursen gutes Geld verdienen, nicht wahr Herr Buffet. Nach Griechenland jetzt Portugal und dann Irland, Spanien, Italien und zu guter letzt vermutlich auch Deutschland, dass nach den massiven aber letztlich erfolglosen Rettungsaktionen für die anderen Euroländer mit einem Schuldenstand von dann mehr als 5 Billionen Euro auch nur noch ein CCC erhält. Wenn man den Ratingagenturen und den an ihnen beteiligten Finanzhaien nicht bald das Handwerk legt wird unser Finanzsystem schon bald kollabieren.


Hardy schreibt:
06.07.2011 17:18

Na klar, der Euro ist am Ende. Gott sei Dank, der Horror hat nen Ende. Fakt ist, die Chance auf was Großes wurde vertan. Die Eurozone ist Dank Merkel, Sarkozy und Co am Ende.


Hardy schreibt:
06.07.2011 17:22

Wenn wir dem Aufruf folgen, dann müßten wir unsere Regierung stürzen, den die macht uns Kaputt.


Rudi schreibt:
06.07.2011 17:41

na fein - entmachtet die Einzigen, die noch ein wenig Realtitätsempfinden haben und die Wahrheit erkennen. Der Markt weiss schon lang, das die herabhgestuften Länder pleite sind und nützt dies nur aus - und USA und Deutschland sollten eigentlich auch schon längst herabgestuft werde - das würde dann der Realität entsprechen und neue Wege öffnen für ein neues Geldsystem.


Andreas schreibt:
06.07.2011 17:43

Irgendwie erweckt es den Eindruck, daß die Ratingagenturen derzeit mit Macht den Euro entwerten wollen. Warum? Ist es das Interesse, daß er gegenüber dem Dollar zu stark wird? Sind es Spekulationen wie einst beim Rohöl? Merkwürdig ist doch, daß sich niemand um das Rating von Portugal gekümmert hat, solange die Insolvenz Griechenlands an der Tagesordnung war und man damit den Euro schwach halten konnte. Meines Ermessens sollen hier sich selbst erfüllende Prophezeiungen geschaffen werden. Wir werten ein Land ab, damit es letztlich nichts mehr Wert ist. Disqualifiziert haben sich die Rating Agenturen doch schon damals, zu Beginn unserer Absatz- und Finanzkrise. Oder wie war das Rating von Lehman Brothers? Nur gelernt hat Niemand.


Roland_011 schreibt:
06.07.2011 17:45

Was aber wenn die Ratingagenturen aktuell nur eines tun: Nämlich aus deren Versagen in der Subprime-Krise gelernt zu haben?? *************************************************** - Ist Griechenland den nicht eigentlich ein Insolvenzfall bzw. stünde nicht jeder Geschäftsführer wegen Insolvenzverschleppung schon längst vor Gericht, wäre er der Chef der Griechenland AG?*********************************** - Und ist Portugal den nicht eigentlich auch Pleite?******************************************** Wollen wir vielleicht nur nicht wahrhaben, das die politsch abgewürgten Defizit-Strafverfahren gegen D/Ö/F/B usw. und die Verhöhnung der Maastricht-Kriterien all dies katalysiert haben? Wie soll in einem solchen Umfeld eine zu gründende EU-Ratingagentur agieren können?? So ganz politisch unabhängig? Eine solche Ratingagentur die muss sich ihre Sporen erstmal verdienen - will heißen das die noch härter in ihren Ratings sein müsste. Die Griechen hätten doch das D schon längst verdient, so wie das Triple A für D/F/Ö doch längst an einem seidenen Faden hängt. *************************************************** Ist es nicht eine logische Konsequenz einer Budgetpolitik, die es auch in guten Jahren nicht schafft Überschüsse für Rückstellungen und/oder Schuldentilgung zu erwirtschaften: Das diese dann irgendwann im Bankrott endet? *************************************************** Eine Diskussion an welchen Kriterien die Rating-Agenturen deren Ratings festmachen ist sicherlich legitim - wird aber kein Problem lösen.


Michael schreibt:
06.07.2011 18:05

Oh, hier merkt man aber deutlich, dass die R-Agenturen hier mitlesen...da fühlen sich aber einige gleich angegriffen. Aber zu Recht! Privat geführte Firmen, die selbst nur gewinnorientiert arbeiten wollen hier den Stab brechen. Die hoch verschuldete USA mit einer stark veralteten Volkswirtschaft, ohne Sozialsysteme und ordentliche Berufsausbildungen bekommt Höchstratings von diesen Gesellen :-! Mit dem schwachen Dollar kann man in Europa aber schlecht auf Einkaufstour für die stark lahmende US-Wirtschaft gehen, also wird genau seit der zeit der US-Finazkriese hier in Europa alles von diesen drei Firmen madig gemacht und ramponiert. Es ist so offensichtlich was hier auf Kosten ganzer europäischer Volkswirtschaften für den chronisch kranken Patienten USA erreicht werden soll. Und wenn dann doch mal ne ganz kleine negative Anmerkung im eigenen Stall fällt...schlägt das US-Finanzministerium sofort zurück und droht offenkundig. Wir haben in dieser historisch kurzen Zeit in der Eurozone bestimmt noch viel Arbeit und wirklich griffige Regularien für alle weltwirtschaftlichen Situationen zu finden. Aber eins haben wir anderen in Nordamerika weit voraus, wir einigen uns auf dem europäischen Kontinent im Parlament und zwischenstaatlich demokratisch.


