China-PaketAsien in Feierlaune
Die asiatischen Börsen sind der Wall Street gefolgt, die sich am Freitag wieder sichtlich erholt hatte. Sehr positiv aufgenommen wurde auch das Wirtschaftsförderungsprogramm der chinesischen Regierung.
Die asiatischen Börsen sind am Montag der Wall Street gefolgt, die sich am Freitag wieder sichtlich erholt hatte.
Zwar waren die US-Arbeitsmarktdaten enttäuschend ausgefallen. Viele Marktteilnehmer spekulierten aber darauf, dass die amerikanische Notenbank auf diese Entwicklung mit einer weiteren Leitzinssenkung reagieren konnte.
Sehr positiv aufgenommen wurde auch das Wirtschaftsförderungsprogramm der chinesischen Regierung. Diese hatte am Sonntagabend angekündigt, knapp 600 Mrd. US-Dollar in die heimische Wirtschaft zu pumpen. Die Gelder sollen insbesondere für die Infrastruktur und den Umweltschutz sowie für den Aufbau des Sozialsystems ausgegeben werden. Dies brachte insbesondere den chinesischen Inlandsbörsen am Montag eine ansehnliche Erholung.
Der Nikkei 225 reagierte mit Kursaufschlägen auf das chinesische Konjunkturstimulationsprogramm. Die gute Entwicklung an der Wall Street stärkte auch den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Das sorgte ebenfalls für Zuversicht. Japans Leitindex verbesserte sich um 5,8 Prozent auf 9081 Punkte. Der breitere Topix stieg um 4,3 Prozent auf 916 Zähler. Das Handelsvolumen war allerdings relativ gering.
Gesucht waren unter anderem die Titel aus den zyklischen Sektoren Bau und Schwerindustrie. Hier legten Komatsu 12,0 Prozent zu, Hitachi Construction sprangen um 19 Prozent nach oben. Die Aktie von Kawasaki Heavy Industries verbesserte sich um 14 Prozent. Der Konzern hat einen Auftrag zum Bau von 140 Triebwagen für die New Yorker U-Bahn erhalten. Auch für die Papiere der Reedereien war man wieder positiver gestimmt. Mitsui OSK stiegen um 12,0 Prozent, Nippon Yusen gewannen 9,9 Prozent hinzu. Im Elektroniksektor verbesserten sich Canon um 5,2 Prozent und Sharp um 7,3 Prozent. Im Autosektor legten Honda 4,7 Prozent und Toyota 2,6 Prozent zu.
In Korea blieben die Anleger am Montag relativ zurückhaltend. Zwar stießen auch hier die guten Vorgaben aus den USA auf fruchtbaren Boden. Dies wurde aber konterkariert durch die Meldung, dass Fitch den Ausblick für das Rating koreanischer Staatstitel auf "negativ" zurückgesetzt hatten.
Dies nährte frühere Befürchtungen, dass das Land seinen Verpflichtungen in ausländischer Währung möglicherweise bald nicht mehr nachkommen könne. Der Kospi, der zwischenzeitlich um bis zu 2,6 Prozent gestiegen war, schloss mit einem Plus von 1,58 Prozent auf 1152 Zähler. Auch in Korea waren unter anderem Titel aus der zyklischen Schwerindustrie besonders gefragt. So verbesserten sich die Papiere des Stahlriesen Posco um 9,7 Prozent, Hyundai Steel legten 14,9 Prozent zu. Unter den Werften verteuerten sich Hyundai Heavy um 9,2 Prozent und Samsung Heavy um 3,2 Prozent.
Dagegen gaben Hyundai Motor 5,7 Prozent ab. Die Marktteilnehmer fürchteten hier weiterhin protektionistische Maßnahmen des neuen Präsidenten Barack Obama zum Schutz der US-Autoindustrie. Zudem gab es Gerüchte, wonach sich der koreanische Konzern beim angeschlagenen US-Konkurrenten Chrysler engagieren wolle. Kia Motors gaben 4,5 Prozent ab.
In Taiwan reagierten die Anleger noch lustloser. Hier gab der Taiex sogar marginale 2,06 Punkte auf 4740 Stellen ab. Zwar waren jene Titel, die von einer Erholung der Binnenkonjunktur profitieren könnten, stark gefragt. Hier schossen etwa Taiwan Cement um die in Taipeh maximal möglichen 7 Prozent nach oben. Asia Cement legten ebenfalls 7,0 Prozent zu, China Steel stiegen um 6,6 Prozent. Für den Elektroniksektor, der stark von der Nachfrage aus den westlichen Industrienationen abhängig ist, blieb man aber weiter skeptisch. So rutschten Hon Hai Precision um
5,7 Prozent ab, High Tech Computer fielen um 5,1 Prozent.
Die Titel des Chipriesen Taiwan Semiconductor gaben 0,7 Prozent ab. Dagegen konnten sich die Papiere des kleineren Konkurrenten United Microelectronics um 4,4 Prozent verbessern, obwohl der Konzern am Freitag gemeldet hatte, dass der Umsatz im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent zurückgegangen und damit den fünften Monat in Folge geschrumpft ist.
In Hongkong freute man sich am Montag über das milliardenschwere Wachstums-Paket der chinesischen Regierung und über die Tatsache, dass sich auch die Börsen in Shanghai und Shenzhen deutlich erholen konnten. Der Hang Seng Index zog um 3,52 Prozent auf 14.744 Punkte an.
Zwischenzeitlich gelang es ihm sogar, sich über die 15.000-Punkte-Linie zu hangeln. Ein regelrechter Kaudrausch setzte dabei bei den Rohstoffwerten ein, die von einer weiterhin boomenden chinesischen Wirtschaft besonders profitieren könnten. Aluminum Corp. of China sprangen um 19,0 Prozent nach oben. Der Konzern hatte zudem erklärt, ein Aktienrückkaufsprogramm zu starten. Angang Steel legten sogar 27 Prozent zu; die Aktie des Kohlenminenbetreibers China Shenhua stieg um 8,0 Prozent. PetroChina gewannen 8,2 Prozent und CNOOC 9,2 Prozent hinzu.
Unter den Immobilienwerten verteuerten sich Sino Land um 3,0 Prozent und Henderson Land um 2,0 Prozent. Uneinheitlich entwickelten sich die Banken. Hier legten ICBC 5,9 Prozent und Bank of China 5,7 Prozent zu.
Die Aktie der Hongkonger Hang Seng Bank gab hingegen 3,3 Prozent ab, nachdem die Citigroup ihre bisherige Verkaufsempfehlung bekräftigt hatte. Die Titel des PC-Riesen Lenovo schrammten nach dem enttäuschenden Zahlenwerk aus der vergangenen Woche um weitere 13,5 Prozent nach unten. Die Aktie von Li & Fung fiel um 5,8 Prozent. Der Textilexporteur soll betriebsbedingte Kündigungen planen.
In China zog der Shanghai Composite Index um 7,27 Prozent auf 1874 Punkte an; der Shanghai A-Share Index stieg um 7,27 Prozent auf 1969 Stellen.