Kurssturz in China belastetAsien geht in die Knie
An den asiatischen Aktienmärkten ist es am Dienstag nach unten gegangen. Vor allem die Warnung des chinesischen Premiers Wen Jiabao vor zu großem Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Erholung Chinas drückten auf die Stimmung.
Der japanische Aktienmarkt zeigte sich in der Wahlwoche unruhig. Nach dem satten Kursaufschlag zum Wochenauftakt verlor der japanische Aktienmarkt am Dienstag an Kraft. Der Leitindex Nikkei büßte um 0,8 Prozent auf 10.497 Punkte ein. Der breiter gefasste Topix verlor um 0,5 Prozent auf 965 Zähler.
Unter den Verlierern waren heute vor allem Finanztitel. Ein Bankenanalyst hatte am Montag erklärte , dass er in den USA von weiteren Bankenpleiten ausgehe. Das belastete die Aktien der Daiwa Securities, die 3,2 Prozent einbüßte und der zweitgrößte Verlierer im Nikkei war. Auch JFE Holdings verlor um 1,95 Prozent und Mizuho Financial gab um 1,75 Prozent ab.
Auf der Verliererseite standen auch die Chipwerte. Advantest und Tokyo Electron die Testsysteme für die Chipindustrie herstellen, verloren um jeweils 2,3 Prozent. Auch die Automobilwerte Honda und Mazda Motor lagen mit 1,5 Prozent im Minus.
Der größte Gewinner im Nikkei war Pioneer mit einem Aufschlag von über elf Prozent. Allerdings gab es hier keine fundamentalen Hintergründe. Die Elektronikriesen NEC Sony Panasonic, Sharp und Sanyo Electric schlossen in einer Range von plus 0,6 und minus einem Prozent.
Der Hongkonger Hang Seng Index beendete den Handelstag mit Verluste, konnte sich aber im Nachmittagshandel erholen. Vor der Mittagspause folgte der Markt den Entwicklungen an der Börse Schanghai, wo es um 2,59 Prozent auf 2.915,80 Punkte nach unten ging. Der Hang Seng Index Index schloss mit einem Minus von 0,49 Prozent bei 20.435,24 Punkten, der Hang Seng China Enterprises Index verlor 0,42 Prozent auf 11.654,81 Punkte. Im Fokus standen in Hongkong mehrere Aktien, allen voran die Aluminum Corp of China, die mit einem Verlust von 1,6 Mrd. Yuan im zweiten Quartal den dritten Quartalsverlust in Folge verbucht. Die Aktie verlor 1,9 Prozent.
Nach unten ging es auch für die Bankentitel. Die Warnung des Vorsitzenden der China Construction Bank vor einer Kreditblase in China hat die Papiere belastet. Die chinesischen Banken haben im ersten Halbjahr Kredite in Höhe von 1,1 Bio. US-Dollar vergeben.
Die Bank of China verlor 1,3 Prozent, bei der China Construction Bank ging es um 0,5 Prozent nach unten, die ICBC gab um 0,2 Prozent nach. Papiere der Bank of East Asia konnten zulegen, nachdem das Unternehmen mitteilte, dass man im ersten Halbjahr einen Nettogewinn von 1,17 Mrd. HKD erwirtschaftet habe, eine Steigerung von 49 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Ebenfalls im Minus schlossen die Papiere der Dongfeng Motor Group dem drittgrößten Autobauer Chinas. Das Unternehmen ließ verlauten, dass der zunehmende Wettbewerb auf die Margen drücke und der positive Effekt der Stimulusprogramme nachlasse. Die Aktie verlor 5,2 Prozent.
Auch der chinesische LKW-Hersteller Sinotruk verlor. Die Aktie gab um 4,0 Prozent nach. Sinotruk hat im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang von 40 Prozent auf 462 Mio. Yuan verzeichnet.