Das Volk schreibt:
06.07.2011 18:48

Die Chefs und die meisten der Mitarbeiter der Agenturen sind für mich schlicht Kriminelle, die härtestens bestraft gehören. Wo waren diese Besserwisser, vor der Wirtschaftskrise. Leute wie Herr Hinrichs haben in ihrem Leben doch nie wirklich gearbeitet, geschweige denn irgendwas geleistet.


K.-H.B schreibt:
06.07.2011 19:02

Das Rating über einen Schuldner sei es ein global agierendes Unternehmen, eine Körperschaft oder auch ein Staat ist ein wesentlicher Bestandteil im globalen Kreditgeschäft und zwar unabhängig davon, ob ein Rating bankintern erstellt wird oder ob man auf ein privates Rating-Unternehmen zurückgreift bzw zurückgreifen muß. Wichtiger aber scheint in der derzeitigen Situation zu sein, daß man insbesondere bei/mit den derzeit marktbeherrschenden Ratingagenturen zu einheitlichen, transparenten und nachvollziehbaren Bewertungskriterien kommt, die es dann auch -unter gewissen Prämissen- bei kritischen Risikobeurteilungen dennoch zulassen,finanzielle Hilfsmaßnahmen zu ermöglichen Beispiel Portugal/Griechenland, die dann nicht zwingend in eine Wertekorrektur Abschreibungbei den kapitalgebenden Gläubigern führen. Diesen Schritt hat man seitens der Politik im Zuge der Finanzskrise 2008/2009 nicht konsequent weiter verfolgt. Daher bleibt die Politik hier gefordert.


Thomas75 schreibt:
06.07.2011 19:50

Ein Glück gibt es diese Ratingargenturen. So wird hoffentlich dieses wahnsinnige EURO-Experiment was von Anfang an zum scheitern verurteilt war schneller beendet. Deutschland hätte genug Rettungspakete im eigenen Land zu verteilen. In Griechenland leben sicher nicht 2500000 Kinder unter der Armutsgrenze. Diese Rettungspakete sind nichts anderes als Konkursverschleppung. Würden die Ratingaargenturen nicht aufdecken wie es wirklich Finanziell in EU aussieht würde alles nur schön und rosig geredet bis dann in par Jahren der finanzielle MegaOut kommt von dem dann die ganze Welt betroffen ist. Bisher hat das Euro Experiment der Mehrheit der Menschen nichts als Armut,Not,VölkerwanderungOst nach West, hohe Teuerung, Bürgerkriegsähnliche Zuständesiehe Griechenland,Spanien...gebracht. Die einzigen die von Euro profitieren sind die Wirtschaftsbonzen die sich ohne Probleme billige Arbeitskräfte nehmen können und keine Zölle mehr zahlen müssen. Die Ratingargeturen werden nur als Sündenbock hingestellt für etwas was von Anfang an klar war und niemand der Euro-Erfinder sich eingestehen will das es nicht funktionieren kann.


mayer schreibt:
06.07.2011 20:04

...stimmt, entmachtet die Agenturen....aber entmachtet bitte gleich mit, die EU, die EU Regierungen und gebt den Menschen wieder was ihnen mit der ungefragten Euro Einführung gestohlen wurde.


rocolo schreibt:
06.07.2011 20:07

Das mag alles in Teilen richtig sein meine Herren, dennoch ist da der unumstößliche Fakt das die Ratingagenturen während der letzten Finanzkrise wie Brandbeschleuniger wirkten und genau diesen Effekt erzielen sie momentan bei der Euro-Rettung.


bibbi schreibt:
06.07.2011 20:25

Man glaubt doch nicht wiklich, dass man einer europäische Ratingagentur, international Glauben schenkt, die ihre eigenen Schrott- Papiere zu bewerten hat.Das ist genau so, als fragt man den Fisch, ob ich den Teich trocken legen darf, in dem er schwimmt.Alle Länder sind hoffnungslos überschuldet. Und wenn in Old Germany mal die Wirtschaft nicht mehr so brummt wie jetzt, gehen die Lichter schneller aus, als die Politiker das sich mal wieder zu träumen wagten. Aber ihre zugesagten Verpflichtungen und Bürgschaften bleiben bestehen......viele 100 Milliarden Euros sind vernichtet worden, die Entscheidungsträger übernehmen die politische Verantwortung und gehen mit ein paar Tausend sicheren Euros in Rente. Das kann nicht sein. Wenn wir Glück haben, entscheidet der BGH nüchtern, über den ganzen Wahnsinn.


Grisu65 schreibt:
06.07.2011 21:57

Alles tolle Kommentare, die man hier liest. Aber das eigentliche Problem sind sicher nicht die Rating Agenturen, sondern die hohen Schulden, die ALLE Länder angehäuft haben. Und in Ländern wo Politiker, bzw. angeblich unabhängige Zentralbanken die Macht haben, hemmungslos neues Geld drucken können/dürfen, um angeblich die Wirtschaft zu retten, oder einen Finanzkollaps abzuwenden, oder wieder irgendwelche Almosen in Form von Sozialleistungen zu verteilen um das einfach Volk bei Laune zu halten, etc, etc, braucht sich niemand wundern, wenn das ganze aus dem Ruder läuft. Es gibt nur eine Lösung: Gold bzw Silberstandard. Sämtliches Geld ist zu 100 Prozent !!! mit Edelmetallen abgedeckt. Dann kommt es nie so weit, dass die ganze Welt mit Aberbillionen von Euro, Dollar oder sonstigen Papierschnitzel Währungen herum jonglieren kann. Und dann , bitte sehr, zählt Leistung wieder mehr, und nicht planloses herum Gejammere.