Montag, 15. März 2010
Nur Japan schafft Plus: Asien-Börsen im Rückwärtsgang
Die Börsen in Fernost haben zum Wochenauftakt mehrheitlich schwächer tendiert. Schwachen Daten zum US-Verbrauchervertrauen im März und die Warnung des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao vor einem neuerlichen Abdriften der Weltwirtschaft in die Rezession stieß den Anlegern an den meisten Handelsplätzen übel auf. Lediglich die Börse in Tokio verzeichnete leichte Gewinne. Der Euro präsentierte sich vor dem Treffen der EU-Finanzminister leicht schwächer. Die Bundesregierung dementierte Berichte, wonach in Brüssel Milliarden-Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland beschlossen werden sollen.
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index nur leicht höher bei 10.751 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,3 Prozent auf 938 Zähler. Dagegen notierten die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur und der chinesische Leitindex schwächer.
Das schwache Verbrauchervertrauen in den USA verheiße für die exportorientierten Nationen in Fernost nichts Gutes, sagte Francis Lun von Fulbright Securities in Hongkong. In Tokio profitierten jedoch Exporttitel wie Canon von einem schwächeren Yen, sie legten drei Prozent zu. Allerdings dämpften Gewinnmitnahmen bis kurz vor Handelsschluss den Verlauf des Nikkei. So gab der Kurs des Chipindustrie-Ausrüsters Advantest 0,9 Prozent nach. Der Kurs des Elektronikherstellers Kenwood sackte 14 Prozent ab, nachdem der Konzern die Ergebnisse der vergangenen Jahre wegen Bilanzproblemen bei seiner Sparte Victor revidieren musste. Fürs Geschäftsjahr bis Ende März erwartet er zudem nun mit neun Milliarden Yen einen fast dreimal so hohen Verlust wie bislang prognostiziert.
Verluste in China
Ängste vor einer weiteren geldpolitischen Straffung haben den chinesischen Aktienmarkt am Montag schwächer schließen lassen. Der Shanghai-Composite-Index sank bei dünnem Volumen um 1,2 Prozent auf 2977 Zähler, den niedrigsten Schlussstand seit dem 9. Februar. Der Shenzhen Composite verlor 1,1 Prozent auf 1135 Punkte. In Hongkong ging es für den Hang-Seng-Index um 0,6 Prozent auf 21.079 Punkte abwärts.
Stahltitel führten die Verlierer an nachdem der "21st Century Business Herald" berichtet hatte, dass mehrere Stahlwerke sich an die Staatsführung gewandt hätten, damit sie bei den Auseinandersetzungen mit den weltweiten Erzminen um die Preise interveniert. Analyst Zhang Gang von Southwest Securities sagte, dass auch Ängste vor weiteren Maßnahmen zur Abkühlung des Immobilienmarktes und der Stahlnachfrage den Sektor belastet hätten. Baoshan Iron & Steel fielen um 2,6 Prozent und Hebei Iron & Steel um 3 Prozent.
Nach rückläufigen Kohlepreisen ging es für die Aktien von Kohleminenbetreibern abwärts. China Shenhua Energy sanken um 2,2 Prozent und Datong Coal Industry um 2,8 Prozent. China Merchants Bank verbilligten sich um 2,6 Prozent. Die Aktie war im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung für sechs Sitzungen vom Handel ausgesetzt gewesen.
rts/DJ
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